[COVER] ITM praktiker

ITM Newsroom
Meldungen Nr. 1460-1469
praktiker.at/news


Mit "ITM-Newsroom" gibt es für "ITM praktiker"-Leser - nicht regelmäßig! - Kurzmeldungen über aktuell vorgestellte neue Produkte, Technologien und Veranstaltungen sowie Neuigkeiten zu "praktiker" und praktiker.at. - Es geht hier um alle jene Themen, die auch Gegenstand der Berichterstattung des "praktiker" sind: Audio, Video, Foto, TV/Heimkino, Telekommunikation, Navigation, Computer und - sowieso - Multimedia-Technologien.

[!>  Tiefergehende Behandlung der Themen sowie Testberichte, Grundlagenwissen und Hintergründe zu Technologien finden Sie bitte in den "praktiker"-Heften (kostenlos testen: Schnupperabo-Bestellung).



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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1469:

Orange-Übernahme durch Drei ist jetzt sichtbar

(23.08.2013) Seit Montag ist die Übernahme von Orange durch Mobilfunk-Netzbetreiber Drei in Österreich nun auch sichtbar. Von orange.at wird auf drei.at umgeleitet und die Orange-Verkaufsgeschäfte tragen nun das Drei-Logo. Versprochen wird, dass sich die Netzqualität verbessert. Vorläufig sollen noch bis Oktober - bis die Zusammenschaltung der Netze abgeschlossen sein soll - Netzprobleme aus diesem Grund vorkommen. Deutlichste Änderung bei Drei ist, dass es den Tarif "Drei like Home" - wodurch man u.a. in Dänemark und Italien zum Tarif wie innerhalb Österreichs telefonieren kann - nun nicht mehr für neue Verträge gibt. Die bestehenden Verträge mit "Drei like home" bleiben - jedenfalls vorläufig - unverändert.

Bis Ende 2015 soll Drei ein Netz mit insgesamt 6000 Standorten betreiben und auch LTE-Unterstützung bereits gut ausgebaut sein; aber eben auch bis dahin noch nicht überall. Der LTE-Ausbau hängt auch noch vom Erfolg bei Frequenz-Auktionen ab, die für diesen Herbst erwartet werden.

Drei hat damit nun mehr als 3,3 Mio. Kunden, im vorigen Dezember waren es ca. 1,7 Mio. Kunden. Damit hat Drei - als nun drittgrößter Mobilnetzbetreiber - einen Marktanteil von 23,3% in Österreich. Die Zeit mit den Kampftarifen und speziellen Angeboten von Drei wird damit nun vorbei sein, was sich mit der Abschaffung von "Drei like home" bereits andeutet.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1468:

Samsung hat Boxee-Team für Smart-TV übernommen

(20.08.2013) Samsung hatte bereits im vergangenen Juli das Team der Mediacenter-Software "Boxee" übernommen. Kolportiert wird ein Kaufpreis von 30 Mio. USD und ein 45-köpfiges Team. Samsung wird das Know-how des Boxee-Teams wohl u.a. für Smart-TV-Lösungen einsetzen. Boxee zeichnet sich durch gutes Funktionieren und Tauglichkeit für die Wiedergabe praktisch aller einigermaßen relevanter Audio- und Videoformate aus. Es ist zu erwarten, dass Samsung demnächst mit völlig neu überarbeiteten Smart-TV-Anwendungen in ihren Fernsehern aufwarten wird.

Boxee ist eine sehr gut funktionierende Mediacenter-Lösung, die ursprünglich aus dem Software-Projekt XBMC X-Box Media Center hervorgegangen ist. Dieses war vorerst eine Lösung um die Game-Konsole X-Box als Mediacenter zu verwenden. XBMC gibt es nach wie vor als Media Center für verschiedene Betriebssysteme wie Windows, Mac-OS, iOS, Android, Linux (Ubuntu) etc. (siehe xbmc.org).

Boxee ist vor allem breiter bekannt geworden durch die von D-Link herausgebrachte Boxee-Box, die mit Boxee-Software gearbeitet hatte. Diese wird mittlerweile nicht mehr gebaut. Ein letztes Update, das seit Anfang dieses Jahres dafür noch erwartet wurde, dürfte nun nicht mehr kommen (siehe Meldung vom 03.01.2013: D-Link Boxee Box: Letztes Update wohl Ende Jänner).

