Speziell zu ITM BicepTube:
Korrekturen, Ergänzungen und Ersatztypen für Bauteile
Hier eine Zusammenstellung aller Ergänzungen zu Stückliste und Bauanleitung, Angabe von Ersatztypen bei Problemen mit der Beschaffung der angegebenen Typen bzw. Werte sowie Klärung wichtiger Fragen aus dem Leserkreis:
Korrekturen, Ergänzungen zu ITM BicepTube - Stückliste aus Nr. 6 / 1999:
- R56 / R57 (220 Ohm/2 Watt) fehlen in der Stückliste. - Diese Widerstände bringen die Heizungsspannung auf ein bestimmtes Potential. Sie werden nur dann benötigt, wenn der verwendete Netztrafo zwei Wicklungen (Sekundär-Ausgänge) für die Heizspannung 6,3 Volt hat. Die Funktion von R56 / R57 ist daher dieselbe wie für R7 / R8. R7 / R8 dienen also für die erste - oder einzige - Trafowicklung für die Heizspannung.
- C4 (1 µF / 400 Volt) ist falsch nur im Schaltplan. C4 ist ein Folienkondensator.
- R22 / R44 falsch (220 kOhm) in der Stückliste, ansonsten korrekt. Richtig ist: 220 Ohm / 10 Watt. Wie in der Bauanleitung angeführt ist für Röhren KT-88 oder 6550 günstiger für R22 / R44: 180 Ohm /10 Watt.
- R19 / R41 besser mit 200 kOhm anstelle von 1 MOhm, dadurch wird das Klirrverhalten nach Übersteuern günstiger.
- D1 (LED) - anstelle der 5mm-LED wird - besser - eine 3mm-2mA-Type eingesetzt.
- Ergänzungen, wenn Sie einen Vollverstärker bauen wollen, die man aus dem Standardangebot jedes Elektronik-Fachgeschäfts bekommt: Sie brauchen zusätzlich:
- 1 Lautstärkeregler. - Als Lautstärkeregler brauchen Sie einen Stereo-Potentiometer 50kOhm/log (Leistung ist freilich egal). Wir empfehlen hochwertige Typen von Alps. So genannte Leitplastik-Potentiometer bieten als Besonderheit typischerweise einen noch besseren Gleichlauf im ersten Drittel des Einstellbereichs, sind aber erheblich teurer. Bei Leitplastik-Potentiometern sind nur die teuersten Typen für HighEnd-HiFi-Ansprüche empfehlenswert. Als Alternativen zu Pots gibt es auch Stufenschalter mit Festwiderständen oder Eingangsübertrager mit Absenken des Pegels oder Relais mit Widerständen etc. Die besten klanglichen Ergebnisse bei zudem günstigen Kosten werden mit den hochwertigen Typen von Alps erzielt, weshalb diese von "praktiker" besonders empfohlen werden. Von einfachen Kohleschicht-Pots wird allerdings wegen evtl. schlechten Gleichlaufs oder Störgeräuschen für diesen Zweck ausdrücklich abgeraten. - Beschaltung, für Einsteiger:
- Signalleitung von Quelle an Pot-Anzapfung rechts
- Masse von Quelle an Pot-Anzapfung links
- Schleifer von Pot (Pot-Anzapfung mitte) an Signal Platine Eingang
- Pot-Anzapfung links (= Masse von Quelle) an Masse Platine Eingang
"Quelle" ist dabei bei Verwendung eines Eingangswahlschalters das vom Eingangswahlschalter gewählte Signal. Wenn - puristisch - die Quelle an den Cinchbuchsen umgesteckt - und daher kein Eingangswahlschalter verwendet - wird, dann liegt freilich an den Anschlüssen der Cinch-Buchse das Quellsignal an.
Empfehlung für Leisespielen. Bei Potentiometern ist der Gleichlauf am besten im mittleren Drittel des Einstellbereichs. Also wenn auch dann, wenn die Gleichlauf-Abweichungen auch im ersten Drittel nur geringfügig sind, dann sind sie im mittleren Drittel noch kleiner. Für alle jene, der gerne sehr leise spielen ist daher ein Vorwiderstand bei jedem Kanal von beispielsweise 10kOhm oder auch mehr sinnvoll. Damit wird der Einstellbereich für kleine Lautstärke weiter zur Mitte des Einstellbereichs verschoben und daher der Gleichlauf der beiden Kanäle zusätzlich verbessert.
