[COVER] ITM praktiker
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FUNK & KOMMUNIKATION / SERIE

Serienstart in Heft Nr. 8 / 1998 - Der hier vorgestellte Inhalt ist der 1. Teil dieser Serie. - Fortsetzungen folgen auf dieser Website nicht.


Angaben zur Serie Weltempfang-Oldies / "DX-Oldies"

Fortsetzungen dieser Serie sind in den Heften "ITM praktiker" Nr. 8/1998, 1, 3, 5, 7, 11/1999 (6 Hefte). Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Titelstory zur Restaurierung speziell des Grundig Satellit 210 "Transistor 6001" in "ITM praktiker" Nr. 11/1996 (Leseprobe).

Behandelt werden in dieser Serie u.a. folgende Geräte: Zenith Trans-Oceanic 1000, Zenith Royal 7000 Trans-Oceanic, Zenith R-7000, Braun Station T-1000, Braun T-1000 CD, Schaub Lorenz Interkontinental, Nordmende Globetrotter (Serie), Grundig Ocean Boy 202/204, Grundig Satellit 205/208/210, Grundig Satellit 1000/2000, Sony CRF-150/160, Sony CRF-220/230, Sony CRF-320/330, Sony CRF-V21.

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SERIE: Weltempfang-Oldies / "DX-Oldies"

Auf Wellenjagd mit Trommeltuner, Drucktasten & Skalenzeigern: Die transistorisierten Koffer-Weltempfängern der 60er-Jahre faszinierten nicht nur seinerzeit, sondern auch und vor allem heute eine stetig wachsende Fan-Gemeinde. Im Gegensatz zum steigenden Interesse an diesen Boliden der Empfangstechnik steht die schwindende Verfügbarkeit. Sie tauchen Stück für Stück - restauriert oder nicht - in den Arsenalen der Sammler ab. Die wahren Snobs unter ihnen hören ausschließlich mit solchen edlen Stücken Radio; zum einen, weil das Innenleben und da vor allem die Elkos zur Pflege immer wieder mal Spannung sehen möchten, und zum anderen, weil diese Geräte oft über ein ausgewogenes Klangbild verfügen, wie es man es heute kaum noch kennt. - "praktiker"-Mitarbeiter Dipl.-Ing. Christian Rockrohr stellt in dieser Serie die großen Weltempfänger vor, die dank Transistor-Innenleben wirklich tragbar waren und von etwa 1957 bis 1970 auf den Markt kamen. Der Start dieser Serie beschäftigt sich mit den herausragenden Geräten der amerikanischen Firma Zenith.


Zenith Trans-Oceanic, die Leica unter den frühen Weltempfängern

Die Geschichte der Zenith Corporation begann Neujahr 1920 in einer Garage in Chicago - wie eben Garagen nur auf die Gründer heute gigantischer Elektronik-Unternehmen eine magische Anziehungskraft ausgeübt zu haben scheinen. Der Firmenname entstand zunächst aus dem Betrieb einer Amateurfunkstation mit dem Call 9ZN, die ersten erzeugten Radios hießen "Z-Nith".

[BILD] Zenith Trans-Oceanic 1000
Der Zenith Trans-Oceanic 1000 war 1957 nicht nur der erste Transistor-Weltempfänger mit Trommeltuner und sieben Kurzwellenbereichen, sondern ist darüber hinaus auch heute noch ein aufwendig gestaltetes, bildschönes Gerät. Auf Langwelle und Mittelwelle ist seine Empfangsleistung heute weitgehend ohne Konkurrenz und es macht Spaß, hier ausgiebig herumzustöbern.

Firmengründer Commander E. F. McDonald jr. entwickelte eine große Vorliebe für tragbare Radios, die unbedingt an jedem Ort der Welt einwandfrei funktionieren mussten. Die damals natürlich röhrenbestückten Geräte wurden an Expeditionsleiter, Militär oder auch Zeitungskorrespondenten verteilt, um Erfahrungen für die Weiterentwicklung zu sammeln und natürlich auch Referenzen vorweisen zu können. Mc Donald war übrigens der schärfste Kritiker seiner eigenen Erzeugnisse, die er immer wieder an den entlegensten Orten ausgiebig testete.