=>> www.boxee.tv

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1467:

Pirate Bay: PirateBrowser gegen Internet-Zensur

[BILD] Screenshot PrivateBrowser - (c) Screenshot PrivateBrowserPirateBrowser basiert auf Firefox 23, Portable Version mit dem Tor Client Vidalia und soll die Umgehung von Sperren mancher Websites in Staaten mit Internet-Blockaden erleichtern.                                                   Bild: Screenshot PrivateBrowser

(12.08.2013) Von "The Pirate Bay" gibt es mit "PirateBrowser" nun einen Webbrowser, der Bewohnern von Ländern mit Internet-Sperren für bestimmte Websites, den Zugang zu diesen ermöglichen soll. Bei PirateBrowser handelt es sich um eine modifizierte Version von Firefox 23, Portable Version in Verbindung mit dem Tor-Client Vidalia. Damit soll es auch ohne spezielle Kenntnisse für jedermann leicht möglich sein, die Internet-Sperren zu umgehen.

Lt. der Website piratebrowser.com richtet sich "PirateBrowser" an Bewohner von Ländern mit Internet-Zensur wie Iran, Nordkorea, United Kingdom, Niederlande, Belgien, Finnland, Dänemark, Italien und Irland.

Über Tor-Server kann zumindest gegenüber den staatlichen Zensursperren verschleiert werden, welche URLs angefragt werden wodurch die Sperre für gesperrte Websites umgangen werden kann. Tatsächlich anonymes Surfen ist damit freilich nicht möglich.

=>> piratebrowser.com

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1466:

Xerox-Kopierer scannen falsche Zahlen ins PDF

[BILD] Screenshot dkriesel.com - (c) Screenshot dkriesel.comMan würde glauben, es wäre ein schlechter Witz, aber Xerox-Kopierer speichern Kopien als PDF ab in denen Zahlen aus Dokumenten komplett falsch sein können. Schuld daran ist, dass für das Scannen von Dokumenten nach PDF ein Komprimier-Algorithmus gewählt werden kann, der genau so arbeitet. Oben: original, unten: kreative Kopie.                                                   Bild: Screenshot dkriesel.com

(07.08.2013) Der deutsche Informatiker David Kriesel hat einen gravierenden Fehler bei Scankopierern von Xerox entdeckt. Bei diesen werden auf PDFs, die aus eingescannten Dokumenten erstellt werden u.a. falsche Zeichen übertragen. Das können beispielsweise Ziffern sein. Dies betrifft beispielsweise die Modelle Xerox WorkCentre 7535 und 7556. Es handelt sich dabei um multifunktionale Bürokopierer, die eben u.a. auch PDFs von Papiervorlagen erstellen.

Grund dafür dürfte die JBIG2-Kompression sein, die als Option zur Auswahl steht. JBIG2-Kompression ist eine besonders starke Komprimierung. Diese wird eben u.a. dadurch erreicht, dass gleich ganze "Kacheln" von Bildinhalten - wenn ein Bereich irgendwie ähnlich aussieht - einfach dupliziert werden. Wenn die Größe dieser "Kacheln" zu groß eingestellt ist und daher ganze Zeichengruppen erfassen kann, dann passiert eben das, was hier passiert. Es dürfte also nicht nur das Funktionsprinzip das Problem sein, sondern auch, dass für diesen Modus die Komprimierung zu stark voreingestellt sein dürfte und daher einen zu großen Bereich jeweils zusammenfasst. Bei Fotos ist das Ergebnis nach diesem Verfahren vielleicht noch einigermaßen brauchbar. Wenn aber Bereiche ausgetauscht werden, in denen die Darstellung nicht nur rein dekorativen Charakter hat - eben Ziffern und sonstige Zeichen - ist das Ergebnis selbstverständlich völlig unbrauchbar. Die Funktionsweise von JBIG2 - und diese Besonderheit - ist allerdings bekannt.

Wenn man bei den Xerox-Kopierern die Voreinstellung verwendet, wird JBIG2 nicht angewandt und die Ergebnisse haben zumindest nicht diesen Fehler.

JBIG2-Komprimierung wohl generell ein Problem für Text-Scans

JBIG2-Kompromierung - so parametriert wie hier bei den Xerox-Kopierern - dürfte wohl in allen Fällen, wo das für einen ähnlichen Zweck eingesetzt wird, ein großes Problem darstellen. Möglicherweise auch schon seit Jahren. Es ist lediglich bislang offenbar niemandem aufgefallen.

