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[BILD] Windows-8-Oberfläche und MS-DOS-Fenster mit Dateimanager Norton Commander - (c) Felix Wessely

MS-DOS-Programme unter Windows 8/7/Vista/XP - Ezzes & Software-Empfehlungen für Praktiker

Entgegen immer wiederholter Ankündigungen vor fast jeder Windows-Version, MS-DOS nun nicht mehr zu unterstützen ist es auch weiterhin möglich, MS-DOS-Programme aus der Steinzeit des Personal Computers unter Windows zu verwenden. Mit Windows-64-bit-Versionen wird es umständlicher, ist aber immerhin machbar. Mit Windows 32-bit-Versionen geht es aber von Haus aus problemlos. Es gibt dabei lediglich seit Windows XP Einiges, das für MS-DOS-Programme anders konfiguriert werden muss und seit Windows Vista ist die Verwendung des Vollbild-Modus für MS-DOS-Anwendungen nicht mehr möglich. - Auf dieser Seite hat die Redaktion des "praktiker" einige Ezzes zur Verwendung von MS-DOS-Programmen - das sind heute oft auch historische Spiele - zusammengestellt.

[!] Vor dem Installieren eines Programms wird es dringend empfohlen die Daten des Rechners zu sichern. Die Verwendung hier zugänglich gemachter Programme und Verfahren erfolgt auf eigene Gefahr.




 
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Wichtigste Besonderheiten mit MS-DOS unter Windows XP, Vista, Windows 7 und Windows 8

Wenn Sie MS-DOS-Programme unter Windows - ab Windows XP resp. dessen Nachfahren in 32-bit-Ausführung - verwenden wollen, so gibt es dafür - abgesehen von der gebremsten Geschwindigkeit bei Bildschirmausgabe - einige Besonderheiten, auf die eher versteckt unter der Hilfe von Windows hingewiesen wird:

Die Startdateien für DOS-Programme heißen AUTOEXEC.NT und CONFIG.NT entsprechend AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS unter "nacktem" DOS. Diese sind unterhalb des Windows-Ordners im Ordner system32. Innerhalb dieser Dateien gibt es - als Kommentar - Textinformationen über die Konfiguration. Suchen Sie in der Windows-Hilfe unter "autoexec.nt" für weitere Hinweise. Über den Menüpunkt "Eigenschaften" können einem DOS-Programm auch individuell benannte Startdateien zugewiesen werden, wodurch unterschiedliche Konfigurationen für jedes DOS-Programm verwendet werden können.

Die Art der Speicherzuweisung für einzelne DOS-Programme sowie Betriebsmodi für den Grafikmodus etc. sind weitestgehend gleich wie - zumindest - seit Windows 3.1 und daher Jedem geläufig, der bisher auch DOS-Programme unter Windows verwendet hatte. Intern funktioniert das freilich heute anders als mit früheren Windows-Versionen, aber die Bedienung und Einstellmöglichkeiten sind ziemlich unverändert geblieben.

Für manche Anwendungen sind die heutigen PCs viel zu schnell. So funktioniert beispielsweise das seinerzeit beliebte "Clipper" - eine Programmiersprache speziell zur Entwicklung von dBASE-Datenbanklösungen - in seiner ursprünglichen DOS-Version nicht oder nur sehr schlecht. Dies betrifft auch viele Games, bei denen dann die Zeitangaben, die sich auf die Taktrate des PCs beziehen überhaupt nicht - oder zumindest nicht brauchbar - funktionieren, weil alles viel zu schnell abläuft. Der betreffenden Anwendung muss daher eine langsamere CPU vorgegaukelt werden. Dazu gibt es beispielsweise "CPU-Slowdown":
=>>> www.sven-of-nine.de/site/doku.php/downloads
Die eigentliche Anwendung wird dann - samt der "Bremsangabe" in Prozenten - als Parameter von CPU-Slowdown aufgerufen (z.B.: slowdown.exe 10% c:\prg\program.exe). Viele DOS-Anwendungen sind damit wieder problemlos verwendbar.

Das weiter unten beschriebene Programm DOSBox, mit dem ein DOS-PC für alte Programme simuliert werden kann, bietet eine Einstellmöglichkeit für die Taktrate.

