Dr. Ludwig Flich - rechts im Bild -, Veranstalter der klangBilder und Missionar im Namen feinster Nuancen der Musik-Reproduktion, hier bei "klangSpiele" von Sony am Freitag Abend. Bild: © klangBilder(08.11.2009) Traditionell findet derzeit - noch heute, Sonntag - die Messe klangBilder im Hotel Hilton Vienna Danube statt. Gezeigt werden Produkte der Unterhaltungselektronik von HighEnd-HiFi über Heimkino bis Video nach dem Motto "Das Beste sehen und hören." Besonderheit dieser von Dr. Ludwig Flich geschaffenen Messe ist die Vorführung in Wohnraum-Atmosphäre in für die Messe umgebauten Hotelzimmern, Salons und Sälen. Es können dort nicht nur praxisgerecht zusammengestellte Anlagen angeschaut, sondern auch gehört, gesehen und selbst ausprobiert werden. - "praktiker" hatte sich auf der klangBilder 09 umgeschaut und weist hier auf einige wenige der zahlreichen Besonderheiten hin, die noch heute Sonntag, von 10 bis 18 Uhr gesehen und gehört werden können.
Auffallend für eine Messe - nicht ungewöhnlich bei der klangBilder - ist, dass die Aussteller auch diesmal wieder ihre besten Fachleute mit der Beratung der Besucher betraut haben. Der Besucher trifft auf der klangBilder also nicht auf im Schnellverfahren eingeschultes Messepersonal, das ihm lediglich Prospektinhalte und Werbesprüche vorleiert.
![Minerva Rubin LCD-Fernseher - (c) Felix Wessely [BILD] Minerva Rubin LCD-Fernseher - (c) Felix Wessely](online/images/lm986a.jpg)
Der österreichische Fernseher-Hersteller Minerva zeigt die brandneuen Geräte der neuen Rubin-Serie. Es handelt sich dabei um 100-Hertz-Full-HD-LCD-Fernseher in Größen von vorerst 37 und 42 Zoll. Besonderheit ist ein integrierter Harddisk-Recorder für HD-Video-Aufzeichnung. Die integrierte Harddisk hat eine Kapazität von 500GB. Praktisch und günstig: Es kann auch eine normale SATA-Harddisk (SATA II 1.5/3.0 Gbps) mit bis zu 2 Terabyte Kapazität über die SATA-Schnittstelle hinten am Fernseher angeschlossen werden. Die Fernseher kosten 2600 resp. 3000 EUR. Bei Minerva-Rubin-Fernsehern sind jeweils zwei Fernbedienungen dabei: Eine komplette und eine Alltags-FB mit vereinfachtem Funktionsumfang.
Auch die Minerva-Fernseher der Saphir-Serie haben eine integrierte Harddisk-Recorder-Funktion, allerdings keine integrierte Harddisk. Nach Anschließen einer SATA-Harddisk steht die Recorderfunktion zur Verfügung.
Die Modelle der Saphir- und Rubin-Serie haben Receiver für alle Sendeverfahren integriert: Analog, DVB-T, DVB-C, DVB-S/S2.
Martin Gudernatsch, Co-Initiator der im Vorjahr erfolgten Wiederbelebung von Minerva verrät im Gespräch mit "praktiker": "Wir arbeiten gerade an einem Radio in historischem Minerva-Radio-Gehäuse für Internet-Radio."
![Sony Heimkino 5.1 mit LS von Vienna Acoustics - (c) Felix Wessely [BILD] Sony Heimkino 5.1 mit LS von Vienna Acoustics - (c) Felix Wessely](online/images/lm986b.jpg)
Auf der riesigen Ausstellungsfläche von Sony im 8. Stock werden einige ausgesuchte Produkte in der Anwendung gezeigt. Von der Digitalkamera über Netbook bis Fernseher und Heimkino-Anlagen. Besondere Novität ist, dass es von Sony zwei Heimkino-Anlagen gibt mit Lautsprechern von Vienna Acoustics.
Es gibt zwei solcher Sets, ein kleineres mit 2.1- und ein großes mit 5.1-Sound. Das 5.1-System besteht u.a. aus dem Blu-ray-Disc-Player Sony BDP-S5000ES, dem Heimkino-Receiver Sony STR-DA5500ES und Lautsprechern der Schönberg-Serie von Vienna Acoustics. Die Sets werden über den Fachhandel angeboten. Als hochkarätiger Fachmann aus der Sony-Zentrale in England ist der Audio-Spezialist des Hauses, Eric Kingdon extra für die klangBilder 09 nach Wien gekommen.
Eines der großen Highlights der klangBilder ist auch immer die Abendveranstaltung "klangSpiele" von Sony, moderiert von Dr. Ludwig Flich, wobei Feinheiten der Musikreproduktion anhand von aktuellen Aufnahmen nahegebracht werden. Interessant und für viele im Publikum sicherlich neu war, dass in Japan HiFi-Anlagen nicht primär mit Musik sondern mit Naturaufnahmen getestet werden. Also beispielsweise mit hochwertigen Aufnahmen von Vogelgezwitscher etc., was diesmal einer der thematischen Schwerpunkte der Vorführung war.