Das Knifflige bei dieser Anwendung ist es, dass das Ergebnis ja "richtig" ausschaut. Der Fehler ist nur durch direkten Vergleich mit dem Original erkennbar. Es ist bei diesem Verfahren also nicht so, dass durch die hohe Komprimierung einfach kleinere Textpassagen verwaschen - also nicht wirklich dargestellt - werden. Genau aus diesem Grund sollte eigentlich eine solche Komprimiermethode für solche Anwendungen nie eingesetzt werden.

Selbstverständlich braucht kein Mensch eine Kopie von irgendwas, wenn diese Kopie lediglich nett ausschaut, aber inhaltlich unverbindlich ist.

Möglicherweise werden nun massenhaft PDF-Kopien neu eingescannt werden müssen - sofern die Papier-Originale als Vorlage hoffentlich noch vorhanden sind. Xerox will bei Auswahl einer höheren Komprimierung einen Hinweis auf die mögliche Datenverfälschung anzeigen lassen, so eine der ersten - verblüffend gelassenenen - Reaktionen von Xerox.

David Kriesel erläutert den von ihm entdeckten Fehler bei den Xerox-Scankopierern sehr ausführlich.

=>> www.dkriesel.com/blog/2013/0802_xerox-workcentres_are_switching_written_numbers_when_scanning

Nachtrag am 08.08.2013: Wie Xerox in ihrem Blog ankündigt - siehe blogs.xerox.com: Update on Scanning Issue: Software Patches To Come -, werde es nun doch ein Update für die von dem oben beschriebenen Fehler betroffenen Geräte geben. Um welche Produkte es sich dabei handelt, wird vorerst nicht angegeben. Der Fehler betrifft die Scan-Funktion bei zu hoher eingestellter Datenkomprimierung. Bei Belassen der Voreinstellungen tritt der Fehler nicht auf ebenso nicht bei normalem Kopieren.

Interessant wäre freilich auch ein Hilfsprogramm mit dem eruiert werden könnte, nach welcher Komprimierungsmethode ein PDF erstellt worden ist um evtl. von dem Fehler betroffene Dokumente nachträglich identifizieren zu können. Dies ist vorläufig nicht angekündigt.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1465:

Strong erweitert Thomson-Produkte für AV, Medizin

[BILD] Thomson DS200B AIR - (c) StrongStrong baut sein Angebot an Thomson-Produkten für die Bereiche AV und Medizin weiter aus. Unter den neuen Produkten ist beispielsweise der Thomson DS200B AIR (Bild) als tragbarer Lautsprecher mit insgesamt 120W Musikleistung. Die drahtlose Verbindung über Bluetooth oder Airplay zu mobilen Geräten ist innerhalb weniger Sekunden hergestellt.                     Bild: © Strong

(07.08.2013) Strong ist besonders bekannt als führender Hersteller für Sat- und andere TV-Receiver der Marken Strong und Thomson und vertreibt auch ein umfassendes Sortiment an Thomson-Fernsehern in mehreren europäischen Ländern. Strong erweitert nun in Österreich, Deutschland, Bulgarien und der Ukraine sein Angebot um Thomson-Produkte aus den Bereichen Audio- und Video- sowie medizinischen Produkten.

Die Audio/Video-Produkte von Thomson haben ein anspruchsvolles Design und bieten hohe Performance mit hochwertigem Sound. Das Audiosortiment umfasst 5.1-Heimkino-Systeme, platzsparende Bluetooth-Lautsprecher, Soundbars und Docking-Systeme für iPod/iPhone sowie vielseitige Mikro-HiFi-Anlagen, Boomboxen, Radios und Radiowecker. Im Bereich Video werden DivX-zertifizierte DVD-Player und tragbare DVD-Player für Unterwegs mit einem oder zwei Bildschirmen angeboten.

Die Soundbar SB300B überzeugt mit elegantem Design. Das 2.1-System enthält einen Verstärker für eine Musikleistung von insgesamt 450 W mit einem 250 W Subwoofer für kräftige Bässe. Darüber hinaus kann er drahtlos mit allen Bluetooth-kompatiblen Geräten wie Smartphones, Tablets oder PCs verbunden werden.

