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[BILD] Windows-8-Oberfläche und MS-DOS-Fenster mit Dateimanager Norton Commander - (c) Felix Wessely

MS-DOS-Programme unter Windows 8/7/Vista/XP - Ezzes & Software-Empfehlungen für Praktiker

Entgegen immer wiederholter Ankündigungen vor fast jeder Windows-Version, MS-DOS nun nicht mehr zu unterstützen ist es auch weiterhin möglich, MS-DOS-Programme aus der Steinzeit des Personal Computers unter Windows zu verwenden. Mit Windows-64-bit-Versionen wird es umständlicher, ist aber immerhin machbar. Mit Windows 32-bit-Versionen geht es aber von Haus aus problemlos. Es gibt dabei lediglich seit Windows XP Einiges, das für MS-DOS-Programme anders konfiguriert werden muss und seit Windows Vista ist die Verwendung des Vollbild-Modus für MS-DOS-Anwendungen nicht mehr möglich. - Auf dieser Seite hat die Redaktion des "praktiker" einige Ezzes zur Verwendung von MS-DOS-Programmen - das sind heute oft auch historische Spiele - zusammengestellt.

[!] Vor dem Installieren eines Programms wird es dringend empfohlen die Daten des Rechners zu sichern. Die Verwendung hier zugänglich gemachter Programme und Verfahren erfolgt auf eigene Gefahr.




 
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Wichtigste Besonderheiten mit MS-DOS unter Windows XP, Vista, Windows 7 und Windows 8

Wenn Sie MS-DOS-Programme unter Windows - ab Windows XP resp. dessen Nachfahren in 32-bit-Ausführung - verwenden wollen, so gibt es dafür - abgesehen von der gebremsten Geschwindigkeit bei Bildschirmausgabe - einige Besonderheiten, auf die eher versteckt unter der Hilfe von Windows hingewiesen wird:

Die Startdateien für DOS-Programme heißen AUTOEXEC.NT und CONFIG.NT entsprechend AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS unter "nacktem" DOS. Diese sind unterhalb des Windows-Ordners im Ordner system32. Innerhalb dieser Dateien gibt es - als Kommentar - Textinformationen über die Konfiguration. Suchen Sie in der Windows-Hilfe unter "autoexec.nt" für weitere Hinweise. Über den Menüpunkt "Eigenschaften" können einem DOS-Programm auch individuell benannte Startdateien zugewiesen werden, wodurch unterschiedliche Konfigurationen für jedes DOS-Programm verwendet werden können.

Die Art der Speicherzuweisung für einzelne DOS-Programme sowie Betriebsmodi für den Grafikmodus etc. sind weitestgehend gleich wie - zumindest - seit Windows 3.1 und daher Jedem geläufig, der bisher auch DOS-Programme unter Windows verwendet hatte. Intern funktioniert das freilich heute anders als mit früheren Windows-Versionen, aber die Bedienung und Einstellmöglichkeiten sind ziemlich unverändert geblieben.

Für manche Anwendungen sind die heutigen PCs viel zu schnell. So funktioniert beispielsweise das seinerzeit beliebte "Clipper" in seiner ursprünglichen DOS-Version nicht oder nur sehr schlecht. Dies betrifft auch viele Games, bei denen dann die Zeitangaben, die sich auf die Taktrate des PCs beziehen überhaupt nicht - oder zumindest nicht brauchbar - funktionieren, weil alles viel zu schnell abläuft. Der betreffenden Anwendung muss daher eine langsamere CPU vorgegaukelt werden. Dazu gibt es beispielsweise "CPU-Slowdown":
=>>> www.sven-of-nine.de/site/doku.php/downloads
Die eigentliche Anwendung wird dann - samt der "Bremsangabe" in Prozenten - als Parameter von CPU-Slowdown aufgerufen (z.B.: slowdown.exe 10% c:\prg\program.exe). Viele DOS-Anwendungen sind damit wieder problemlos verwendbar.

Manche Verfahren unter Windows für die Verwaltung des Speicherbereichs oberhalb des normalen Arbeitsspeichers - der in diesem Fall virtuell zugeordnet wird - funktionieren nicht. Falls etwas, das Sie dringend benötigen nicht funktioniert, starten Sie DOS allein; also ohne Windows. Der Komfort ist damit extrem reduziert, weil nicht nach Windows umgeschaltet werden kann. Wenn es aber ein für Sie wichtiges Programm ist, das unter Windows nicht laufen will, dann ist es die einzige Lösung.

Die Speichernutzung mancher DOS-Programme ist nicht einwandfrei. Dies stört mitunter unter Nur-DOS nicht, aber unter Windows arbeiten solche fehlerhaft programmierten Programme mitunter nicht.

Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows ist immer möglich, allerdings ab den Windows-NT-Versionen - also auch allgemein bei Windows seit XP - ist das etwas komplexer und wird nicht - wie bis Windows 98 - vom Betriebssystem mit einfachen Einstellmöglichkeiten gelöst. Von DOS-Programmen erfolgt die Druckausgabe üblicherweise an LPT1. Wenn der Drucker an LPT1 angeschlossen ist - also über eine Centronics-Schnittstelle - ist es noch relativ einfach, weil das DOS-Programm die Druckdaten ganz normal an LPT1 schicken kann. Wenn der Drucker - wie heute zumeist - über USB - oder auch eine andere Schnittstelle - angeschlossen ist, wird es etwas komplizierter. Voraussetzung ist es jedenfalls, dass der Drucker als solcher die Steuerbefehle für die Formatierung versteht. Typischerweise ist die Seitenbeschreibungssprache "PCL" von Hewlett Packard die Lösung, die bei deren besseren neuen Druckern weiterhin unterstützt wird (Druckertyp HP Deskjet oder HP Laserjet). "PCL" gibt es bereits seit DOS-Zeiten, weshalb DOS-Programme damit üblicherweise umgehen können. Wie man das Problem löst, wird ausführlich in einem Grundlagenbericht zum Thema "LPT1 & Windows" in "praktiker" Nr. 7-8/2008 (6 Seiten) beschrieben. Es werden darin zahlreiche Varianten an Problemen behandelt und Anleitungen zur Lösung gegeben. Eine der Lösungen ist es, bei den Einstellungen zum Drucker "Druckerpool aktivieren" einzustellen und als zusätzliche Schnittstelle "LPT1" auszuwählen, was zumindest unter Windows XP funktioniert.

Seit Windows Vista kein Vollbild-Modus für MS-DOS-Programme. Seit Windows Vista funktionieren DOS-Programme zwar - in der 32-bit-Version - weiterhin, allerdings gibt es dabei keinen Vollbild-Modus mehr. Davon sind in allererster Linie Anwendungen mit grafisch aufgebautem Bildschirm betroffen, wovon viele nur im Vollbild-Modus arbeiten. Das Problem mit dem Vollbild-Modus kann - jedenfalls bei Windows Vista und Windows 7 umgangen werden, indem Sie statt des Grafik-Gerätetreibers für Ihren Bildschirmadapter - beispielsweise von ATI oder NVIDIA - zur aktuell verwendeten Windows-Version jenen für Windows XP installieren. Unter Windows XP gibt es den Vollbildmodus für DOS-Fenster und daher funktioniert dann dieser mit diesem Grafik-Gerätetreiber für Windows XP. Eruieren Sie dafür also die exakte Typenbezeichnung Ihres Grafikadapters und suchen Sie auf der Website des Herstellers des Grafikadapters nach dem Windows-XP-Gerätetreiber. Laden Sie sicherheitshalber auch gleich den aktuellen Gerätetreiber für Ihre aktuell verwendete Windows-Version herunter, falls das nicht funktionieren sollte. Eine Anzeige bekommen Sie immer. Denn: Falls der Original-Gerätetreiber nicht gefunden wird, arbeitet der Standard-Gerätetreiber von Windows. Der Geräte-Treiber für Winodws-XP bietet selbstverständlich nicht alle Darstellungsmöglichkeiten und aktuelle Betriebsmodi - so beispielsweise keine Transparenzen - oder Funktionen und er wird bei komplexen Grafik-Anwendungen mit Windows-Anwendungen langsamer sein, aber es ist eben dann ein ein Kompromiss, wenn Vollbild-Modus unter DOS benötigt wird.

Es gibt übrigens einen - von "praktiker" noch nicht eruierten - Befehl, der von manchen DOS-Programmen aufgerufen wird und der unter Windows eine Vollbild-Darstellung anfordert. Unter Windows bis inklusive XP wird dann eben lästigerweise in Vollbild-Darstellung umgeschaltet, aber bei Windows seit Vista - wo die Vollbild-Darstellung eben nicht möglich ist - stürzt dann das DOS-Fenster ab wegen Aufruf dieser unerlaubten Anweisung. Das DOS-Fenster wird dann geschlossen. Eine Hilfe wäre es wohl, wenn man bei DOS-Anwendungen, die das tun diese wiederum unterhalb eines kleinen Hilfsprogramms aufruft, das genau diese für die Verwendung unter neueren Windows-Versionen fatale Anweisung, die eine Vollbilddarstellung anfordert, abfängt. Der Fehler dürfte allerdings extrem selten auftreten. Der Fall ist es beispielsweise beim Datenbank-Programm "PC-File", das diesen Vollbild-Befehl beim Beenden des Programms gibt. Man kann dann wenigstens das Programm verwenden, es ist lediglich lästig. Wenn das innerhalb der Verwendung eines Programms passieren sollte, dann wäre das Programm freilich nicht unter neueren Windows-Versionen verwendbar. - Welcher Befehl das ist, ist leider unklar. Für die Anforderung einer Vollbilddarstellung ist er sicherlich nicht gedacht, denn Vollbilddarstellung ist ja unter DOS immer.

Seit Windows Vista einige Ordner und auch C:\ besonders geschützt. Seit Windows Vista ist der Zugriff auf manche Ordner nicht mehr uneingeschränkt möglich. Und zwar nicht nur für die Systemordner - neben "Windows" u.a. auch der Ordner "Programme" resp. "Program Files" - sondern auch für das Hauptverzeichnis C:\. Da es unter DOS nicht so unüblich ist, Daten die evtl. von mehreren Anwendungen verwendet werden ins Hauptverzeichnis zu schreiben, kann es also sein, dass deswegen Manches bei DOS-Anwendungen nicht erwartungsgemäß funktioniert. Sofern möglich sollte man DOS-Anwendungen generell so umkonfigurieren, dass Datenzugriffe und Schreiben ins Hauptverzeichnis eines Laufwerks vermieden wird. Also einfach dafür einen eigenen Ordner anlegen. Der Hintergrund dafür ist, dass Windows 7 alle Dateien, die in einen solcherart geschützten Ordner - das ist auch das Root-Verzeichnis des Systemlaufwerks - woanders speichert, weshalb also Dateien zwar beispielsweise nach C:\ geschrieben werden können, aber unter diesem Pfad nicht auffindbar sind. Diese Dateien sind übrigens sozusagen unter Quarantäne im Verzeichnis c:\Users\[Username]\AppData\Local\VirtualStore\ zu finden, was DOS-Anwendungen aber nicht "wissen".