So entstanden legendäre Empfängerserien, die schon frühzeitig mit in mehreren gespreizten Kurzwellen-Teilbereichen ausgestattet wurden. Heute von Sammlern gesuchte Röhrengeräte hören auf die Bezeichnungen 7G605 Trans-Oceanic Clipper, 8G005Y Trans-Oceanic sowie Trans-Oceanics der Serien G500, H600 und 600 und können mit Fug und Recht als Schlachtkreuzer des Weltempfangs aus der Anfangszeit bezeichnet werden.

Zenith 7G605 als Brücke zur US-Heimat

Vom 7G605 wurden große Stückzahlen an die Army geliefert, sodass die GIs in allen Teilen der Welt via Kurzwelle mit der Heimat verbunden waren. Die Geräte waren sehr robust und begründeten den folgenden wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.

1954 brachte Regency den weltweit ersten Transistor-"Taschenradio" TR-1 mit vier Transistoren und sehr mäßigen Empfangseigenschaften auf den Markt. Für Commander McDonald war klar, wie es weitergehen musste und mobilisierte alle Kräfte, einen transistorisierten Koffer-Weltempfänger zu entwickeln.

Er war kurz in Deutschland, brachte eine Leica mit und sagte seinen Leuten, dass der neue Weltempfänger ein ähnliches Design aufzuweisen hätte. Die Geburt war schwer, über zwei Jahre baute man Muster um Muster, die von Mc Donald allesamt zurückgewiesen wurden. Schließlich klappte es dann doch, der Royal 1000 Trans-Oceanic mit neun Transistoren, sieben Kurzwellenbereichen und Mittelwelle erblickte 1957 das Licht der Welt. Sein Einführungspreis von 275 Dollar (ein Buick kostete 1800 ...) war enorm, die gebotene Technik unerhört und sein Design in Chrom und schwarzem Leder (später Kunstleder) vom Feinsten.

1958 folgte in der D-Version die Ergänzung um einem Langwellenbereich von 145 bis 420 kHz, der in den USA ausschließlich Navigationszwecken dient. Natürlich war dieser Meilenstein der Weltempfängergeschichte in der einschlägigen Prominenz gut vertreten; so nahm beispielsweise der Mount-Everest-Bezwinger Sir Edmund Hillary das Gerät auf vielen seiner Expeditionen mit und war von seinen Qualitäten begeistert. Trotz seines stolzen Preises wurden vom 1000er bis 1965 rund 165 000 Stück produziert.

1958 starb Commander McDonald, und mit ihm verlor das Unternehmen einen wichtigen Innovationsmotor.

1963 wurde das Gerät um einen UKW-Teil inkl. dreier Transistoren aufgestockt, das im Originalchassis zu wenig Platz hatte und daher einer neuen, bauchigen Rückwand bedurfte. Die Front wurde etwas umgestaltet, der 13-m-Kurzwellenbereich dem UKW-Bereich "geopfert". Die Bezeichnung lautete nun Royal 3000 Trans-Oceanic, ansonsten blieb alles beim Alten.

Aus heutiger Sicht zeichnete sich ab diesem Zeitpunkt bereits ein gewisses Ausruhen auf Erfolgen aus, was schließlich 1982 zum Aus in der Radioproduktion führte.

Zenith Royal 7000 Trans-Oceanic

1967 stellte Zenith den Royal 7000 Trans-Oceanic vor, ein vor allem äußerlich komplett überarbeitetes Gerät. Innen immer noch ein massives Metallchassis nach Röhrengeräte-Manier, freie Verdrahtung und ungeheurer Fertigungsaufwand. Anderswo baute man bereits alles auf einer gedruckten Schaltung auf.

Immerhin bot der 7000er wieder den verloren gegangenen 13-m-Kurzwellenbereich sowie einen quarzgesteuerten Wetterempfang auf 162,550 MHz. Weiterhin kamen eine AM-Bandbreitenumschaltung, ein Abstimmanzeige/Batterietest-Instrument, HF-Verstärkungsregelung und ein Überlagerungsoszillator (BFO) zum Empfang von Telegrafie- und SSB-Sendungen hinzu. Als besonderer Gag befand sich rechts neben dem großen Abstimmknopf ein herausklappbares Lämpchen, damit man auch im Dunkeln im Logbuch oder in der Frequenzliste blättern konnte.