DS200B AIR ist ein handlicher tragbarer Lautsprecher mit einer Musikleistung von insgesamt 120 W. Drahtlose Verbindung über Bluetooth oder Airplay ist in wenigen Sekunden eingerichtet. Airplay ist die ultimative Lösung für das drahtlose Hören von Musik von einem iPod Touch, iPhone, iPad oder Computer mit iTunes. Er ist kompakt und verteilt durch die neuesten Technologien präzisen und kraftvollen Sound.

Die Mikro-HiFi-Anlage MIC102B mit einer Musikleistung von 2x20 W hat Touch-Tasten, einen digitalen UKW-Tuner, 20 voreingestellte Radio-Stationen und einen USB-Anschluss für die Wiedergabe von Musik-Dateien, die auf externen USB-Geräten gespeichert sind. MIC102B kann auch mit Bluetooth-kompatiblen Geräten verbunden werden und Musik abspielen, die darauf gespeichert ist.

Medizinische Produkte von Thomson werden online verkauft

Das Sortiment der medizinischen Produkte besteht aus klinisch getesteten Messgeräten für Temperatur, Blutdruck, Blutzucker, sowie Pulsoximeter und umfangreiches Zubehör. Es wird in Deutschland und Österreich online vertrieben. Sowohl für die Gesundheitsversorgung als grundlegende medizinische Diagnostik oder für die erste medizinische Hilfe.

TDCM300SG ist ein komplettes Starter-Kit mit Blutzuckermessgerät, Teststreifen, Stechhilfe und sterilisierten Lanzetten, Kontroll-Lösung und einem Logbuch zur Aufzeichnung von Messungen. Klein und leicht kann es diskret in seiner kleinen Tragetasche transportiert werden.

Das Oberarm-Blutdruckmessgerät TBPI901A ist mit den neuesten Technologien ausgestattet, einfach zu bedienen und verfügt über einen Speicher-System, das Daten von bis zu zwei Benutzern speichert.

=>> www.thomsonstb.net

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1464:

Google Indoor Maps: Erste Gebäude in Österreich

(24.07.2013) Wenn man bei Google Maps auf ein Gebäude zoomt bekommt man ab sofort auch bei einigen Gebäuden in Österreich einen Plan der Innenräume zu sehen. Darunter sind vorläufig beispielsweise die Universitäten von Wien, Graz, Innsbruck, einige Museen sowie Hofburg (!), Schloss Schönbrunn, SCS Shopping City Süd etc.

Zudem gibt es die Möglichkeit, sich in Verbindung mit Navigation anzeigen zu lassen wo im Haus man sich befindet. Damit können sich beispielsweise Studenten auch innerhalb ihrer Universität zurechtfinden. Selbstverständlich reduziert das auch Vorbereitungskosten für Einbrüche. Fluchtwege können solcherart noch bequemer geplant werden. Für diesen Zweck sind einige Museen schon ein Anfang.

Da Google in allen Bereichen in kleinen Schritten vorgeht, dürfte es wohl in ein paar Jahren möglich sein, zu den Gebäudeplänen auch Fotos hochzuladen. Beispielweise bei der Bildersuche wurden Google vorerst winzige Fotos zur Suchanzeige zugestanden. Diese werden seither zunehmend größer.

Gebäudepläne können bei Google (maps.google.com/floorplans/) hochgeladen werden. Man muss dabei bestätigen, dass man berechtigt ist, die Pläne offenzulegen.

[!> Der aus Wien stammende US-amerikanische Motivationsforscher Dr. Ernest Dichter hatte das einmal ausgetestet: Es würde sich wohl niemand in den Vorgarten seines Hauses ein riesiges Schild stellen lassen. Aber es geht, wenn man zuerst darum bittet, einen Zettel anzubringen, dieser dann später zu einem kleinen Schild wird und das immer größer wird, sodass man irgendwann vom Haus nicht mehr viel sieht. Das beherzigt eben auch Google. Geheimdienste werden auch nicht unglücklich sein, dass ihnen so viel an Material völlig freiwillig von den Schafen dieser Welt geliefert wird.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1463:

SIM-Karten: Sicherheits-Leck über JavaVM entdeckt

(23.07.2013) Wie Karsten Nohl von "Security Research Labs" (srlabs.de) - eine Firma, die Sicherheitslücken ausspäht - entdeckt hat, gibt es eine Sicherheitslücke bei - vor allem älteren - SIM-Karten über die Verschlüsselung "DEM". Die ITU - eine Teilorganisation der UNO - hat am Sonntag eine diesbezügliche Warnung veröffentlicht. - Betroffen sein sollen primär SIM-Karten, die vor dem Jahr 2008 ausgegeben wurden.