Übrigens: Ordner-Namen "Program Files" alias "Programme" seit Windows Vista. Bei Windows haben seit Windows Vista die vom System angelegten Ordner in allen Sprachvarianten eine englische Bezeichnung. Diese originalen Ordner sind vorgabemäßig versteckt. Über Links gibt es - sichtbare - Ordner in der jeweiligen Sprachvariante. Der Ordner "Users" ist also in der deutschen Windows-Version als "Benutzer" sichtbar, "Program Files" als "Programme" etc. Unter 64-bit-Versionen von Windows gibt es übrigens zusätzlich noch einige vom System genutzte Ordner mit dem Suffix "(x86)" also beispielsweise "Program Files (x86)" zusätzlich zu "Program Files". Dabei sind die Ordner mit Suffix "(x86)" für 32-bit-Programme und jene ohne Suffix "(x86)" für 64-bit-Programme.

Unterschiede Befehlsinterpreter COMMAND.COM auch CMD.EXE in der Praxis

Beachten Sie besonders, dass es neben COMMAND.COM auch CMD.EXE als Befehlsinterpreter gibt. Beide befinden sich im Ordner "system32" innerhalb des Windows-Hauptordners.

Wenn man mit DOS-Anwendungen arbeitet, dann ist COMMAND.COM die robustere Variante. Damit funktionieren alle DOS-Anwendungen, die überhaupt unter der jeweiligen Windows-Version zum Laufen zu bekommen sind. Eigentlich ist COMMAND.COM ausschließlich für 16-bit-Anwendungen gedacht.

Es funktioniert aber auch, wenn man aus einem DOS-Fenster mit COMMAND.COM eine Windows-Anwendung aufruft. Sie können also beispielsweise einen Ablauf mit Aufruf mehrerer Anwendungen über eine Stapelverarbeitungsdatei (*.bat) durchführen und das funktioniert genauso wie unter nacktem DOS. Es funktioniert also auch, wenn Sie über die Stapelverarbeitungsdatei eine Windows-Anwendung aufrufen. Diese läuft dann freilich nicht über COMMAND.COM, sondern ganz normal als eigenes Fenster. Sie wird nur - eventuell - mit Parametern aus der Stapelverarbeitungdatei heraus gestartet.

Wenn auch DOS-Anwendungen über eine Stapelverarbeitungsdatei verwendet werden sollen, ist also COMMAND.COM als Befehlsinterpreter jedenfalls eine unkomplizierte Lösung. Die einzige wirkliche Einschränkung ist, dass damit keine langen Dateinamen verwendet werden können.

Bearbeiten von Dateien mit Langen Dateinamen unter DOS

Wenn Sie unter Windows arbeiten und - nur als Beispiel - mit einem Konvertierprogramm unter DOS eine Textdatei mit langem Dateinamen bearbeiten wollen, dann gibt es freilich ein Problem: Sie können die Datei nur mit ihrem 8.3-Dateinamen aufrufen und wenn Sie das Konvertier-Ergebnis wieder abspeichern, hat die Datei generell den 8.3-Dateinamen. Nach der Bearbeitung der Datei durch das DOS-Programm ist also der Lange Dateiname in einen 8.3-Dateinamen geändert.

Das kann man einfach so lösen, indem man die Datei vor der Bearbeitung durch das DOS-Programm umbenennt in einen Dateinamen nach 8.3-Konvention und dann nachher wieder in seinen ursprünglichen langen Dateinamen umbenennt. Das funktioniert jedenfalls im DOS-Fenster unter Windows folgendermaßen, wobei davon ausgegangen wird, dass BEISPIEL.BAT durch Ziehen und Ablegen der betreffenden Textdatei auf das Icon von BEISPIEL.BAT erfolgt, wodurch der Dateiname als Parameter automatisch übergeben wird:

BEISPIEL.BAT
  • if (%1)==() goto fehler
  • copy %1 c:\temp\tmpcvt1.txt
  • c:\bin\convert.exe c:\temp\tmpcvt1.txt
  • copy c:\dat\tmpcvt1.txt %1
  • goto quit
  • :fehler
  • echo Fehler: Es wurde kein Parameter erkannt.
  • echo Die zu bearbeitende Datei muss auf das Icon von BEISPIEL.BAT abgelegt werden.
  • pause
  • :quit

Hier passiert also Folgendes:

Es werden also zwei Probleme umgangen:

Die Textdatei mit dem langen Dateinamen kann solcherart also über ein DOS-Programm bearbeitet werden und am Ende ist dennoch der lange Dateiname erhalten geblieben.

Beim Ablegen der - in diesem Beispiel - Textdatei auf dem Icon von BEISPIEL.BAT wird der Dateiname samt Pfad der Textdatei automatisch mit Anführungszeichen am Anfang und Ende übergeben, sofern sich ein Leerzeichen innerhalb des Pfads oder Dateinamen befindet. Wenn kein Leerzeichen enthalten ist, dann werden keine Anführungszeichen angefügt. Durch die "Einrahmung" mit Anführungszeichen wird das als zusammenhängend übergeben. Ansonsten würden freilich alle Zeichen nach jedem Leerzeichen als ein weiterer Parameter interpretiert werden.