Zenith R-7000

Im Mai 1979 fand man schließlich zum Teil wieder den Anschluss an den Stand der Technik und stellte den R-7000 vor mit modernem Innenleben auf Platinen, durchgehendem Kurzwellenempfang von 1,8 bis 30 MHz, einem separaten CB-Funk-Band im Umfang der zugelassenen Kanäle (26,8 bis 27,6 MHz), AM-Flugfunkband und VHF-FM-Bereich bis 175 MHz. Für die genaue UKW-Abstimmung gab es ein zweites Drehspulinstrument mit Mittenanzeige.

Ein sehr ordentliches Gerät also, doch die Konkurrenz beschäftigte sich zu dieser Zeit schon mit digitaler Frequenzanzeige und Synthesizer-Frequenzaufbereitung. Leider war dem R-7000 kein besonderer Erfolg mehr beschieden, völlig unverdienter Weise übrigens, das Gerät funktioniert ausgezeichnet und unter den Sammlern das begehrteste der Transistor-Reihe.

Ende mit Digitaltechnik

Die Aufholjagd in Richtung Digitaltechnik wurde mit Entwicklungen zu einem Zenith R-8000 begonnen - mit digitaler Frequenzanzeige natürlich - und fanden 1982 ein abruptes Ende.

Rare Kostbarkeiten

Genug der Historie und hinein in die Praxis. Aufmerksamen Flohmarktgängern wird es nicht entgangen sein, dass Zeniths rare Kostbarkeiten noch nicht einmal zufällig dort zu finden sind, bestenfalls mal ein zerfleddertes Wrack ohne Wiederbelebungschancen.

Markenzeichen der Transistor-Trans-Oceanics ist die beim 1000er und 3000 sehr aufwendig und faltbar gestaltete Frontklappe mit Fach für Arbeitsunterlagen sowie die spektakulär aus dem Handgriff herausklapp- und ziehbare Teleskopantenne. Beim Royal 7000 und R-7000 wurden diese Dinge massiv "entfeinert"; trotzdem sind dies die Teile, die zumeist entweder fehlen oder ruiniert sind.

Beim 1000er und 3000er führen Produktionsfehler zu Ausblühungen im chromplattierten Metallgehäuse; es sind die meisten Geräte mehr oder weniger stark davon betroffen. Selbstverständlich leidet auch das Kunstleder etwas unter Schwund, es ist heute überall eine Idee zu kurz. Und der anklappbare Knebel an der rechten Gehäuseseite für den Trommeltuner ist ein beliebter Teil zum Verlieren.

Das Innenleben

Die Zenith Royal 1000 bis 7000 enthalten solide Metallchassis, große Spulensätze, sind handverdrahtet und überhaupt sehr arbeitsintensiv gefertigt. Auf Laien wirken sie wie Labormuster. Die Halbleiter sind von Zenith selbst entwickelte und produzierte Typen und stecken in Fassungen, weil ja auch Röhren immer in Fassungen steckten. Ihr Ersatz ist jedoch bis auf die AM-Vorstufe und den AM-Mischer (hier funktioniert notfalls der AF 118) relativ problemlos. Nicht vergessen: Alles Germanium und pnp. Die von Zenith verwendeten Kondensatoren zeigen kaum Alterserscheinungen und verursachen deshalb auch wenig Funktionsstörungen.

Beim Zerlegen des 1000er und 3000er wird die wuchtige Ferritantenne ("Wavemagnet") intern abgesteckt. Wer Glück hat, findet im 1000er noch die direkt hinter der Skalentrommel am Chassis eingehängte zweite Ferritantenne samt Gummisaugnäpfen und rotem, dreiadrigem Kabel für den abgesetzten Betrieb.

Vorsicht mit der Skalentrommel

In der Werbung zeigte man dazu Anwendungen wie etwa das Anbringen in der Flugzeugkabine am Fenster, was heutzutage wohl eine umgehende Verhaftung und langwierige Untersuchungen zur Folge hätte ... Die überaus empfindliche Skalentrommel besteht aus einer harten Kunststofffolie, die auf Druck mit unreparierbaren Sprüngen reagiert - vermutlich sind die Weichmacher in den letzten vier Jahrzehnten schon allesamt entfleucht.

Wenn die Skalenbirnchen der ausgesprochen traumhaften Beleuchtung oder besser Hinterleuchtung gewechselt werden müssen, ist daher äußerste Vorsicht geboten. Anhaftender Staub wird von der Skala mit weichem Pinsel und einem Hauch von Druckluft entfernt.