- 1 Eingangswahlschalter. - Als Eingangswahlschalter brauchen Sie einen normalen 2-mal-6-Umschalter (für sechs wählbare Eingänge, jeweils zwei Kontakte für Stereo), keinesfalls einen gebrauchten verwenden, idealerweise mit versilberten Kontakten. Wenn Sie gerne hartvergoldete Kontakte verwenden so oxidieren diese zwar nie, aber Silber ist bekanntlich der beste Leiter und daher besser geeignet. Wegen der Oxidation der Kontakte sollten Schalter mit Silberkontakten alle ca. zwei bis fünf Jahre durch neue ersetzt werden. - Eine Alternative zum Eingangswahlschalter ist die Verwendung von Relais.
- Zusätzliche Cinch-Buchsen (nicht printbare, sondern isolierte für Gehäuseeinbau; evtl. mit vergoldeten Kontakten) für die Eingänge
- Abgeschirmte Leitungen von und zum Eingangswahlschalter.
- Zenerdioden D2, D3 (ZD 110 / 5W) und D4 (ZD 100 / 5W). Der Wert von D2 und D3 (110V / 5W) war für einen Erbauer schwierig zu erhalten. Diese drei Zenerdioden sind in Serie geschaltet, daher kommt es auf die Summe der Volt-Zahl an, die Leistung muss gleich bleiben. Es ergeben sich daraus zwei Varianten, die innerhalb des Toleranzbereichs sind und daher keinerlei Veränderungen an den Eigenschaften der Schaltung bedeuten:
- Variante 1: D2, D3, D4 mit je Zenerdiode 100V / 5W.
- Variante 2: D2, D3 mit je Zenerdiode 150V / 5W und an Position D4 eine Drahtbrücke (z. B. Abfall-Bauteiledraht eines Widerstands) statt einer Zenerdiode einsetzen (die Drahtbrücke kann auch an D2 oder D3 gesetzt werden, wichtig ist die Summe von 300 V / 5W).
- Q1 (IRF730) ersetzbar durch IRF740. IRF740 ergibt eine geringfügig verbesserte Leistung.
- Q2 (BF472) ersetzbar durch BF872. BF872 ergibt eine geringfügig verbesserte Leistung.
- Snap-In-Elkos C1 / C2 von Rubycon haben sich in aktuellen Tests als klanglich geringfügig besser erwiesen als Siemens-Typen, sind allerdings schwierig erhältlich.
- Nur dann, wenn entweder der Gehäuse-Bauvorschlag verwendet wird, oder ein Gehäuse mit vergleichbar guter Belüftung (sollte eigentlich der Fall sein): Die verwendeten Elkos müssen nicht unbedingt - wie in der Stückliste angegeben - 105°-Typen sein; 85°-Typen bieten ausreichende Reserven. Es hat sich herausgestellt, dass die Erwärmung im Gerät geringer ist als ursprünglich angenommen. 85°-Typen bieten lediglich den Vorteil, dass es dabei eine größere Auswahl verschiedener Hersteller und Qualitäten gibt. Der Spielraum für Experimente ist dadurch größer. 85°-Typen sind klanglich wegen der anderen Temperaturfestigkeit nicht besser als 105°-Typen. Ein Austausch ist daher nicht erforderlich. Rubycon und Siemens sind also nach wie vor unsere Empfehlung.
- Detaillierte Daten zum im Prototyp verwendeten und im Trafoset enthaltenen Netztrafo (es müssen aber nur die Eckdaten hinsichtlich Leistungen und Spannungen für die Funktion erfüllt sein und der Trafo muss selbstverständlich von sehr guter Qualität sein): Leistung: 210VA +++ Primär: 230V/50Hz +++ Sekundär 1: 6,3V/4A +++ Sekundär 2: 6,3V/4A +++ Sekundär 3: 270V/0,6A +++ Kerngröße: MD 102 A.
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Speziell zu ITM BicepTube:
Antworten aus dem "praktiker"-Labor - Lösungen zum Aufbau
- Einbaulage von Röhren? - Egal bei den empfohlenen Typen.
- Frage: Hat die Einbaulage von Röhren - horizontal oder vertikal - eine Auswirkung auf die Klangeigenschaften und/oder auf die Lebensdauer?
- Antwort: Bei manchen Röhrentypen schreibt der Hersteller eine bestimmte Einbaulage vor. Die in "ITM BicepTube" eingesetzten - und auch alle als Alternativen erwähnten - Röhren können in beliebiger Lage betrieben werden. Es ist also egal ob Sie die Platine horizontal oder - wie empfohlen - vertikal einbauen.