Deutsche Tastaturtreiber oft wie bei Schreibmaschine: Tasten der oberen Ziffernreihe bei Caps-Lock

Unter Windows ist es bekanntlich generell sinnvoll, die Tastatur auf - wenn diese Option zur Verfügung steht, was aber in der Regel der Fall ist - "Deutsch (IBM)" einzustellen (unter Systemeinstellungen > Regions- und Sprachoptionen > Sprachen > Details. Hier nun die Tastatur "Deutsch (IBM)" auswählen.). Bei Einstellung auf "Deutsch (Deutschland)" oder "Deutsch (Österreich)" funktioniert die Tastatur nämlich leider ziemlich unsinnig so wie ursprünglich bei der Schreibmaschine: Bei "eingerasteter Hochstelltaste" (Caps-Lock) gelten in der Ziffernreihe oben die normalerweise mit Shift erreichbaren Zeichen. CapsLock bedeutet also in diesem Fall das selbe wie Drücken der Shift-Taste und nicht - wie bei Computer sinnvoll und problemlos machbar - die Wirkung nur auf jene Tasten wo mit Shift zwischen Groß- und Kleinbuchstaben umgeschaltet wird. Konsequent ist es sowieso nicht, weil beispielsweise bei den Interpunktionszeichen wirkt dann CapsLock nicht, sondern nur bei den Zifferntasten.

Das war schon bei der Schreibmaschine umständlich - aber bei dieser technisch nicht anders möglich. Beim Tastaturtreiber "Deutsch (IBM)" hingegen funktionieren bei Caps-Lock-Einstellung die Ziffern und Zeichen der oberen Tastenreihe normal so wie ohne Caps-Lock.

Beim deutschen Tastaturtreiber für DOS funktioniert das übrigens heute zumeist korrekt so wie für PC üblich, aber manche deutsche Tastaturtreiber funktionieren so wie seinerzeit bei der Schreibmaschine resp. so wie bei Einstellung des Tastaturtreibers unter Windows auf "Deutsch (Deutschland)" oder "Deutsch (Österreich)".

Einige alternative deutsche DOS-Tastaturtreiber werden - vor allem im Zusammenhang mit dem Punkt als Dezimaltrennzeichen im numerischen Tastenblock - unter dem Thema "Aktuelles zu PC-/MS-DOS für heute" erläutert: KDRIVE, KEYBW, KBD - DOS-Tastaturtreiber mit Dezimalpunkt / Punkt als Dezimalzeichen.

DOS-Tastaturtreiber kb16.com unter Windows interpretiert mitunter AltGr wie Alt

Der Fehler ist zumindest bereits seit Windows 98 bekannt und zieht sich bis zu aktuellen Windows-Versionen: Die Taste AltGr wird wie Alt interpretiert. Daher ist dann die dritte Belegung der Tasten nicht zugänglich. So beispielsweise Backslash "\" mit der Taste "ß", also AltGr-ß.

Dies tritt aber nicht in jeder Konfiguration auf. Jedenfalls von "praktiker" wurde bislang keine Ursache für dieses eigenartige Verhalten gefunden. Möglicherweise passiert das nur in Verbindung mit bestimmter Hardware. Falls das jedenfalls bei Ihnen so der Fall ist, ist es wohl die sinnvollste Lösung, statt kb16.com einen alternativen deutschen Tastaturtreiber zu verwenden (siehe: KDRIVE, KEYBW, KBD - DOS-Tastaturtreiber mit Dezimalpunkt / Punkt als Dezimalzeichen).

Angaben in autoexec.nt und config.nt für MS-DOS unter Windows

Die Startdateien AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS - so wie unter normalem MS-DOS - werden für MS-DOS-Anwendungen unter Windows nicht aufgerufen. Diesen entsprechen die Dateien AUTOEXEC.NT und CONFIG.NT. Funktion und Inhalt sind prinzipiell gleich. Sie liegen aber nicht im Rootverzeichnis, sondern im Verzeichnis C:\WINDOWS\SYSTEM32\. So wie beim Start von normalem MS-DOS diese beiden Startdateien beim Systemstart aufgerufen werden, werden diese jedesmal aufgerufen, wenn ein MS-DOS-Fenster geöffnet wird. Also jedesmal, wenn man aus Windows heraus ein MS-DOS-Programm startet.

Was man in diese beiden Systemstart-Dateien hineinschreibt, wird man wohl aus den MS-DOS-Zeiten noch wissen. Wesentlich dabei ist jedenfalls die Festlegung des Zeichensatzes (Codepage). Für Deutsch kann man wahlweise CP437 oder CP850 verwenden. Beide enthalten den Kernteil, der auch die Sonderzeichen der deutschen Sprache enthält. Vor allem von Technikern wird eher CP437 bevorzugt, weil diese auch das griechische Alphabet enthält.

Wenn Sie einen speziellen Tastaturtreiber oder sonstige spezielle Konfigurationen für eine spezielle DOS-Anwendung brauchen, dann gibt es freilich die Möglichkeit, die betreffenden Anwendungen über unterschiedliche Versionen von autoexec.nt resp. config.nt aufzurufen. Das gilt freilich generell, wenn einzelne Anwendungen in einem DOS-Fenster mit unterschiedlicher Konfiguration gestartet werden sollen. Dazu wählt man im Explorer mit dem Mauszeiger auf dem betreffenden Programm das Alternativmenü - mit zweiter Maustaste - und dort den Menüpunkt "Eigenschaften", dann Reiter "Programm" und dann auf die Schaltfläche "Erweitert...". Hier kann man nun die Dateinamen ändern für die beiden Startdateien, die original autoexec.nt und config.nt heißen.

