[LOGO] ITM praktiker - MULTI MEDIA & ELEKTRONIK
[BILD] Windows-8-Oberfläche und MS-DOS-Fenster mit Dateimanager Norton Commander - (c) Felix Wessely

MS-DOS-Programme unter Windows 11/10/8/7/Vista/XP - Ezzes & Software-Empfehlungen für Praktiker

Entgegen immer wiederholter Ankündigungen vor fast jeder Windows-Version, MS-DOS nun nicht mehr zu unterstützen ist es auch weiterhin möglich, MS-DOS-Programme aus der Steinzeit des Personal Computers unter Windows zu verwenden. Mit Windows-64-bit-Versionen wird es umständlicher, ist aber immerhin machbar. Mit Windows 32-bit-Versionen geht es aber von Haus aus problemlos. Es gibt dabei lediglich seit Windows XP Einiges, das für MS-DOS-Programme anders konfiguriert werden muss und seit Windows Vista ist die Verwendung des Vollbild-Modus für MS-DOS-Anwendungen nicht mehr möglich. - Auf dieser Seite hat die Redaktion des "praktiker" einige Ezzes zur Verwendung von MS-DOS-Programmen - das sind heute oft auch historische Spiele - zusammengestellt.

[!] Vor dem Installieren eines Programms wird es dringend empfohlen die Daten des Rechners zu sichern. Die Verwendung hier zugänglich gemachter Programme und Verfahren erfolgt auf eigene Gefahr.


 AUF DIESER SEITE & VERWANDTE THEMEN

<=> Wichtigste Besonderheiten mit MS-DOS unter Windows XP, Vista, Windows 7, 8, 10 und Windows 11

<=> Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows

<=> MS-DOS nicht bei 64-bit-Windows dabei, daher: Windows XP Mode, DOSBox in Varianten oder 32-bit-Windows

<=> Alte Floppy-Disks auf neuem PC ohne Floppy-Laufwerk


==> Aktuelles zu PC-/MS-DOS für heute - Ezzes & Software-Empfehlungen

==> Übersicht: Downloads und Ezzes - Ezzes & Software-Empfehlungen


"praktiker"-Software und Software zu Berichten im "praktiker"

==> GEM Grafische Benutzer-Oberfläche für MS-DOS-PCs


Download-Server

==> Software-Sammlungen für MS-DOS

==> WinTotal Softwarearchiv - Software für Windows, DOS, Linux


Wichtigste Besonderheiten mit MS-DOS unter Windows XP, Vista, Windows 7, 8, 10 und Windows 11

Windows 11 voraussichtlich nicht in 32bit = nativ kein MS-DOS

Nach aktuellem Stand dürfte Windows 11 nicht in einer 32-bit-Version herauskommen, sondern nur in 64-bit-Version. Sofern sich das nicht doch noch ändern sollte, können unter Windows 11 keine MS-DOS-Programme verwendet werden. Es gelten dann hinsichtlich Verwendung von MS-DOS-Programmen die Möglichkeiten wie mit anderen 64-bit-Windows-Versionen.

MS-DOS auch unter Windows 10 32bit - auf x86-Hardware

MS-DOS resp. 16-bit-Windows-Programme laufen unter Windows 10 - wie bereits bei früheren Windows-NT-Versionen - nur unter der 32-bit-Version. Seit Windows Vista gibt es als Einschränkung keinen Vollbildmodus für MS-DOS-Programme.

Windows 10 ist die beste Lösung für Tablets mit konventioneller x86-Hardware - allerdings mit SSD statt Harddisk. Damit hat man schließlich einen ernsthaften Computer im Gegensatz zu den prominenten Alternativen mit Android oder iOS. iOS ist wohl die Wahl für Apple-User. Android ist großartig am Smartphone, aber es ist im Grunde ein PDA-Betriebssystem. Mit Windows 10 auf x86-Hardware können alle konventionellen Windows-Anwendungen verwendet werden; bei 32-bit-Versionen laufen auch alte 16-bit-Windows- und MS-DOS-Programme. Rein praktisch sollte aber das Hauptlaufwerk ein SSD Solid State Drive statt einer Harddisk sein. Grund dafür ist, dass Windows 10 sehr häufig auf das Laufwerk zugreift, was mit Harddisk das Arbeitstempo stark bremst. Bei Tablets sind allerdings zumeist von vornherein SSDs in Verwendung. Allein deswegen, weil sie kleiner sind und einen erheblich kleineren Stromverbrauch haben.