Bei neueren SIM-Karten wird "3DEM" zur Verschlüsselung eingesetzt, das - lt. "Security Research Labs" - zumindest nicht ganz so unsicher ist wie "DEM" und neuerdings wird auch "AES" eingesetzt, das vorerst als sicher gilt.

Die Lücke wird über die auf den SIM-Karten für Zusatzdienste enthaltene JavaVM - unter der Java-Programme ablaufen können - erreicht. Diese JavaVM wird nicht für die Nutzung der eigentlichen Kommmunikationsfunktionen für Telefonieren und Internet-Zugang benötigt.

Im Prinzip funktioniert das Knacken des Systems so, dass nicht angezeigte SMS mit Programmcode ausgeführt werden. Diese bieten dann Zugang zu den Daten auf der Karte und umgehen auch die Verschlüsselung der Telefonate. Das Abhören der über GSM geführten Kommunikation ist an sich sowieso schon möglich und daher nicht neu. Kritisch ist es nur, dass auf diese Art dann evtl. Kreditkartendaten ausgelesen, Mehrwert-SMS abgesezt und auch Zahlungen vorgenommen werden können.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene SIM-Karte geknackt wird ist wohl sehr klein. Sicher ist man jedenfalls, wenn man die Mehrwert-Dienste resp. Mehrwert-SMS generell abschaltet - das kann man im Service-Bereich unter den Einstellungen auf der Website des Netzbetreibers selbst vornehmen. Falls man diese sowieso nicht verwendet, sollten die sowieso abgeschaltet sein. Zusätzlich ist es wohl auch günstig - zumindest vorübergehend - alle Bezahlfunktionen abzumelden.

Ob eine SIM-Karte im Sinne der nun gemachten Entdeckungen sicher ist oder nicht, kann man selbst nicht herausfinden. Jene, die ab 2008 ausgegeben wurden, sollten jedenfalls nicht betroffen sein. Bei jenen, die früher ausgegeben wurden ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie betroffen sind. Der Netzbetreiber weiß es freilich und es ist zu erwarten, dass alle jene mit nunmehr unsicherer SIM-Karte diese ausgetauscht bekommen.

Karsten Nohl will diesen Hack - den er vorest angekündigt hat - bei der Sicherheitskonferenz "Black Hat" in der nächsten Woche vorstellen. Lt. Nohl ist es möglich, die JavaVM zu zerstören, indem per SMS zehn Fehlermeldungen empfangen werden. Wie das funktioniert, soll dann auch veröffentlicht werden. Wenn jemand die Mehrwertdienste nicht nutzen will und nicht übers Handy bezahlen will, braucht er die JavaVM nicht.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1462:

Panasonic Lumix FZ72: Zoom-Wahnsinn 20-1200 mm

[BILD] Panasonic Lumix FZ72 - (c) PanasonicDie Panasonic Lumix FZ72 bietet neben einem urgewaltigen 60-fach-Zoombereich mit extrem weitwinkeliger Anfangsbrennweite 20 mm äquiv. KB auch sehr weitreichende Fähigkeiten als Camcorder bis Full-HD 50i in AVCHD, aber auch MP4. Das Stereomikrofon an der Oberseite ist ein Zoom-Mikrofon. Es bietet zusätzlich verbesserten Schutz gegen Windgeräusche.                           Bild: © Panasonic

(19.07.2013) Mit der Lumix FZ72 schießt Panasonic sozusagen den Zoom-Vogel ab: Das Objektiv dieser Ultra-Super-Extra-Zoomkamera hat erstens einen 60-fach Zoombereich und darüber hinaus beginnt dieser bei einer sagenhaften Weitwinkel-Brennweite von 20 mm äquiv. KB. Also insgesamt 20-1200 mm äquiv. KB, übrigens mit optischem Bildstabilisator O.I.S. Angesichts des enormen Zoombereichs ist auch die Lichtstärke mit F2,8 bis 5,9 sehr gut und der Abfall bei Tele um etwas mehr als zwei Blendenstufen eine erstaunliche Konstruktionsleistung bei dieser Baugröße.