Nach Ansicht vieler Sammler ist der Zenith Royal 1000 Trans-Oceanic das in jeder Hinsicht gelungenste Stück und in der D-Version (Langwelle) in Europa am besten einsetzbar.

Der 3000er ist mit seinem überbordenden UKW-Teil etwas lieblos in die Welt gesetzt worden, verfügt jedoch über die gleichen guten AM-Empfangseigenschaften wie der 1000D. Der Royal-7000 Trans-Oceanic ist wiederum ein gelungenes Gerät fürs Auge, überzeugt aber hinsichtlich der Fertigungsqualität schon nicht mehr so ganz. Die Empfangsqualität unterscheidet sich kaum von den Vorgängern - kein Wunder, die Schaltung ist weitestgehend identisch.

Das mit einem (ab der Version Y-1 steck- und wechselbaren) Quarz in der Frequenz auf 162,550 MHz fixierte "Wetterband" lässt sich hierzulande nicht nützen; in der Version Y-2 wurde daraus ein durchstimmbares Flugfunkband. Gewissermaßen die Krönung der Reihe ist der Zenith R-7000, allein schon der umfassenden Empfangsmöglichkeiten wegen. Sein Innenleben basiert auf gedruckten Schaltungen mit mustergültigem Aufbau. In Sammlerkreisen wird nicht die in den ersten beiden Jahren in Chicago, sondern die anschließend in Taiwan gefertigte Version bevorzugt, interessanterweise aufgrund der besseren Fertigungsqualität.

Chancen im Internet

Woher bekommt man nun so ein schönes Gerät in vernünftigem Zustand? Der ernsthafte Trans-Oceanic-Interessent wird sich sein Wunschexemplar via Internet aus den U.S.A. beschaffen, dort sind diese Geräte keine Mangelware und es existiert ein Sammlermarkt von für uns unvorstellbaren Ausmaßen.

Die Preise bewegen sich um etwa 250 USD für ein einwandfreies Gerät, dazu kommen Transportkosten, Transfergebühren fürs Geld und - wenn man Pech hat - ein vom Zoll willkürlich festgesetzter Obulus. Merke: Ein altes Radio ist ein Wertgegenstand und nicht etwa Elektronik-Schrott, für dessen fachgerechte Entsorgung heute handfeste Gebühren anfallen ...

Natürlich hat man Sorge, ob das per Internet georderte Gerät auch wirklich dem durchwegs exakt geschilderten Zustand entspricht, doch sind bisher keine nennenswerten Enttäuschungen bekannt geworden. Die Sammlerszene beobachtet sich in diesem Punkt sehr genau und es kann sich niemand leisten, zu mogeln.

Den amerikanischen Sammlern ist es allerdings im Gegensatz zu ihren europäischen Kollegen nicht so wichtig, ob ihre Geräte auch einwandfrei funktionieren; viel wichtiger ist, es einfach zu haben.

Bei den Trans-Oceanics ist aber aufgrund ihres robusten Innenlebens wenig zu befürchten.

Transistoren in Fassungen

Die Transistoren stecken bis einschließlich dem Royal 7000 in Fassungen. Die unzähligen Kontakte des Trommeltuners bedürfen in der Regel ein wenig Zuwendung in Form von mit Kontaktspray getränkten Wattestäbchen - keinesfalls einfach hineinsprühen! Möglicherweise kratzt der Lautstärkeregler, was ebenfalls mit Kontaktspray beseitigt wird. Wer es schöner machen will, baut den Regler aus, entfernt durch Aufbiegen der Laschen die Abdeckung und reinigt die Widerstandsbahn sorgfältig.

Wenngleich die Trans-Oceanics innen eine Fülle von Abgleich-Trimmern (Quetschtrimmer mit Glimmerdielektrikum) und Spulen für Vor-, Zwischen- und Oszillatorkreise bieten, so muss auf jeden Fall der Verlockung widerstanden werden, daran unkontrolliert zu drehen. In Sammlerkreisen wird normalerweise ein Schaltplan samt Serviceanleitung mitgeschickt, sodass man sich mit Hilfe eines Messsenders an den Abgleich geringer, altersbedingter Oszillator-Frequenzabweichungen und Gleichlaufdifferenzen von Vor- und Zwischenkreisen wagen kann.