- R23 / R24 als Potentiometer ausführen? - Nein.
- Frage: Ein Freund eines Erbauers meinte, R23 / R24 als Potentiometer - für Justagezwecke - auszuführen wäre besser.
- Antwort: Das ist falsch. An dieser Position einen Pot zu verwenden würde den Klang beeinträchtigen, sobald dieser die geringste Materialermüdung zeigt. Abgesehen davon, ließe sich hier nichts einstellen. Die Schaltung ist selbsteinstellend, wie bereits in der Bauanleitung erwähnt. Diese beiden Widerstände dienen nicht der Einstellung, sondern zweierlei:
- Zu Messzwecken, wenn man die Röhren in der Schaltung ausmessen will. Man braucht die Röhren nicht ausmessen. Sie müssen sowieso paarweise selektiert sein, alles andere stellt die Schaltung selbsttätig ein.
- Als Sollbruchstelle, falls die Sicherung bei einem Kurzschluss nicht schnell genug reagiert. Dann brennt dieser - billige - Widerstand durch. Und der Rest der Schaltung ist geschützt.
- Ringkerntrafo als Netztrafo? - Nicht nötig.
- Frage: Vielfach wird ein Ringkerntrafo als Netztrafo empfohlen.
- Antwort: Ringkerntrafos haben prinzipiell den Vorteil, dass sie geringfügig streuärmer sind. Auf der anderen Seite sind aber Ringkerntrafos nur höchst aufwendig sauber zu wickeln und dann unverhältnismäßig teuer. Normal gewickelte Transformatoren lassen sich leichter sauber fertigen und sind daher bei sehr hoher Qualität preiswerter. Man kann einen Ringkerntrafo verwenden, wenn die Spezifikationen für den Trafo eingehalten werden und ein Trafo von guter Qualität gewählt wird. Es bringt aber keinerlei Vorteile.
- Kanalgetrennter Netzteil? - Nur bei Verwendung von zwei Trafos.
- Frage: Wäre es nicht zusätzlich besser, für jeden der beiden Kanäle des Verstärkers einen eigenen Netztrafo zu verwenden?
- Antwort: Ein kanalgetrennter Netzteil für die Endröhren könnte geringfügige Vorteile in der räumlichen Abbildung bringen, aber nur bei Verwendung von zwei Netztrafos. Ein Trafo und zwei Wicklungen am selben Kern würden Folgendes bewirken: Spannungsänderungen auf einer Wicklung würden sich auf die andere Wicklung übertragen. Konsequent, aber auch aufwendig, wären stabilisierte Spannungen für die Endröhren. Bei ITM BicepTube arbeiten die Endröhren - je nach Einstellung durch die Kathoden-Widerstände - ziemlich weit im A-Betrieb. Dadurch gibt es kaum Stromänderungen in Abhängigkeit vom Signal und dadurch nur sehr geringes Übersprechen zwischen den Kanälen.
- Frei verdrahteter Aufbau? - Nur sinnvoll, wenn andere Röhren verwendet werden sollen.
- Frage: Wäre nicht die freie Verdrahtung als Alternative zur Platine besser?
- Antwort: Bei der Platine wird eine Seite als Massefläche verwendet. Das bedeutet Schirmung für signalführende Leiterbahnen und geringste Widerstände in der Masseleitung. Das klangliche Ergebnis ist dadurch hervorragend gut. Freie Verdrahtung ist daher nur dann sinnvoll, wenn andere Röhren verwendet werden sollen. Beispielsweise Trioden als Endröhren oder andere Eingangsröhren wie beispielsweise 6SL7, die andere als die verwendeten Fassungen brauchen. Wenn bei der freien Verdrahtung Silberdraht verwendet wird, könnte das klangliche Ergebnis vielleicht noch etwas besser werden. Ein frei verdrahteter Aufbau sollte freilich nur von versierten Elektronikern durchgeführt werden. Eine frei verdrahtete Version mit normalem Schaltdraht ist mit Sicherheit nicht besser als die Verwendung der extrem sorgfältig gefertigten und jeweils einzeln geprüften "praktiker"-Platine. Für die Verwendung der Platine spricht eine mit Sicherheit erreichbare hohe Qualität bei gleichzeitig optimaler Nachbausicherheit.
- Warum nicht Triode für Triodenschaltung? - Das hat mehrere Gründe.