Nachfolgend Beispiele dafür, wenn Ihre MS-DOS-Anwendungen nicht anständig laufen sollten. So müssten jedenfalls die allermeisten MS-DOS-Anwendungen funktionieren. Hier wird davon ausgegangen - was freilich individuell anzupassen ist:

CONFIG.NT (empfohlene Mindestangaben)
  • dos=high, umb
  • device=%SystemRoot%\system32\himem.sys
  • files=50
  • buffers=60
  • lastdrive=z:
  • country=049,437,c:\windows\system32\country.sys
  • device=c:\windows\system32\ansi.sys
  • shell=c:\windows\system32\command.com c:\windows\system32 /E:2560 /P
AUTOEXEC.NT (empfohlene Mindestangaben)
  • REM Falls Sie kb16.com umbenannt haben, muss an dessen Stelle
  • REM im nachfolgenden Befehl der neue Name angegeben werden:
  • c:\windows\system32\kb16.com gr,437,c:\windows\system32\keyboard.sys
  • REM Folgendes stellt Verzögerung und Wiederholfrequenz der Tastatur ein:
  • mode con rate=28 delay=1

Lösung, wenn es nicht möglich ist, eine spezielle Codepage zu definieren

Vor allem Techniker, die mit deutscher Tastatur arbeiten bevorzugen bekanntlich die US-Codepage CP437 statt der für Deutsch üblichen CP850, da CP437 das in der Technik wichtige griechische Alphabet beinhaltet. Nun kann es passieren, dass trotz der in den Startdateien vorgenommenen Änderungen weder ein individuell definierter Tastaturtreiber noch der gewünschte Zeichensatz funktionieren.

In einem solchen Fall ist es so, dass das System intern den Tastaturtreiber automatisch aufruft und dabei auch die verwendete Codepage angibt. Und zwar nach den jeweiligen Startdateien, wodurch die diesbezüglichen Angaben darin übersteuert werden. Wenn das bei Ihrem PC der Fall ist, dann können Sie sich dagegen helfen, indem Sie einfach den versteckt aufgerufenen Tastaturtreiber umbenennen. Da dieser nun einen anderen Namen hat wird er nicht mehr gefunden und die Zwangsbeglückung mit dem vorgegebenen Tastaturtreiber kann logisch nicht mehr funktionieren.

Die Programme für MS-DOS sind in der Regel im Unterordner SYSTEM32 innerhalb des Windows-Hauptordners zu finden. Meist ist das C:\WINDOWS\SYSTEM32\. Es geht dabei um den Tastaturtreiber (welche Taste auf der Tastatur welches Zeichen ergibt) KB16.COM. Suchen Sie einfach nach dieser Datei und bennen Sie diese irgendwie um. Beispielsweise mit vorangesetztem "x" im Dateinamen.

Nun können Sie dank des umbenannten Tastaturtreibers mit

den gewünschten Tastaturtreiber mit der gewünschten Codepage aufrufen. Sie können stattdessen freilich auch einen beliebigen anderen Tastaturtreiber aufrufen.

Das Problem bei einem vordefinierten Tastaturtreiber ist es also, dass mit dessen Aufruf wiederum die Codepage angegeben ist und die Angabe dort dann die Codepage-Angabe jede selbst gemachte Angabe in AUTOEXEC.NT und - dort unter COUNTRY= - in CONFIG.NT übersteuert.

Ein solcherart zwangsweise vorgegebener Tastaturtreiber ist eine gut gemeinte Funktion, die es sicherstellen soll, dass auch nach schlimmster User-Bearbeitung der beiden Startdateien zumindest die Tastatur korrekt funktioniert.

Das war der erste Schritt. Ideal wäre es, wenn die gewünschte Codepage auch tiefer im System - nämlich in der Registry - wunschgemäß eingestellt ist. Eine Änderung in der Registry ist freilich solider, weil diese Werte von Haus aus geladen werden und nicht erst nachträglich geändert werden. Wenn aber bereits alles wunschgemäß funktioniert, ist Folgendes nicht unbedingt nötig.

Rufen Sie dazu bitte über Start > Ausführen mit Eingabe von "regedit" die Registry auf. Hanteln Sie sich nun auf dem Pfad zu folgender Position vor:

interessant sind hier nun zwei Unterpunkte (Schlüssel), deren Wert zu ändern wäre für die Anwendung von Codepage 437:

Seien Sie bitte sehr genau bei Änderungen in der Windows-Registry. Bei einem Fehler kann es passieren, dass Windows nicht mehr starten kann.

Die in der Registry vorgenommenen Änderungen werden in diesem Fall erst nach einem Neustart von Windows wirksam.

Alternative, wenn die Codepage nur vorübergehend oder nur für ein Programm geändert werden soll

Eventuell kommt es vor, dass Sie die Codepage nur für ein Programm ändern wollen, weil dieses beispielsweise viele der grafischen Zeichen aus dem Standard-Zeichensatz 437 zur Bildschirmdarstellung verwendet, was mit Codepage 850 nicht korrekt dargestellt wird.