Windows 11 ist wegen seiner erheblich höheren Hardware-Anforderungen für schwächere Tablets nicht geeignet. Bislang ist es so, dass auf Windows-Tablets die 32-bit-Version von Windows 10 vorinstalliert worden ist. Da es für Windows 11 vorerst keine 32-bit-Version gibt, werden nur höherklassige Tablets damit verwendbar sein, die eben diese höheren Hardware-Anforderungen erfüllen.

Wenn Sie MS-DOS-Programme unter Windows - ab Windows XP resp. dessen Nachfahren in 32-bit-Ausführung - verwenden wollen, so gibt es dafür - abgesehen von der gebremsten Geschwindigkeit bei Bildschirmausgabe - einige Besonderheiten, auf die eher versteckt unter der Hilfe von Windows hingewiesen wird:

Die Startdateien für DOS-Programme heißen AUTOEXEC.NT und CONFIG.NT entsprechend AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS unter "nacktem" DOS (und früheren auf DOS aufgesetzten Windows-Versionen bis inkl. Windows 98/ME). Diese sind unterhalb des Windows-Ordners im Ordner system32. Innerhalb dieser Dateien gibt es - als Kommentare - Textinformationen über die Konfiguration. Suchen Sie zusätzlich in der Windows-Hilfe unter "autoexec.nt" für weitere Hinweise. Über den Menüpunkt "Eigenschaften" können einem DOS-Programm statt AUTOEXEC.NT und CONFIG.NT auch individuell benannte Startdateien zugewiesen werden, wodurch unterschiedliche Konfigurationen für jedes DOS-Programm verwendet werden können.

Die Art der Speicherzuweisung für einzelne DOS-Programme sowie Betriebsmodi für den Grafikmodus etc. sind weitestgehend gleich wie - zumindest - seit Windows 3.1 und daher Jedem geläufig, der bisher auch DOS-Programme unter Windows verwendet hatte. Intern funktioniert das freilich heute anders als mit früheren Windows-Versionen, aber die Bedienung und Einstellmöglichkeiten sind ziemlich unverändert geblieben.

Für manche Anwendungen sind die heutigen PCs viel zu schnell. So funktioniert beispielsweise das seinerzeit beliebte "Clipper" - eine Programmiersprache speziell zur Entwicklung von dBASE-Datenbanklösungen - in seiner ursprünglichen DOS-Version nicht oder nur sehr schlecht. Dies betrifft auch viele Games, bei denen dann die Zeitangaben, die sich auf die Taktrate des PCs beziehen überhaupt nicht - oder zumindest nicht brauchbar - funktionieren, weil alles viel zu schnell abläuft. Der betreffenden Anwendung muss daher eine langsamere CPU vorgegaukelt werden.

Das weiter unten beschriebene Programm DOSBox (siehe DOSBox: DOS-Emulator für Windows, Linux, Mac OSX etc.), mit dem - u.a. auch unter 64-bit-Windows - ein DOS-PC für alte Programme simuliert werden kann, bietet eine Einstellmöglichkeit für die Taktrate.


Schau auf die Tafel:
Originalkopf-Mikrofone: Bis 5.11. so lan­ge Vor­rat reicht: Sound­man-OKM und Sound­man-A3-Adap­ter extra günstig - Info- & Be­stell­sys­tem praktiker-Le­ser­ser­vice: Hier.