- Frage: Ich will ITM BicepTube als Tridenschaltung verwenden. Wäre es dafür nicht günstiger, gleich eine Triode statt einer Pentode im Triodenbetrieb zu verwenden?
- Antwort: Die Pentode bietet vielfältigere Einsatzmöglichkeiten der Platine - Eine Platine für drei Varianten, die jederzeit geändert werden können. Entweder zur besseren Anpassung an andere Lautsprecher oder zum Austesten der günstigsten Betriebsart im individuellen Zusammenspiel mit vorhandenen Lautsprechern.
- Einfachere Anwendung der Pentode durch indirekte Heizung im Vergleich zur direkten Heizung beispielsweise bei den Trioden 300B oder 2A3, die jeweils eine eigene (!) Heizwicklung benötigen.
- Niedrigerer Preis: Beispielsweise 300B kostet mehr als doppelt so viel wie eine KT-88.
- Leichter beschaffbar.
- Röhrenfassungen für die Printmontage sind beispielsweise für die 300B nicht erhältlich.
Wenn die Schaltung frei verdrahtet aufgebaut wird, könnten freilich auch Trioden verwendet werden. Die Eingangs- und Phasenumkehr-Stufe müssten dafür nicht verändert werden. Nur die Kathoden-Widerstände sowie die Gitterableitwiderstände der Endröhren müssten angepasst werden. Ein Modifikationsvorschlag dafür ist nicht vorgesehen.
- Lautstärkepotentiometer mit 10kOhm ist möglich ohne Röhrenvorstufe.
- Frage: In vielen Artikeln im Web (DACT / ELMA / EnjoyTheMusic etc.) wird für die Dimensionierung des Lautstärke-Regler empfohlen, die Last möglichst klein zu halten (10 kOhm). Warum aber empfiehlt "praktiker" 50kOhm für den Lautstärke-Regler?
- Antwort: Der Widerstandswert eines Lautstärkepotentiometers hängt von den angeschlossenen Signalquellen ab. Bei der Verwendung von CD-Spielern, Tunern, MD-Playern etc. kann ein Wert von 10 kOhm verwendet werden. Dies ist meistens auch der Wert, der von den Geräteherstellern als Minimalwert angegeben wird. Wenn als Quelle eine Röhrenvorstufe verwendet werden soll - resp. eines der Quellgeräte eine Röhrenvorstufe hat -, die im Ausgang einen Koppelkondensator besitzt, muss - in Abhängigkeit vom Wert dieses Kondensators - der Widerstandswert höher gewählt werden.
Der Koppelkondensator und der Widerstand bilden einen Hochpaß, der bei einer falschen Wahl des Widerstandswertes zu einer Beschneidung der niedrigen Frequenzen führen würde. Folglich sind bei der Kombination beispielsweise von ITM GroovTube und ITM BicepTube 50 kOhm sinnvoll.
Da ITM BicepTube einen hohen Wert des Eingangswiderstandes und geringste Kapazitäten im Eingang aufzuweisen hat, führt der höhere Wert des Lautstärkepotentiometers zu keinen Einbußen in der Klangqualität. Wenn keine Röhrenvorstufe verwendet werden soll, kann der Wert des Potentiometers freilich auch auf 10 kOhm reduziert werden. Also beispielsweise auch bei einer so genannten Passiven Vorstufe (nur Lautstärkeregler und Eingangswahlschalter, keine Elektronik) bzw. - gleichbedeutender - Ausführung von ITM BicepTube als Vollverstärker.
Insgesamt würde ITM BicepTube als Vollverstärker mit einem auf 10 kOhm geänderten Potentiometer nicht mehr universell einsetzbar sein, weil dann bei Anschließen eines Geräts mit Röhren-Vorstufe vorher der Potentiometer auf den eigentlichen Wert 50 kOhm geändert werden müsste. Das kann beispielsweise der Fall sein bei separaten Phono-Vorverstärkern ohne eigene Lautstärkeregelung. Bei ständig angeschlossenem Vorverstärker mit Lautstärke-Regler (beispielsweise ITM GroovTube) wäre ITM BicepTube idealerweise freilich als Endstufe - und daher ohne eigenen Lautstärke-Potentiometer - auszuführen.
- Angabe von Messwerten zu ITM BicepTube wäre nicht sinnvoll.
- Frage: Gibt es Messwerte bzw. Leistungsdaten zu ITM BicepTube?