Geben Sie dafür bitte folgenden Befehl ein - resp. als Zeile vor Aufruf des Programms, das Sie verwenden wollen in einem Batchfile:

Das müsste normalerweise funktionieren. Falls nicht, dann versuchen Sie es mit der zuvor empfohlenen Methode.

Nächstes Problem mit der Codepage: Im DOS-Fenster ist die Darstellung falsch, bei Vollbild richtig

Vollbild-Darstellung eines DOS-Fensters funktioniert freilich bei Windows nur bis inklusive Windows XT, daher fällt Ihnen der Unterschied bei jüngeren Windows-Versionen nicht auf: In der Fenster-Darstellung sind die Zeichen nun wieder nicht korrekt, hier wird nicht die Codepage 437 angewandt. Bei Vollbild-Darstellung - sofern die eben möglich ist -, ist es aber korrekt.

Der Fehler dabei liegt dann darin, dass zur Darstellung - Einstellbar unter "Eigenschaften" zum jeweiligen DOS-Programm - ein Bitmap-Schriftwart ausgewählt ist. Damit funktioniert das zumeist nicht.

Wählen Sie daher bitte unter den "Eigenschaften" zum DOS-Fenster unter dem Reiter "Schriftart" nun "Lucida Console" als Schriftart aus. Mit der Schriftart "Lucida Console" ist dann auch die Darstellung aller Zeichen korrekt.

Bei aktuelleren Windows-Versionen steht evtl. auch die Schriftart "Consolas" von Haus aus als Alternative zu "Lucida Console" zur Auswahl als Schriftart für DOS-Fenster.

Nächstes Problem: Sie wollen statt Lucida Console eine andere Schriftart fürs DOS-Fenster

Nun werden alle Zeichen korrekt dargestellt, aber Ihnen gefällt vielleicht die Schriftart "Lucida Console" nicht, resp. Sie sind mit den TrueType-Schriftarten, die für das DOS-Fenster zur Auswahl stehen, nicht zufrieden. Auch das ist kein Problem, das kann auch geändert werden. Suchen Sie dafür eine andere Schriftart aus.

Voraussetzung dafür, dass eine Schrift für das DOS-Fenster verwendet werden kann ist in erster Linie, dass es sich dabei um eine dicktengleiche Schrift handelt (auch: äquidistante Schrift oder Monospaced Font). Bei diesen ist also jedes Zeichen gleich breit im Gegensatz zu den weitaus häufiger vorkommenden Proportionalschriften. Da der DOS-Bildschirm von gleich breiten Zeichen ausgeht, würden ansonsten ein ziemlicher Durcheinander auf dem Bildschirm entstehen.

Diktengleiche Schriftarten werden nicht irgendwo von Windows aufgelistet. Welche Schriftart eine diktengleiche ist, muss man leider anders herausfinden resp. wissen. Sie können das aber einfach herausfinden: Öffnen Sie einfach den simplen "Editor" - zu finden im Startmenü unter "Programme" > "Zubehör". Kopieren Sie dort einfach mehrere Zeilen Text hinein von irgendwo - beispielsweise von einer Website. Wählen Sie im Menü von Editor nun eine etwas größere Schriftgröße, damit Sie die Zeichen besonders gut sehen können. Trennen Sie nun die Zeilen auf etwa zwei Drittel der Breite des Fensters von "Editor". Mehr als fünf Zeilen brauchen Sie dafür nicht. Nun können Sie im Menü von Editor Schriftarten auswählen. Wählen Sie vorerst einmal "Courier New" oder "Lucida Console" aus, von denen Sie wissen, dass es sich dabei um diktengleiche Schriftarten handelt. Nun kürzen Sie alle Textzeilen auf die selbe Breite. Wenn Sie nun weitere Schriftarten ausprobieren erkennen Sie nun auf einen Blick, ob es sich um eine diktengleiche Schriftart handelt oder nicht. Bei einer Proportionalschrift würden die Zeilen freilich unterschiedlich lang sein.

Weitere Voraussetzungen sind, dass es sich um keine Kursivschrift (Italic) handeln darf und auch, dass im Font keine negativen Zeichenabstände enthalten sind und, dass es sich um einen kompatiblen Zeichensatz handelt, was man freilich nicht so ohne Weiteres feststellen kann. Wenn eine Schrift nicht den Kriterien entspricht, dann wird sie einfach nicht geladen. Es kann also nichts passieren. Für die Vorauswahl reicht es also darauf zu achten, dass es eine dicktengleiche nicht kursive Schrift ist.

Es sind auch nicht alle Schriftarten, die prinzipiell akzeptiert werden in der Lage, auch alle Zeichen korrekt wiederzugeben. Jedenfalls mit "Lucida Console" und der neueren Schriftart "Consolas" funktioniert das korrekt. Wenn die Darstellung nicht korrekt ist, sieht man das sowieso bei der Verwendung.

Bei älteren Windows-Versionen - so beispielsweise Windows XP - ist "Consolas" zwar nicht vorinstalliert, wurde aber möglicherweise bereits im Zuge der Installation eines neueren Microsoft-Programms mitinstalliert. "Consolas" ist sehr gut geeignet für diesen Zweck. Schauen Sie also nach, ob diese bereits auf Ihrem PC installiert ist. Falls Sie Consolas haben wollen, wäre diese Schriftart - wie übrigens alle seit Windows Vista neuen Schriftarten - beispielsweise beim "Microsoft Office Compatibility Pack" dabei. Dieses ist kostenlos von der Microsoft-Website herunterladbar (siehe Microsoft Windows (Desktop): Kostenlose Viewer, Player).