![Panasonic Viera Z1-Serie - (c) Felix Wessely [BILD] Panasonic Viera Z1-Serie - (c) Felix Wessely](online/images/lm984.jpg)
Bei Panasonic sind die Schwerpunkte der Präsentation diesmal bei den Digitalkameras und dabei die Top-Serie der Micro-FourThirds-Kameras G1, GH1 und die noch jüngste GF1. Micro-FourThirds ist das Systemkamera-System ohne Spiegelreflex-Sucher, der dabei - zeitgemäß - durch Monitor und - bei G1 und GH1 - auch durch einen elektronischen Okularsucher ersetzt wird. Abgesehen vom Sucher wird die selbe Technik eingesetzt wie bei FourThirds mit dem zusätzlichen Vorteil eines kleineren Auflagemaßes für die Wechselobjektive wodurch erheblich kleinere Weitwinkel-Objektive als bei FourThirds möglich sind. Also die Vorteile einer Systemkamera auch hinsichtlich der Ergebnisqualität kombiniert mit der Kleinheit vergleichbar mit der Größe einer größeren Kompaktkamera.
Wie bereits in der Meldung vom 05.09.2009: Panasonic Viera Z1: Premiere bei klangBilder 09 angekündigt, ist die große Besonderheit der riesige Heimkino-Fernseher Panasonic Viera Z1-Serie. Panasonic-Österreich-Chef Helmut Kuster zu der Frage um WirelessHD: "Die Funkfrequenz ist 60 Gigahertz. Sie können mich alles dazu fragen, ich habe mich wochenlang mit der Zulassung in Österreich beschäftigt...". Wie hier bereits berichtet, liegt der große Vorteil in der Funkübertragung darin, dass Receiver und andere Zuspieler drahtlos angebunden werden. Dadurch lässt sich die Wandmontage mit lediglich einer Stromzuleitung sehr sauber ohne Unterputz-Verlegung von Kabelsträngen realisieren.
![JVC DLA-HD950 - (c) JVC [BILD] JVC DLA-HD950 - (c) JVC](online/images/lm986c.jpg)
Bei JVC gibt es den dünnsten Fernseher zu sehen. An seiner dünnsten Stelle ist der LT-32WX50EU lediglich 6,7mm dick. Er kostet knapp 3000 EUR und beinhaltet keinen Receiver; beispielsweise geeignet für jene, die sowieso einen Satelliten-Receiver haben und nicht terrestrisch oder via Kabel empfangen. Der Empfang auch des ORF ist über Satellit qualitativ erheblich hochwertiger und teilweise auch in HD-Qualität möglich, weshalb in vielen Anwendungen kein im Fernseher integrierter Tuner mehr benötigt wird. Im schlanken Fernseher wäre halt auch kein Platz dafür gewesen. Er ist aber nicht nur dünn, sondern bildet auch einen großen Farbraum ab: 100% sRGB und 90% Adobe RGB, was vor allem für die Darstellung von Fotos wichtig ist.
Ein regelrecht atemberaubendes Kinoerlebnis bietet der aktuelle Heimkino-Projektor mit der JVC-eigenen D-ILA-Technologie DLA-HD950. Er kostet zwar ebenfalls atemberaubende knapp 7000 EUR, bietet dafür aber ein natives (!) Kontrastverhältnis von 50.000:1 und arbeitet mit 100-Hz-Clear-Motion-Drive. Die Darstellung ist umwerfend. Der DLA-HD950 ist zudem ISF-zertifiziert, worauf Oliver Weiss von JVC Österreich ausdrücklich hinweist. Ein Zertifikat für ein Gerät von ISF Image Science Foundation bedeutet, dass die Parametrierbarkeit weitreichend genug ist um eine neutrale Farbabstimmung zu erzielen. Dafür sind erstens die Einstellmöglichkeiten dafür erforderlich und zweitens der dafür vom Gerät unterstützte entsprechend große Farbraum.
Bei Sharp dominiert der Begriff "Full-LED" die Präsentation. Gezeigt werden die neuesten Fernseher der Aquos LE700-Serie - siehe: Meldung vom 31.07.2009: Sharp will Energieeffizienz-Plakette für Fernseher -, die in den Größen 52, 46, 40 und 32 Zoll verfügbar sind. Alle - auch der kleinste - bieten Full-HD-1080p-Technologie und ein Kontrastverhältnis von 2,000.000:1 dynamisch bei 100-Hertz-Bildfrequenz. Integriert sind Tuner für DVB-C, DVB-T und Analog. Über eine USB-Host-Schnittstelle können Fotos und MP3-Musik von einem USB-Datenträger resp. USB-Speicherstick abgespielt werden. Die zahlreichen - hinter dem Display angeordneten - LEDs sorgen für äußerst gleichmäßige Hinterleuchtung.