- Antwort: Eine Angabe der Messwerte bzw. Leistungsdaten ist nur ungefähr möglich, da diese von der Beschaltung der Endröhren und der Gegenkopplung abhängen. Die Leistung variiert zwischen 12 und ca. 25 Watt. Auch die Eingangsempfindlichkeit ist von diesen Parametern abhängig, ebenso natürlich der Dämpfungsfaktor. Dieser ist mit der Triodenschaltung der Endröhren und der maximalen Gegenkopplung, wie in der Bauanleitung beschrieben, am größten.
- Gegenkopplungswiderstand kann erhöht werden - ist Geschmackssache.
- Frage: In der Bauanleitung ist angegeben, bis zu welchem Wert der Über-Alles-Gegenkopplungswiderstand verringert werden kann. Kann dieser Wert auch erhöht werden, bzw. kann auf die Gegenkopplung ganz verzichtet werden? Würden sich ohne Gegenkopplung klangliche Verbesserungen ergeben?
- Antwort: Wie Sie wollen, Geschmackssache. Der Wert des Gegenkopplungswiderstandes kann natürlich auch vergrößert werden. Auch ein Verzicht auf Gegenkopplung ist ohne die Gefahr einer Funktionsstörung des Verstärkers möglich. Die Schwingneigung eines Verstärkers nimmt immer mit zunehmender Gegenkopplung zu, wenn nicht entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Ein sauber konstruierter Verstärker funktioniert auch ohne Gegenkopplung einwandfrei, nur der Ausgangswiderstand nimmt zu. Davon ist das klangliche Ergebnis im Zusammenspiel mit der Lautsprecherimpedanz abhängig. Da das Klangempfinden sehr subjektiv ist, empfiehlt es sich, verschiedene Varianten der Gegenkopplung, bzw. keine Gegenkopplung miteinander zu vergleichen. Dennoch: Die in der Bauanleitung angegebenen Daten sind jene, die als optimal ermittelt wurden.
- Bis zu welcher Leistung im Class A-Betrieb - hängt vom Kathodenwiderstand der Endröhren ab.
- Frage: Bis zu welcher Leistung befindet sich der Verstärker im Class-A-Betrieb?
- Antwort: Bis zu welcher Leistung sich der Verstärker im Class-A-Betrieb befindet, hängt vom Katodenwiderstand der Endröhren ab - je kleiner der Widerstand, umso weiter spielt der Verstärker im A-Betrieb. Der beste Klang wurde bei ITM BicepTube mit den vorgeschlagenen Übertragern (siehe zu diesem Projekt angebotene Bauteile) bei einem Katodenwiderstand von 180 Ohm erzielt. Der Ruhestrom der Endröhren liegt dabei bei ca. 80 mA, die Verlustleistung bei ca. 26 Watt, damit wird die Röhre nicht übermäßig belastet, was ihrer Lebensdauer zugute kommt. Eine Erhöhung des Ruhestromes brachte keine Verbesserung des Klanges, er wurde eher schlechter.
- EL-34 von Sovtek besser? - Nein, Geschmackssache.
- Frage: Was halten Sie von EL-34 von Sovtek, diese sollen angeblich besser als EL-34 anderer Marken sein?
- Antwort: Die EL34 von Sovtek ist klanglich sicher in Ordnung, auch hier ist die klangliche Beurteilung ausschließlich von subjektiven Faktoren abhängig. Deshalb ist die klangliche Beschreibung von BicepTube auch nicht ausführlicher. Wir können nur die Reaktionen von Lesern wiedergeben, die BicepTube gebaut haben. Zu unserer Freude sind diese höchst positiv.
- Schöne Mitten und Höhen hat BicepTube mit allen Röhren.
- Frage: Welche Röhren würden Sie empfehlen, wenn man auf besonders schöne Mitten (Gesang) und Höhen Wert legt?
- Antwort: Schöne Mitten und Höhen hat BicepTube immer, seine Stärken liegen gerade bei der Wiedergabe von Stimmen und natürlichen Instrumenten mit all ihren Klangfarben und Feinheiten.
- Endröhre 6L6 nicht unbedingt besser als EL34.