Die FZ72 hat einen 1/2,3-Inch-Hochempfindlichkeits-MOS-Sensor mit 16,1 Mpx eff. Die Empfindlichkeit ist im Bereich ISO100 bis ISO 6400 einstellbar. Ab ISO 1600 gilt der Hochempfindlichkeitsmodus, was typischerweise bedeuten würde, dass die Qualität bis ISO 800 hinsichtlich Farbcharakteristik noch gut ist.

Für Fotoaufnahmen stehen die Seitenverhältnisse 4:3 (nativ), 3:2, 16:9 und 1:1 zur Auswahl. Schön für diese Kameraklasse ist, dass für Fotos auch das RAW-Format wählbar ist. Bemerkenswert ist zwar eine Serienbildgeschwindigkeit bei mechanischem Verschluss von bis zu 9fps bei voller Auflösung; allerdings bei voller Auflösung nur 3 Aufnahmen in Serie. Angaben für kleinere Auflösungen - wie viele in Serie aufgenommen werden können - liegen vorläufig nicht vor. Der Autofocus arbeitet so schnell, dass Aufnahmen mit Focussierung zwischen den Aufnahmen mit 5fps möglich sind.

Eher erwartungsgemäß sind massenhaft Motiv-Programme und 15 Kreativ-Filter. Zusätzlich zu den üblichen Betriebsarten gibt es - wie bei Panasonic schon Tradition - auch "iA", wobei einige Motivsituationen automatisch erkannt werden und das betreffende Motivprogramm angewandt wird. Nicht unbedingt Standard in dieser Kameraklasse ist, dass Kontrast, Schärfung und Rauschreduzierung eingestellt werden können und auch, dass es einen Custom-Modus gibt für individuelle Voreinstellungen.

Bei Video bemerkenswert ist eine Bildausgabefrequenz von 25fps oder 50fps - es wird also nicht umgerechnet - und gespeichert werden Videos in MP4 oder AVCHD. In AVCHD gibt es als Modi 720, 50p oder Full-HD 1080, 50i. Für MP4 gibt es übrigens auch Full-HD, und zwar 1080 25fps.

Eine der besonderen Neuerungen ist auch das oben am Quasi-SLR-Höcker angebrachte Stereo-Mikrofon. Dieses ist als Zoom-Mikrofon ausgeführt, was für den erzielbaren Telebereich wohl wichtig ist. Wiederum verbessert wurde die Unterdrückung von Windgeräuschen, was Panasonic mit einer Verbesserung um 70% bei 3m/s (11km/h) Windgeschwindigkeit angibt.

Wenn es zu weit weg ist, empfiehlt "praktiker" bekanntlich - wenn es wie bei der FZ72 keinen Anschluss für ein externes Mikrofon gibt -, einen Digital-Audiorecorder direkt bei der Tonquelle - beispielsweise sprechende Personen - zu platzieren. Auch ein Zoom-Objektiv kann die Geräusche, die dazwischen liegen nicht ausfiltern. Die Synchronisierung erfolgt dann einfach in der Nachbearbeitung indem der mit dem Recorder aufgenommene Ton gleichlaufend über den von der Kamera aufgenommenen Ton gelegt wird.

Die FZ72 misst 130 x 97 x 118 mm und wiegt betriebsbereit 606 g. Sie ist also schon eine richtige ernsthaftere Bridge-Kamera, die aber hinsichtlich Aufnahmewinkel für jede Situation bereit ist. Als extra Zubehör gibt es u.a. auch eine Vorsatzlinse für Nahaufnahmen.

Die Panasonic Lumix FZ72 soll im kommenden September um knapp 400 EUR erhältlich werden.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1461:

Opera: Browser-Report führte zu Fehleinschätzung

[BILD] Opers 15, Schnellwahl-Seite - (c) Screenshot Opera 15Der aus Norwegen stammende bisherige Webbrowser für Power-User "Opera" ist seit Version 15 komplett neu. Opera schaut seither wie ein Clone von Google Chrome aus und hat vorläufig einen extrem reduzierten Funktionsumfang. Hier im Bild mit der bereits vor einigen Jahren von Opera erfundenen Schnellwahl-Seite.                                             Bild: Screenshot Opera 15