Die Speichernutzung mancher DOS-Programme ist nicht einwandfrei. Dies stört mitunter unter Nur-DOS nicht, aber unter Windows - oder einer DOS-Emulation - arbeiten solche fehlerhaft programmierten Programme mitunter überhaupt nicht oder nur mit gröberen Störungen. Das ist dann der Fall, wenn undokumentierte Funktionen verwendet werden, die nur unter Nur-DOS funktionieren - und dabei evtl. auch nur unter speziellen DOS-Versionen.

Manche Verfahren unter Windows für die Verwaltung des Speicherbereichs oberhalb des normalen Arbeitsspeichers - der in diesem Fall virtuell zugeordnet wird - funktionieren nicht. Falls etwas, das Sie dringend benötigen nicht funktioniert, starten Sie DOS allein; also ohne Windows. Der Komfort ist damit extrem reduziert, weil nicht nach Windows umgeschaltet werden kann. Wenn es aber ein für Sie wichtiges Programm ist, das unter Windows nicht laufen will, dann ist es die einzige Lösung.

==> Aktuelles zu PC-/MS-DOS für heute - Ezzes & Software-Empfehlungen für Praktiker

Für alte 16-bit-Windows-Programme gilt das selbe wie für MS-DOS-Programme. Diese funktionieren dann auch. Bekanntlich sind die frühen Windows-Version - außer Windows NT - auf MS-DOS aufgesetzt. Das sind also die Windows-Versionen 1 bis 3 sowie 95 und 98 sowie Spielarten davon; also vor Windows XP. Viele der alten Windows-Programme sind 16-bit-Programme. Diese werden von Haus aus eben nur bei den heutigen 32-bit-Versionen von Windows unterstützt. Sehr heikel sind alte 16-bit-Windows-Programme, wenn diese auf die Schnittstellen zugreifen. Das funktioniert evtl. nicht. Vor allem zwischen Windows 3.0 und Windows 3.1 gab es beispielsweise für Zugriffe auf die RS-232-Schnittstelle ("Serielle Schnittstelle") gröbere Änderungen. Es soll hier nicht näher darauf eingegangen werden, aber wenn etwas bei einem alten Windows-Programm nicht anständig funktioniert - was am ehesten bei Zugriffen auf Schnittstellen passieren könnte -, dann ist es die beste Lösung, auf einem alten PC die Windows-Version aus dieser Zeit zu installieren. Der alte PC hat dann auch die damals üblichen Schnittstellen und Diskettenlaufwerk.

Wesentliche Neuerungen für Verwendung von MS-DOS-Programmen seit Windows Vista

Mit Windows Vista wurde Windows in einigen Punkten, die sich auch auf die Verwendung von MS-DOS-Programmen unter Windows auswirken, geändert. Dies betrifft freilich nur die 32-bit-Versionen, weil unter den 64-bit-Versionen von Haus aus keine 16-bit-Programme - und daher auch nicht MS-DOS-Programme - verwendet werden können.

So gibt es für DOS-Programme unter Windows seit Windows Vista keinen Vollbild-Modus mehr und es sind auch einige Ordner besonders geschützt, die von vielen DOS-Programmen typischerweise genutzt werden. Dies betrifft in der Hauptsache das Root-Verzeichnis des Hauptlaufwerks C:\.

Seit Windows Vista kein Vollbild-Modus für DOS-Programme: Grafiktreiber von XP kann helfen

Seit Windows Vista funktionieren DOS-Programme zwar - in der 32-bit-Version - weiterhin, allerdings gibt es dabei keinen Vollbild-Modus mehr. Davon sind in allererster Linie Anwendungen mit grafisch aufgebautem Bildschirm betroffen, weil diese zumeist nur im Vollbild-Modus arbeiten.

Das Problem mit dem Vollbild-Modus kann - jedenfalls bei Windows Vista und Windows 7 - umgangen werden, indem Sie statt des Grafik-Gerätetreibers für Ihren Bildschirmadapter - beispielsweise von ATI oder NVIDIA - zur aktuell verwendeten Windows-Version den Grafiktreiber für Windows XP installieren. Unter Windows XP gibt es den Vollbildmodus für DOS-Anwendungen und daher funktioniert dann der Vollbildmodus mit diesem Grafik-Gerätetreiber für Windows XP.