- Frage: In der Bauanleitung zu ITM BicepTube wird als mögliche End-Röhrenbestückung auch die 6L6 erwähnt. Neben der EL 34 wäre diese Röhre eine preiswerte Alternative zu doch recht teuren Röhren wie KT 88 und 6550, die nebenbei auch weniger Heizstrom benötigt. Die 6L6 GC scheint jedoch einen recht scharfen Übergang in der Kennlinie zum nichtlinearen Bereich zu haben. Also: Mit welchem Katodenwiderstand bzw. Ruhestrom muss diese Röhre betrieben werden damit sie in ITM BicepTube im optimalen Bereich arbeitet und welche Ausgangsleistung ist damit im Vergleich zu den anderen Röhren möglich?
- Antwort: Die 6L6GC kann mit den selben Katodenwiderständen betrieben werden wie die KT88, die Leistung dürfte geringfügig niedriger sein. 150 Ohm sind der minimal zulässige Wert. Die Verlustleistung der Röhre muss im Betrieb überprüft werden. Der höchst zulässige Wert sind 30 Watt. Allerdings sollten für eine lange Lebensdauer 20 Watt nicht wesentlich überschritten werden. Klanglich liegt diese Röhre - so die Einschätzung von Wolfgang Paltauf - unter der EL34 und damit auch unter der KT88.
- Soft-Start und Standby-Schaltung? - Unnötig.
- Frage: In manchen Büchern wird empfohlen zur Schonung der Endröhren einen Soft-Start und eine Standby-Schaltung vorzusehen, wobei die Anodenspannung verzögert zugeschaltet bzw. abgeschaltet wird. In einer anderen Publikation wird dagegen behauptet, dass bei ohne Anodenspannung beheizten Röhren die Katoden "veröden" und daher vorzeitig ausfallen. Stimmt dies, und welche röhrenschonende Betriebsweise empfehlen Sie? Kann man die Anodenspannung, statt sie völlig abzuschalten, auch nur durch einen zugeschalteten Vorwiderstand reduzieren um in Spielpausen eine Schonung zu erreichen. Und wenn ja, wieweit sollte die Spannung abgesenkt werden?
- Antwort: Wenn man alte Röhrenkataloge und Lehrbücher durchliest wird von einer Heizung der Röhren ohne Anodenspannung abgeraten, weil die Katoden dadurch in ihren Emissionseigenschaften eingeschränkt werden. Die einzige Möglichkeit für eine sinnvolle Standby-Schaltung besteht in einer Reduktion des Ruhestromes. Bei ITM BicepTube bestünde die Möglichkeit einer Teilung des Katodenwiderstandes und der Überbrückung eines dieser Widerstände durch einen Schalter. Andererseits spielen beispielsweise Verstärker von Wolfgang Paltauf schon seit Jahren ohne Standby-Schaltung auch im Dauerbetrieb (Platten- bzw. CD-Geschäft) mit dem selben Röhrensatz, ohne jemals nachreguliert worden zu sein. Diese Geräte besitzen auch keinen Softstart. Die beste Möglichkeit zur Schonung der Röhren ist, in kurzen Hörpausen den Verstärker eingeschaltet zu lassen, bzw. den Verstärker nicht aus- und sofort wieder einzuschalten. Die einzig empfindliche Stelle bei manchen Röhren sind die Heizfäden. Diese sind nämlich Kaltleiter, d. h. dass nach dem Einschalten kurzzeitig ein höherer Strom durch die Heizung fließt. Wolfgang Paltauf: "Aber auch durch diesen Umstand hatte ich in meiner langjährigen Tätigkeit mit Röhren erst ganz wenige Schäden. Bei dem Entwurf von ITM BicepTube waren für mich die klanglichen Vorteile einer Wechselstromheizung ohne Softstart wichtiger als eine eventuelle Verlängerung der Lebensdauer einer billigen Vorröhre. Bei Endröhren hatte ich noch nie einen Schaden durch das Einschalten eines Gerätes ohne Softstart."
- Kapselung der Ausgangstrafos nicht empfehlenswert.
- Frage: Wirkt sich die Kapselung der Ausgangstrafos in Stahlblechgehäuse zur magnetischen Abschirmung negativ auf deren Eigenschaften aus?
- Antwort: Bei Trafos von guter Qualität ist eine Abschirmung nicht nötig. Im Fall von ITM BicepTube müssen die Abstände vor allem zur Platine - also zu den auf Einstreuung empfindlichen Bauteilen - eingehalten werden. Die Abschirmung eines Trafos verändert seine Eigenschaften. Wenn man eine Fleißaufgabe machen will, könnte man die Ausgangstrafos 90° verdreht zueinander montieren, sofern ihr Abstand zueinander kleiner als 10 cm ist. Dies wurde beim Labormuster von ITM BicepTube nicht gemacht und es gibt dennoch keinerlei Probleme mit gegenseitiger Beeinflussung.