![Pro-Ject Box-System - (c) Felix Wessely [BILD] Pro-Ject Box-System - (c) Felix Wessely](online/images/lm986d.jpg)
Der mit Abstand erfolgreichste österreichische Hersteller von Audio-Produkten ist Heinz Lichtenegger mit seiner Marke Pro-Ject. Schon seit mehreren Jahren gilt er als weltweit größter Hersteller von audiophilen Plattenspielern, die auch in der HighEnd-Klasse mitspielen und für diese zu relativ winzigen Preisen angeboten werden. Es gibt Plattenspieler in allen Kategorien ab der Einsteiger-Klasse.
Noch relativ jung ist die Box-Serie, also extrem kleine HiFi-Komponenten, die beliebig zusammengestellt werden können und sogar klein genug für die Verwendung als Schreibtisch-HiFi-Systeme sind. Darunter sind auch ein iPod-Dock und ein Phono-A/D-Wandler, der einerseits an den Plattenspieler und andererseits an den PC angeschlossen wird und solcherart die Digitalisierung von Schallplatte ermöglicht. Er verführt damit die iPod-Generation zur Verwöhnung durch hochwertige HiFi-Wiedergabe, was sehr gut gelingen dürfte. Lichtenegger zu "praktiker": "Jetzt gibt es auch eine neue Serie mit Upgrade-Möglichkeit. Das machen im Prinzip auch schon andere, nur meine Komponenten sind auch leicht bezahlbar." Man kann also mit einem kleinen Verstärker anfangen und diesen später aufrüsten. Also nicht austauschen, sondern erweitern.
Beim Vertrieb HiFi-CD-Master gibt es die bereits legendären Elektrostaten von Quad zu hör-bestaunen und unter den Neuheiten haben Mag. Peter Rosenberg und sein Sohn Nathan Rosenberg die kleine Aktiv-Lautsprecherbox Quad 9L brandneu rechtzeitig zur klangBilder bekommen. Sie beinhaltet einen D/A-Wandler und neben einem Line-Eingang auch einen Eingang für Kopfhörer-Ausgang eines Audio-Players. Solcherart können beliebige Audio-Geräte oder auch ein Computer als Quellgeräte verwendet werden. Die Ausgangsleistung für die zwei 2-Wege-Bassreflexboxen beträgt jeweils 60 Watt und bietet für die Preisklasse - 700 EUR für das Paar - außerordentlich gute Wiedergabe.
Weiters gibt es zahlreiche andere interessante Neuheiten zu sehen wie beispielsweise von Microsoft eine Anwendung mit der man auf mit speziellen Sensoren ausgestatteten "Instrumenten" wie Gitarre und Schlagzeug sowie durch eigenes Mitsingen zu dritt eine kleine Band zusammenstellen kann und das Computerprogramm bewertet wie korrekt Gesang und Instrumentenspiel zu einem bekannten Lied sind. Typisch freilich, dass auch einiges von den Beatles im Repertoire dabei ist.
Im Eingangsbereich wird man von einem Yamaha-Klavier empfangen, bei dem sich die Tasten wie von Geisterhand bewegen und flott zu einem Video mitgespielt wird. Quasi Klavier-Karaoke. Das Klavier wird über ein auf einer Musik-DVD mitgespeichertes Midi-Signal angesteuert. Selbst spielen kann man damit freilich auch.
Neben zahlreichen auch weiteren größeren und kleineren Herstellern, die ebenfalls Interessantes zu bieten haben gibt es auch permanent Weinverkostung, Life-Auftritte und auch ein ausgewogen zusammengestelltes Seminarprogramm.
![E-Com4 Mobiler Multimedia-Prospektdispenser - (c) Felix Wessely [BILD] E-Com4 Mobiler Multimedia-Prospektdispenser - (c) Felix Wessely](online/images/lm986e.jpg)
Gleich beim Kartenverkauf findet sich auch das neueste Produkt eines alten Bekannten der Branche: Robert Dreeßen, vor vielen Jahren Manager bei Panasonic Österreich beschäftigt sich mit seiner Firma E-Com4 mit Konzeptionierung und Herstellung von Displays mit dynamischen Inhalten. Dort zu sehen ist ein Multimedia-Prospektdispenser für Prospekte mit aufgesetztem LCD-Monitor. Die dargestellten Inhalte kommen von einem USB-Stick oder können auch via Internet eingespielt werden. Dieses neueste Modell ist - dafür leicht mitzunehmen - speziell für mobile Anwendungen gedacht. Eben beispielsweise bei Messen.
Wenn es sich heute nicht mehr ausgeht, dann vielleicht gleich jetzt vormerken: Die klangBilder 10 wird im nächsten Jahr wieder Anfang November stattfinden. "praktiker" wird wiederum im voraus daran erinnern; auch an dieser Stelle.