(13.07.2013) Der aus Norwegen kommende Webbrowser "Opera" wurde bekanntlich von Grund auf neu konzeptioniert seit der Version 15, mit Beschränkung auf wesentlichste Funktionen (siehe Meldung vom 02.07.2013: Opera 15 ist da, klassischer 12.x weiter gepflegt). Auf allgemein wenig Begeisterung gestoßen ist u.a., dass es nun keine Lesezeichen mehr gibt. Bereits vor einigen Tagen wurde nun im Blog des Opera Desktop Team angekündigt, dass sowohl Lesezeichen als auch einige andere Funktionen wieder in Opera integriert werden (siehe my.opera.com/desktopteam/blog: Ctrl+Z of Ctrl+D). Aufgrund von Browser-Reports, die das User-Verhalten analysieren wurde das User-Verhalten falsch eingeschätzt. Offenbar haben primär untypische Opera-User die Browser-Reports erlaubt und damit ein verzerrtes Bild abgegeben. Aus diesen schloss man u.a., dass Lesezeichen nicht mehr gebraucht würden.

Von Opera wurde die Herausnahme der Lesezeichen nun damit begründet, dass man davon ausgegangen wäre, dass praktisch niemand Lesezeichen verwendet. Diese Erkenntnis stammt aus den Ergebnissen der Rückmeldungen zum Nutzungsverhalten von Opera, die automatisch vom Browser anonymisiert an Opera Software geschickt wurden. Die Rückmeldungen zum eigenen Nutzungsverhalten - nach dem Motto "damit wir das Produkt Ihren Wünschen entsprechend entwickeln können" - können bei der Installation deaktivert werden. Ausgewertet werden konnten daher nur die Rückmeldungen jener User, die das nicht deaktiviert hatten.

Der Haken bei der Sache im Wortsinn ist, dass die User von Opera nach konventionellem Zuschnitt - also bis vor Version 15 - primär sogenannte "Power User" sind, die für derartige Funktionen wenig Verständnis haben und diese typischerweise gewohnheitsmäßig deaktivieren. Es scheint also so zu sein, dass Opera Software nur die Rückmeldungen auswerten konnte von jenen Usern, die eher weniger versiert sind und daher diese Funktion nicht deaktiviert hatten. So soll das falsche Bild hinsichtlich der typischen Nutzung von Opera entstanden sein. Deswegen wurden Lesezeichen beim neuen Opera-Browser von vornherein nicht integriert.

Nun wurde angekündigt, dass Lesezeichen demnächst wieder in Opera integriert werden und auch andere bisherige Features von Opera wieder zurückkommen sollen. Welche das sein sollen, wurde allerdings nicht näher angegeben.

Es ist nun zu erwarten, dass Opera für Power-User in seiner Grundausstattung künftig nun doch auch interessant werden könnte. Weitere Funktionen könnten durch zusätzlich installierbare Erweiterungen bereitgestellt werden.

Vorläufig wird noch Opera nach altem Zuschnitt - derzeit aktuell Opera 12.16 - weiterhin gepflegt. Es kommen keine neuen Funktionen mehr, aber es gibt vorläufig noch Bugfixes und Behebung von sich ergebenden Sicherheitslücken. Diese ältere Version ist auf dem Entwicklungsstand von Frühling 2013 und wird daher sicherlich noch zwei oder drei Jahre lang ohne größere Einschränkungen verwendbar sein für jene, die sich davon nicht trennen wollen. So schnell ändern sich die Webstandards ja nicht.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1460:

Snowden: NSA hat Generalschlüssel für MS-Dienste

(12.07.2013) Eigentlich keine Überraschung, sondern erwartungsgemäß: Gestern hatte die britische Zeitung "Guardian" unter Berufung auf Informationen des vormaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden berichtet, dass Microsoft seit Jahren Generalschlüssel für verschlüsselte Dienste für die NSA bereitstellt: www.guardian.co.uk: How Microsoft handed the NSA access to encrypted messages. Alles von VPN Virtual Private Network bis Skype kann demnach normal von der NSA - und auch anderen Spionagediensten der USA - mitgelesen werden. "praktiker" hatte auf die hohe Wahrscheinlichkeit, dass alle diese Verschlüsselungen tatsächlich lediglich dazu tauglich sein könnten, dass der Nachbar oder die eigene Familie etwas nicht lesen kann, bereits seit Jahren hingewiesen. Alles andere wäre eine Überraschung gewesen.