Die Speichernutzung mancher DOS-Programme ist nicht einwandfrei. Dies stört mitunter unter Nur-DOS nicht, aber unter Windows - oder einer DOS-Emulation - arbeiten solche fehlerhaft programmierten Programme mitunter überhaupt nicht oder nur mit gröberen Störungen. Das ist dann der Fall, wenn undokumentierte Funktionen verwendet werden, die nur unter Nur-DOS funktionieren - und dabei evtl. auch nur unter speziellen DOS-Versionen.

Manche Verfahren unter Windows für die Verwaltung des Speicherbereichs oberhalb des normalen Arbeitsspeichers - der in diesem Fall virtuell zugeordnet wird - funktionieren nicht. Falls etwas, das Sie dringend benötigen nicht funktioniert, starten Sie DOS allein; also ohne Windows. Der Komfort ist damit extrem reduziert, weil nicht nach Windows umgeschaltet werden kann. Wenn es aber ein für Sie wichtiges Programm ist, das unter Windows nicht laufen will, dann ist es die einzige Lösung.

Wesentliche Neuerungen für Verwendung von MS-DOS-Programmen seit Windows Vista

Mit Windows Vista wurde Windows in einigen Punkten, die sich auch auf die Verwendung von MS-DOS-Programmen unter Windows auswirken geändert. Dies betrifft freilich nur die 32-bit-Versionen, weil unter den 64-bit-Versionen von Haus aus keine 16-bit-Programme - und daher auch nicht MS-DOS-Programme - verendet werden können.

So gibt es für DOS-Programme unter Windows seit Windows Vista für die Verwendung von MS-DOS-Programmen keinen Vollbild-Modus mehr und es sind auch einige Ordner besonders geschützt, die von vielen DOS-Programme typischerweise genutzt werden. Dies betrifft in der Hauptsache das Root-Verzeichnis des Hauptlaufwerks C:\.

Seit Windows Vista kein Vollbild-Modus für DOS-Programme: Grafiktreiber von XP kann helfen

Seit Windows Vista funktionieren DOS-Programme zwar - in der 32-bit-Version - weiterhin, allerdings gibt es dabei keinen Vollbild-Modus mehr. Davon sind in allererster Linie Anwendungen mit grafisch aufgebautem Bildschirm betroffen, weil diese zumeist nur im Vollbild-Modus arbeiten.

Das Problem mit dem Vollbild-Modus kann - jedenfalls bei Windows Vista und Windows 7 - umgangen werden, indem Sie statt des Grafik-Gerätetreibers für Ihren Bildschirmadapter - beispielsweise von ATI oder NVIDIA - zur aktuell verwendeten Windows-Version den Grafiktreiber für Windows XP installieren. Unter Windows XP gibt es den Vollbildmodus für DOS-Anwendungen und daher funktioniert dann der Vollbildmodus mit diesem Grafik-Gerätetreiber für Windows XP.

Eruieren Sie dafür also die exakte Typenbezeichnung Ihres Grafikadapters und suchen Sie auf der Website des Herstellers des Grafikadapters nach dem für Ihren Grafikadapter passenden Windows-XP-Gerätetreiber.

Laden Sie sicherheitshalber auch gleich den aktuellen Gerätetreiber für Ihre aktuell verwendete Windows-Version herunter, falls das nicht funktionieren sollte. Eine Anzeige bekommen Sie aber immer. Denn: Falls der Original-Gerätetreiber nicht gefunden wird, arbeitet der Standard-Gerätetreiber von Windows.

Der Geräte-Treiber für Windows-XP bietet selbstverständlich nicht alle Darstellungsmöglichkeiten und aktuelle Betriebsmodi oder Funktionen - so beispielsweise keine Transparenzen - und er wird bei komplexen Grafik-Anwendungen mit Windows-Anwendungen langsamer sein. Aber es ist eben dann ein Kompromiss, wenn Vollbild-Modus unter DOS benötigt wird.

Vorläufig unbekannter Befehl in DOS-Programmen erzwingt Vollbild-Darstellung

Es gibt übrigens einen - von "praktiker" noch nicht eruierten - Befehl, der von manchen DOS-Programmen aufgerufen wird und der unter Windows eine Vollbild-Darstellung erzwingt. Unter Windows bis inklusive XP wird dann eben lästigerweise in Vollbild-Darstellung umgeschaltet, aber bei Windows seit Vista - wobei die Vollbild-Darstellung eben nicht möglich ist - stürzt dann das DOS-Fenster ab wegen Aufruf dieser - unter Windows seit Vista - unerlaubten Anweisung. Das DOS-Fenster wird dann geschlossen.