- Bi-amping ist möglich.
- Frage: Da meine Lautsprecher mit einem Biwiring-Terminal ausgestattet sind und somit auch die Frequenzweiche für TT und HT getrennt aufgebaut ist, stellt sich nun die Frage, ob es denn nicht möglich ist, ITM BicepTube in einer "Bi-Amping-Konfiguration" zu verwenden. Das wäre natürlich umso mehr interessant, da sich hier die Möglichkeit ergibt, einen Stereoverstärker für jeden Kanal einzusetzen, sozusagen als doppelten Monoblock und entsprechend die Leistung - insbesondere im Triodenbetrieb - zu verdoppeln. Mal abgesehen von den dadurch entstehenden Kosten kommt die Frage auf, ob der Verstärker da überhaupt mitmacht, wenn er den Hochtonzweig ansteuert und somit über einen Kondensator auf den Lautsprecher wirkt, nicht Probleme entstehen können, da ja in der Bauanleitung davor gewarnt wird, dass der Verstärker auf keinen Fall ohne Last betrieben werden darf. Der Serienkondensator zum Hochtöner bewirkt ja bei niedrigen Frequenzen eine steigende Impedanz.
- Antwort: Natürlich kann man ITM BicepTube für bi-amping einsetzen. Es wäre denkbar, im Verstärkereingang einen kleinen Koppelkondensator als Hochpaß einzusetzen, um die tiefen Frequenzen auszukoppeln, notwendig ist es aber nicht.
- 6-Ohm-Lautsprecher an 4-Ohm- oder 8-Ohm-Anschluss? - Egal.
- Frage: Mein Röhrenverstärker hat Lautsprecher-Ausgänge mit 4 Ohm und 8 Ohm Impedanz. An welchen Anschluss soll ich meine 6-Ohm Lautsprecher anschließen?
- Antwort: Für den Verstärker ist es egal. Am 4-Ohm-Anschluss ist die Lautstärke kleiner und daher feiner regelbar, am 8-Ohm-Anschluss ist die Lautstärke mit den 6-Ohm-Lautsprechern größer. Evtl. ist das Klangbild unterschiedlich. Wählen Sie daher nach Hörgeschmack resp. Ihren Wünschen nach erzielbarer Maximal-Lautstärke.
- Leitplastik-Potentiometer nicht für HighEnd-HiFi (ITM BicepTube als Vollverstärker / ITM GroovTube).
- Frage: So genannte Leitplastik-Potentiometer haben optimale Gleichlauf-Eigenschaften, vor allem im ersten Drittel des Einstellbereichs bessere als die konventionellen von "praktiker" empfohlenen Typen von Alps. Leitplastik-Potentiometer sind erheblich teurer, aber ich will gerne leise spielen, daher ist mir das wichtig.
- Antwort: Leitplastik-Potentiometer haben sich wegen nicht so optimaler Klangeigenschaften in "praktiker"-Tests als nicht so empfehlenswert für HighEnd-HiFi-Anwendungen herausgestellt. Es ist korrekt, dass die Gleichlauf-Eigenschaften von Leitplastik-Potentiometern über den gesamten Einstellbereich optimal sind. Konventionelle Typen haben die besten Gleichlauf-Eigenschaften im normalerweise wichtigsten Einstellbereich im mittleren Drittel. Wenn öfter leise gespielt werden soll, empfiehlt "praktiker" einen Vorwiderstand von 10 kOhm, wodurch der Einstellbereich nach oben verschoben wird und solcherart die Gleichlaufeigenschaften für Leisespielen zusätzlich verbessert werden. Bei den höchstwertigen Typen von Alps - es gibt von diesem Hersteller auch billigere! - sollten die Gleichlauf-Eigenschaften allerdings auch im ersten Drittel des Einstellbereichs ziemlich perfekt sein.
[!> Wenn Sie eine Frage zur Schaltung, ein Problem beim Aufbau oder bei der Beschaffung von Bauteilen haben die Sie im Heft nicht beantwortet finden, senden Sie uns bitte ein E-Mail an labor@praktiker.at.
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Speziell zu ITM GroovTube MM/MC:
Korrekturen, Ergänzungen und Ersatztypen für Bauteile
Korrekturen, Ergänzungen zu ITM GroovTube - Stückliste aus Nr. 4 / 2000:
- R81 / R82 (1 MOhm) fehlen in der Stückliste. Diese Bauteile sind sowohl im Schaltplan als auch auf der Platine korrekt angegeben.