Selbstverständlich ist es jetzt falsch, allein in Microsoft die Bösen zu sehen. Es ist davon auszugehen, dass alle Firmen in den USA mitmachen, die dafür interessant sind. Und diese handeln im Rahmen der Gesetze, auf die - und damit auch auf deren Legitimität - sich auch Microsoft lt. Bericht im "Guardian" beruft.

Es ist wohl auch naheliegend, dass sich die Geheimdienste in den USA bei ihren Helfern mit ausspionierten Firmengeheimnissen - Erfindungen, Entwicklungen, Verfahren, Vereinbarungen mit Kunden, Kostenvoranschlägen etc. - u.a. europäischer Unternehmen revanchieren. VPN ist ja so praktisch und selbstverständlich mit einem Fantastillionen-bit-Schlüssel absolut sicher, weshalb Firmen unbekümmert auch streng geheime Unterlagen darüber bewegen.

Es wäre selbstverständlich auch naiv zu glauben, dass sogenannte "Freie Software" frei von solchen Komfort-Lücken für Geheimdienste wäre. Es wäre nur zu naheliegend, wenn Geheimdienste auch dort ihre Leute sitzen haben, die die passenden Codes in Verschlüsselungsverfahren einschleusen. Und wenn nicht im Code selbst, dann im Compiler oder in Analyseprogrammen, die sowas erkennen könnten. Oder wie auch immer. Es ist jedenfalls nicht anzunehmen, dass mehr als eine Handvoll Leute in der Community überhaupt in der Lage wären, solche Sonder-Features zu entdecken. Und die könnten alle von der NSA eingeschleust sein. Dass Leute von der NSA Verfahren kennen, auf die niemand kommen würde, wäre auch nicht undenkbar.

Die einzige Möglichkeit, etwas einigermaßen wirkungsvoll zu verschlüsseln wäre es wohl, den Algorithmus für die Verschlüsselung grundlegend selbst zu erfinden. Und wenn man das dann durchs Internet schickt und es dann natürlich auch von der NSA "gelesen" wird, werden die ziemlich grantig werden, wenn sie das nicht lesen können und schicken womöglich ein paar nette Leute vorbei. Und wenn innerhalb ein paar Wochen diese Leute nicht vorbeikommen, sollte man den Algorithmus lieber noch verbessern...

Selbstverständlich ist das überspitzt. Wir leben ja als freie Bürger in einer freien Welt. Dass Briefe aus der Post gelesen und Telefone abgehört werden, IMs oder Blockwarte auskundschaften, was unbescholtene Bürger so tun und denken, öffentliche Bereiche mit Kameras überwacht werden und eine freiheitsfeindliche Gesetzgebung dies alles ermöglicht gab es nur in Unrechtsregimen wie beispielsweise der DDR.

Der "Whistleblower" und ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hat eine gewaltige Menge an geheimem Material aus der NSA National Security Agency der USA gestohlen und zumindest einen Teil dieses Materials an einige große Medien weitergegeben, die dies peu à peu veröffentlichen. Allein das, was bislang bekanntgeworden ist dürfte schon alles übertreffen, was noch vor kurzer Zeit als hanebüchene Verschwörungstheorie gegolten hatte.

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Wie von "praktiker" schon seit Jahren empfohlen: Ans Internet nur Computer, auf denen lediglich die Daten und Anwendungen enthalten sind, die für die Nutzung des Internet relevant sind. Wenn man für Updates, die ja fast nur noch online durchgeführt werden können, einen wichtigen Rechner mit dem Internet verbinden muss, sollte das jedenfalls nur so kurz wie unvermeidbar passieren. Cloud-Dienste und Social Networks sind selbstverständlich der Super-Gau für die Privatsphäre.

Selbstverständlich könnte dieser Überwachungswahnsinn nur durch Organe des Staates beendet werden. Der Einzelne kann sich davor nicht schützen, aber es ist vielleicht besser, bei der Überwachung der eigenen Person - oder Ausspionieren der eigenen Firma - nicht durch Dummheit auch noch extra mitzuhelfen. Bei Linux und sonstiger Freier Software ist es lediglich nicht so definitiv sicher, dass man davon ausspioniert wird, aber auszuschließen ist es auch dabei nicht.

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