Sobald Sie eine passende Schriftart gefunden haben, eruieren Sie vorerst einmal deren genaue Bezeichnung. Diese finden Sie ebenfalls in der Windows-Registry an folgender Position:

Unterhalb dieses Pfades sind alle installierten Schriftarten aufgelistet. Notieren Sie den Namen der Schriftart - ohne die nachfolgene Angabe von "TrueType" in Klammern - bitte genau. Die exakte Schreibweise ist wichtig. Der Dateiname der Schriftart ist dafür übrigens uninteressant.

Nun rufen Sie bitte wieder die Windows-Registry auf und hanteln Sie sich bis zu folgender Position vor:

Hier gibt es zumindest einen für die Festlegung der Schriftart interessanten Schlüssel, der aber vielleicht besser so belassen wird:

Wenn die eine oder zwei Schriftarten, die hier definiert sind "Lucida Console" und/oder "Consolas" sind, dann lassen Sie diese vielleicht zumindest vorerst drinnen, denn diese funktionieren sicher.

Um weitere TrueType-Schriftarten für DOS-Fenster zur Auswahl stellen zu können, können nun eine oder auch mehrere weitere solche Schlüssel wie für "Lucida Console" bereits vorhanden angelegt werden.

Der erste Schlüssel - hier im Beispiel bereits vorhanden für "Lucida Console" hat den Namen "0" (Null). Für jede weitere Schriftart wird einfach ein neuer Schlüssel angelegt mit einem Namen mit jeweils um eine Null mehr. Also "00", "000", "0000" etc. Warum das so ist, ist "praktiker" nicht bekannt, aber so funktioniert das jedenfalls. Normalerweise sollte es sich um eine fortlaufende Zahl handeln - also in diesem Fall weitere mit "1", "2", "3" etc., was aber in diesem Fall nicht funktionieren würde.

Öffnen Sie also nun in der Registry mit dem Mauszeiger und zweiter Maustaste das Alternativ-Menü zu "TrueTypeFont" und wählen Sie dort "Neu" und weiter "Zeichenfolge". Ändern Sie nun den "Namen" des neuen Werts auf "00" resp. "000" wenn "00" bereits vorhanden ist. Und geben Sie nun im Feld "Wert" den Namen der Schriftart an. Also beispielsweise "Courier New" oder "Consolas".

Die Schriftart wird - auch, wenn der Name aus mehreren Wörtern besteht wie bei "Lucida Console" - ohne Anführungszeichen eingegeben.

Die in der Registry vorgenommenen Änderungen werden erst nach einem Neustart von Windows wirksam. Danach können Sie also die Darstellung bei den DOS-Fenstern auf die neu eingestellte Schrifart ändern und auch gleich nutzen. Zur Auswahl stehen sie sofort nach Definition in der Windows-Registry, allerdings erst nach einem System-Neustart wird die neu ausgewählte Schriftart auch im DOS-Fenster verwendet.

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MS-DOS nicht von Haus aus unter 64-bit-Windows, daher: Virtuelle Maschine, DOSBox oder 32-bit-Windows

Mit 64-bit-Versionen von Windows können MS-DOS-Programme nicht mehr von Haus aus verwendet werden. Also beispielsweise unter Vista, Windows 7, Windows 8 in 64bit-Version funktionieren keine MS-DOS-Programme - generell keine 16-bit-Programme, also auch nicht die meisten Windows-Programme, die bis Windows 3.1 eingesetzt wurden. Beispielsweise unter Windows 7 oder Windows 8, 32-bit-Version funktionieren MS-DOS-Programme mit Einschränkungen; also beispielsweise nicht im Vollbild-Modus, aber ansonsten zuallermeist völlig problemlos.

Unter 64-bit-Versionen ist es ein Kompromiss: Dann geht es nur über Virtuelle Maschine oder einen Emulator. Wenn das MS-DOS-Programm alleinstehend - nicht im Zusammenspiel mit Windows-Anwendungen - verwendet werden soll, dann ist das eine praktische Lösung. Wenn das Zusammenspiel mit Windows-Programmen nötig ist, dann ist der Umstieg eine 32-bit-Version von Windows nötig.

Windows XP Mode unter Virtueller Maschine mit 64-bit-Windows

Eine Lösung für die Verwendung von MS-DOS-Programmen unter 64-bit-Windows bieten "Virtual PC" und "XP Mode" von Microsoft, das allerdings nur unter den Windows-7-Varianten "Windows 7 Professional" oder "Windows 7 Ultimate" funktioniert. Dabei wird zuerst einmal "Virtual PC" als Virtuelle Maschine installiert und unter dieser wird dann "Windows XP Mode" - also das eigentliche Betriebssystem - installiert:

=>>> www.microsoft.com Download: Windows Virtual PC
=>>> www.microsoft.com Download: Windows XP Mode

Für Windows 8 gibt es "Windows XP Mode" - jedenfalls vorläufig - offiziell nicht. Unter Windows 8 kann man aber jedenfalls über Zwischenschalten der Virtuellen Maschine "VMLite XP Mode" (statt "Virtual PC") auch "Windows XP Mode" verwenden. "VMLite XP Mode" ist herunterladbar bei:

=>>> www.vmlite.com/index.php?option=com_content&view=article&id=47&Itemid=128

Nachdem Sie "VMLite XP Mode" und - von Microsoft - "Windows XP Mode" heruntergeladen haben, gehen Sie - kurz gefasst - folgendermaßen vor:

DOSBox: DOS-Emulator für Windows, Linux, Mac OSX etc.