- R83 / R84 (5,6 Ohm) fehlen in der Stückliste. Diese Bauteile sind sowohl im Schaltplan als auch auf der Platine korrekt angegeben.
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Speziell zu ITM GroovTube MM/MC:
Antworten aus dem "praktiker"-Labor - Lösungen zum Aufbau
- Leitplastik-Potentiometer nicht für HighEnd-HiFi (ITM BicepTube als Vollverstärker / ITM GroovTube).
- Frage: So genannte Leitplastik-Potentiometer haben optimale Gleichlauf-Eigenschaften, vor allem im ersten Drittel des Einstellbereichs bessere als die konventionellen von "praktiker" empfohlenen Typen von Alps. Leitplastik-Potentiometer sind erheblich teurer, aber ich will gerne leise spielen, daher ist mir das wichtig.
- Antwort: Leitplastik-Potentiometer haben sich wegen nicht so optimaler Klangeigenschaften in "praktiker"-Tests als nicht so empfehlenswert für HighEnd-HiFi-Anwendungen herausgestellt. Es ist korrekt, dass die Gleichlauf-Eigenschaften von Leitplastik-Potentiometern über den gesamten Einstellbereich optimal sind. Konventionelle Typen haben die besten Gleichlauf-Eigenschaften im normalerweise wichtigsten Einstellbereich im mittleren Drittel. Wenn öfter leise gespielt werden soll, empfiehlt "praktiker" einen Vorwiderstand von 10 kOhm, wodurch der Einstellbereich nach oben verschoben wird und solcherart die Gleichlaufeigenschaften für Leisespielen zusätzlich verbessert werden. Bei den höchstwertigen Typen von Alps - es gibt von diesem Hersteller auch billigere! - sollten die Gleichlauf-Eigenschaften allerdings auch im ersten Drittel des Einstellbereichs ziemlich perfekt sein.
[!> Wenn Sie eine Frage zur Schaltung, ein Problem beim Aufbau oder bei der Beschaffung von Bauteilen haben die Sie im Heft nicht beantwortet finden, senden Sie uns bitte ein E-Mail an labor@praktiker.at.
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Speziell zu ITM BicepCone:
Korrekturen, Ergänzungen zur Bauanleitung
- Baupläne vertauscht. In der Bauanleitung zu ITM BicepCone sind irrtümlich Texte unter den Plänen falsch zugeordnet. Die Skizzen in "praktiker" Nr. 6 / 2002 auf den Seiten 20 und 21 zeigen demnach die kleine Box, die Skizzen auf den Seiten 22 und 23 zeigen die große Box.
[!]
Der Breitband-Horn-Lautsprecher "ITM BicepCone" ist in der vorgestellten Ausführung nicht mehr verfügbar, weil die Chassis nicht mehr erhältlich sind. Es gibt von "praktiker" keine Empfehlungen für alternative Lautsprecher-Chassis zu den Bauanleitungen für die "ITM BicepCone"-Lautsprecher-Gehäuse.
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Speziell zu ITM BicepCone:
Antworten aus dem "praktiker"-Labor - Lösungen zum Aufbau
Bislang hatten sich aus der Bauanleitung keine Fragen ergeben.
[!]
Der Breitband-Horn-Lautsprecher "ITM BicepCone" ist in der vorgestellten Ausführung nicht mehr verfügbar, weil die Chassis nicht mehr erhältlich sind. Es gibt von "praktiker" keine Empfehlungen für alternative Lautsprecher-Chassis zu den Bauanleitungen für die "ITM BicepCone"-Lautsprecher-Gehäuse.
[!> Wenn Sie eine Frage zur Schaltung, ein Problem beim Aufbau oder bei der Beschaffung von Bauteilen haben die Sie im Heft nicht beantwortet finden, senden Sie uns bitte ein E-Mail an labor@praktiker.at.
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Die Bauanleitung ist ausschließlich im Heft veröffentlicht. - Der gewerbliche Nachbau oder gewerbliche Einsatz spezieller Schaltungsdetails sowie die gewerbliche Anfertigung von Platinen ist verboten (z. B. Verkauf von Fertiggeräten etc.). Die Zusammenstellung von Bauteilesammlungen zu "praktiker"-Projekten und deren Angebot ist freilich gestattet.