Eine Hilfe wäre es wohl, wenn man bei DOS-Anwendungen, die das tun, diese Anwendungen wiederum unterhalb eines kleinen Hilfsprogramms aufruft, das genau diese für die Verwendung unter neueren Windows-Versionen fatale Anforderung der Vollbilddarstellung abfängt.

Der Fehler dürfte allerdings extrem selten auftreten. Dieser passiert beispielsweise beim Datenbank-Programm "PC-File", das diesen Vollbild-Befehl beim Beenden des Programms gibt. Da das in diesem Fall nur bei Beenden des Programms passiert kann man wenigstens das Programm verwenden. Es ist dabei also lediglich lästig. Wenn das innerhalb der Verwendung eines Programms passieren sollte, dann wäre das Programm freilich ohne Speziallösungen nicht unter neueren Windows-Versionen verwendbar.

Welcher Befehl das ist, ist leider unklar. Für die Anforderung einer Vollbilddarstellung ist er sicherlich nicht gedacht, denn Vollbilddarstellung ist ja unter DOS immer. Es ist auch kein vordringliches Problem, da das wohl extrem selten vorkommen wird. Es soll nur ein Beispiel dafür sein, welche unerwarteten Fehlfunktionen unter einer DOS-Emulation passieren können.

Seit Windows Vista einige Ordner und auch C:\ besonders geschützt

Seit Windows Vista ist der Zugriff auf manche Ordner nicht mehr uneingeschränkt möglich. Und zwar nicht nur für die Systemordner - neben "Windows" u.a. auch der Ordner "Programme" resp. "Program Files" - sondern auch für das Hauptverzeichnis C:\.

Da es unter DOS nicht so unüblich ist, Daten die evtl. von mehreren Anwendungen verwendet werden ins Hauptverzeichnis zu schreiben, kann es also sein, dass deswegen Manches bei DOS-Anwendungen nicht erwartungsgemäß funktioniert. Sofern möglich sollte man DOS-Anwendungen generell so umkonfigurieren, dass Datenzugriffe und Schreiben ins Hauptverzeichnis eines Laufwerks vermieden wird. Also einfach dafür einen eigenen Ordner anlegen.

Der Hintergrund dafür ist, dass Windows seit Windows Vista alle Dateien, die in einen solcherart geschützten Ordner - das ist auch das Root-Verzeichnis des Systemlaufwerks - woanders speichert, weshalb also Dateien zwar beispielsweise nach C:\ geschrieben werden können, aber unter diesem Pfad nicht auffindbar sind. Diese Dateien sind übrigens sozusagen im Exil im Verzeichnis c:\Users\[Username]\AppData\Local\VirtualStore\ zu finden, was DOS-Anwendungen aber nicht "wissen".

Übrigens: Ordner-Namen "Program Files" alias "Programme" seit Windows Vista

Bei Windows haben seit Windows Vista die vom System angelegten Ordner in allen Sprachvarianten eine englische Bezeichnung. Diese originalen Ordner sind vorgabemäßig versteckt. Über Links gibt es - sichtbare - Ordner in der jeweiligen Sprachvariante. Der Ordner "Users" ist also in der deutschen Windows-Version als "Benutzer" sichtbar, "Program Files" als "Programme" etc.

Unter 64-bit-Versionen von Windows gibt es übrigens zusätzlich noch einige vom System genutzte Ordner mit dem Suffix "(x86)" also beispielsweise "Program Files (x86)" zusätzlich zu "Program Files". Dabei sind die Ordner mit Suffix "(x86)" für 32-bit-Programme und jene ohne Suffix "(x86)" für 64-bit-Programme.

Wichtige Besonderheiten beim Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows

MS-DOS-Programme hatten seinerzeit das Ausdrucken direkt erledigt. Daher muss man bei jedem DOS-Programm separat festlegen, welche Drucker-Schnittstelle verwendet werden soll und in welchem Format - Seitenbeschreibungssprache - der Drucker angesprochen werden soll.

Wenn folgende Bedingungen gegeben sind, funktioniert Ausdrucken aus MS-DOS-Programmen auch unter den neuesten Windows-Versionen völlig problemlos:

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