Die Eisenkerne der Spulen springen sehr leicht mit anschließender Totalblockade, weshalb unbedingt der passende Sechskant-Abgleichstift zum Einsatz kommt. Zur gleichmäßigen Verteilung der Empfangsempfindlichkeit auf LW und MW über den ganzen Bereich verfügen die Geräte über jeweils einen speziellen Trimmer in der Nähe der Ferritantenne.

Zenith Royal 1000 mit markantem Klangbild

Wer sich nun so ein schönes Stück beschafft hat, wird als Wellenjäger sehr viel Freude daran haben. Gerade der 1000er als reines AM-Gerät erfreut mit einem markanten Klang, der ihn als weltweites Nachrichtengerät prädestiniert. Am Schaltungskonzept mit abgestimmter Vorstufe, getrenntem Mischer und Oszillator gibt es nichts zu mäkeln wenn man sieht, wie sträflich heute die AM-Bereiche in zeitgenössischen Radios vernachlässigt werden.

In den beiden weniger gespreizten KW-Bereichen 2 bis 4 MHz und vor allem 4 bis 9 MHz muss man selbstverständlich mit Spiegelfrequenzen rechnen: so ist beispielsweise das dicht besiedelte 49-m-Band mit seinen starken Signalen auch von 5 bis 5,4 MHz gut aufnehmbar. Zu der Zeit, als das Gerät konzipiert wurde, war das aus Gründen der vorgesehenen geografischen Einsatzgebiete als auch der moderateren Frequenzbelegung - gepaart mit "humaneren" Sendeleistungen - überhaupt kein Thema.

Ansonsten besticht das Gerät durch seine heutzutage ungewohnte Ruhe in der gesamten Signalaufbereitung: Stimmt man einen auf satte Zimmerlautstärke eingestellten 1000er auf eine freie Frequenz ab, so muss man mit den Ohren in den Lautsprecher hineinkriechen, um festzustellen, ob das Gerät überhaupt in Betrieb ist. Außerdem verbreitet dieses Gerät immer noch deutlich sichtbar das Odium des ganz besonderen, weltweit einmaligen, wie es Commander McDonald seinen Entwicklern abgetrotzt hat.

Zenith Royal 3000: auch "Dudelfunk" per UKW

Der 3000er bringt außer den AM-Qualitäten des 1000ers noch Dudelfunk per UKW ins Heim. Rein klanglich ist das nicht seine Domäne, man ist heute zu verwöhnt. Der Royal-7000 ist da schon eher der Kandidat und erfreut zusätzlich mit der Möglichkeit des CW/SSB-Empfangs, dem Abstimmanzeigeinstrumentchen und der erstaunlich wirksamen Bandbreitenumschaltung auch anspruchsvollere Gemüter.

Über Langzeitstabilität beim CW/SSB-Empfang soll hier lieber nicht diskutiert werden, aber für einen kleinen Frequenzausflug reicht es alle Mal. Der R-7000 kann´s in dieser Disziplin noch besser und ist die Wahl für alle, die Lücken im KW-Bereich hässlich finden und mehr als nur Marine-Band, Grenzwelle und ab 10 MHz lediglich die Rundfunkbänder wollen. Recht haben sie, die Rundfunkgebühren gelten schließlich für das gesamte Spektrum ...

In der nächsten Folge geht´s um Braun und die seinerzeit so gut wie unbezahlbaren Designstücke T-1000 und T-1000CD. Botschaften und Diplomaten leisteten sich soetwas gerne; doch auch heute noch sind diese Geräte sehr begehrt und nicht billig.



FAKTEN ZUM THEMA:

Leidenschaft am Vorabend des Digitalradio

Die Oldies mischen in der modernen HF-Umwelt genauso mit wie früher. Der Abbau der klassischen AM-Frequenzen auf Langwelle, Mittelwelle (geplant: digitale Datenübertragung) und Kurzwelle wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen und speziell in Bezug auf Kurzwelle nicht gleich jeden Winkel dieser Erde tangieren. Auf UKW schließlich wartet die digitale Breitseite noch auf die Akzeptanz der breiten Masse. Und zuerst einmal jene der Radiostationen. - Also, nutzen wir die den Transistor-Oldies verbleibende Zeit, betätigen den Trommeltuner und gehen mit dem Skalenzeiger auf Wellenjagd. Oder genießen wir auf UKW das umwerfende Klangerlebnis, wie es nur ein Satellit 208 oder 210 von Grundig bieten kann.


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