DOSBox ist ein DOS-Emulator. Es gibt Versionen für die Verwendung unter Windows, Linux, Mac OSX, Solaris, OS/2, BeOS etc. Gedacht ist dieser vor allem zur Verwendung von DOS-Spielen, die sonst nicht laufen; also beispielsweise auch nicht in einem DOS-Fenster unter Windows. DOSBox simuliert das Vorhandensein mancher seinerzeit gängiger Hardware wodurch für alte Programme die Hardware-Kompatibilität hergestellt werden kann. Jedenfalls bis zur Version 0.74 für Windows fehlt die Unterstützung für die Parallele Schnittstelle (Centronics).

Unter DOSBox werden eigene virtuelle Laufwerke definiert, die real einem Ordner zugeordnet sind. Auf Dateien, die sich außerhalb dieser als Laufwerke gemounteten Ordner befinden, kann von DOSBox aus nicht zugegriffen werden.

Insgesamt ist DOSBox eine interessante Alternative, wenn ein Programm unter dem DOS-Fenster unter Windows nicht laufen will oder eines der oben genannten Betriebssysteme verwendet wird. DOSBox funktioniert auch mit 64-bit-Windows-Versionen.

=>>> www.dosbox.com

Windows 64-bit-Version in 32-bit-Version ändern: Neuinstallation nötig

Der Umweg über eine Virtuelle Maschine mit Windows XP Mode oder DOSBox ermöglicht freilich nicht das Zusammenspiel mit anderen Anwendungen des Hauptsystems. Wenn das wichtig ist, ist die einzige Lösung eine 32-bit-Version unter der - das gilt auch für Windows 8 - MS-DOS- und 16-bit-Windows-Programme normal verwendet werden können. Lediglich den Vollbildmodus gibt es nicht unter Windows seit Windows Vista.

Bei den allermeisten neuen PCs resp. Notebook-PCs ist die 64-bit-Version von Windows vorinstalliert. 32-bit-Versionen gibt es mittlerweile - wenn überhaupt - eher nur bei schwachen resp. kleineren Notbook-PC resp. Netbooks. Wenn Windows in einer 64-bit-Version vorinstalliert ist, so kann diese nicht einfach in eine 32-bit-Version geändert werden. Es ist dann eine komplette Neuinstallation von Windows nötig. Man braucht also dann zur Installation die Installations-DVD für die 32-bit-Windows-Version.

Bevor das System neu installiert wird, ist es freilich nötig sicherzustellen, dass alle für den betreffenden PC nötigen Treiber etc. in einer 32-bit-Version verfügbar sind. Bei 64-bit-Windows-Versionen werden - zumindest nahezu - alle Treiberprogramme in einer 64-bit-Version eingesetzt sein. 64-bit-Programme arbeiten generell nicht unter 32-bit-Windows.

In der Regel wird man einen PC mit einer vorinstallierten sogenannten "OEM-Version" von Windows haben. Wenn man diese in eine 32-bit-Version ändern will, sollte auf der Website des Herstellers des PCs nachgeschaut werden, ob evtl. eine 32-bit-Windows-Version angeboten wird. Wenn es sich dabei um eine OEM-Version des Herstellers handelt hat das freilich den Vorteil, dass auch gleich alle Treiberprogramme dabei sind, die man zu dem speziellen PC-Modell braucht.

Wenn zum PC-Modell keine 32-bit-OEM-Windows-Version angeboten wird, kann man entweder eine normale Windows-Version kaufen oder man kann einen Bekannten darum bitten, der eine gleiche Version in 32-bit-Ausführung hat. Normalerweise müsste es funktionieren, dass man die gleiche Version - also beispielsweise "Home Premium" - mit dem selben Code verwendet wie bei der vorinstallierten Version. Der Code steht normalerweise auf dem Windows-Aufkleber, der am PC kleben müsste.

Wenn man Windows normal kauft, dann enthält das Paket sowohl eine DVD zur Installation für die 32-bit-Version als auch eine 64-bit-Version.

Windows in 64-bit-Version ist selbstverständlich die Zukunft. Wenn eine Anwendung in einer 64-bit-Version verfügbar ist, dann ist diese erheblich schneller als das gleiche Programm in 32-bit-Version. Dies merkt man allerdings nur bei sehr rechenintensiven Anwendungen. Also beispielsweise bei Bild- und Video-Bearbeitung. Ansonsten ist der Unterschied evtl. nicht so sehr dramatisch.

Da es sicherlich noch längere Zeit Anwendungen in 32-bit-Ausführung geben wird, kann eine 32-bit-Windows-Version noch mehrere Jahre lang ohne Einschränkungen verwendet werden.

Da es viele Treiberprogramme und auch Anwendungen vorerst noch nicht in einer 64-bit-Ausführung gibt und wenn viele davon eingesetzt werden sollen, ist - ungeachtet dessen ob man überhaupt 16-bit-Programme verwenden will - möglicherweise eine 32-bit-Windows-Version eine stabilere Lösung als die 64-bit-Windows-Version. Es gibt übrigens auch 32-bit-Versionen von Anwendungen, die unter 64-bit-Windows nicht funktionieren; vermutlich ist das nur dann der Fall, wenn diese auch 16-bit-Komponenten beinhalten.

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