Eruieren Sie dafür also die exakte Typenbezeichnung Ihres Grafikadapters und suchen Sie auf der Website des Herstellers des Grafikadapters nach dem für Ihren Grafikadapter passenden Windows-XP-Gerätetreiber.

Laden Sie sicherheitshalber auch gleich den aktuellen Gerätetreiber für Ihre aktuell verwendete Windows-Version herunter, falls das nicht funktionieren sollte. Eine Anzeige bekommen Sie aber immer. Denn: Falls der Original-Gerätetreiber nicht gefunden wird, arbeitet der Standard-Gerätetreiber von Windows.

Der Geräte-Treiber für Windows-XP bietet selbstverständlich nicht alle Darstellungsmöglichkeiten und aktuelle Betriebsmodi oder Funktionen - so beispielsweise keine Transparenzen - und er wird bei komplexen Grafik-Anwendungen mit Windows-Anwendungen langsamer sein. Aber es ist eben dann ein Kompromiss, wenn Vollbild-Modus unter DOS benötigt wird.

Vorläufig unbekannter Befehl in DOS-Programmen erzwingt Vollbild-Darstellung

Es gibt übrigens einen - von "praktiker" noch nicht eruierten - Befehl, der von manchen DOS-Programmen aufgerufen wird und der unter Windows eine Vollbild-Darstellung erzwingt. Unter Windows bis inklusive XP wird dann eben lästigerweise in Vollbild-Darstellung umgeschaltet, aber bei Windows seit Vista - wobei die Vollbild-Darstellung eben nicht möglich ist - stürzt dann das DOS-Fenster ab wegen Aufruf dieser - unter Windows seit Vista - unerlaubten Anweisung. Das DOS-Fenster wird dann geschlossen.

Eine Hilfe wäre es wohl, wenn man bei DOS-Anwendungen, die das tun, diese Anwendungen wiederum unterhalb eines kleinen Hilfsprogramms aufruft, das genau diese für die Verwendung unter neueren Windows-Versionen fatale Anforderung der Vollbilddarstellung abfängt.

Der Fehler dürfte allerdings extrem selten auftreten. Dieser passiert beispielsweise beim Datenbank-Programm "PC-File", das diesen Vollbild-Befehl beim Beenden des Programms gibt. Da das in diesem Fall nur bei Beenden des Programms passiert kann man wenigstens das Programm verwenden. Es ist dabei also lediglich lästig. Wenn das innerhalb der Verwendung eines Programms passieren sollte, dann wäre das Programm freilich ohne Speziallösungen nicht unter neueren Windows-Versionen verwendbar.

Welcher Befehl das ist, ist leider unklar. Für die Anforderung einer Vollbilddarstellung ist er sicherlich nicht gedacht, denn Vollbilddarstellung ist ja unter DOS immer. Es ist auch kein vordringliches Problem, da das wohl extrem selten vorkommen wird. Es soll nur ein Beispiel dafür sein, welche unerwarteten Fehlfunktionen unter einer DOS-Emulation passieren können.

Seit Windows Vista einige Ordner und auch C:\ besonders geschützt

Seit Windows Vista ist der Zugriff auf manche Ordner nicht mehr uneingeschränkt möglich. Und zwar nicht nur für die Systemordner - neben "Windows" u.a. auch der Ordner "Programme" resp. "Program Files" - sondern auch für das Root-Verzeichnis C:\.

Da es unter DOS nicht so unüblich ist, Daten die evtl. von mehreren Anwendungen verwendet werden ins Root-Verzeichnis zu schreiben, kann es also sein, dass deswegen Manches bei DOS-Anwendungen nicht erwartungsgemäß funktioniert. Sofern möglich sollte man DOS-Anwendungen generell so umkonfigurieren, dass Datenzugriffe und Schreiben ins Root-Verzeichnis eines Laufwerks vermieden wird. Also einfach dafür einen eigenen Ordner anlegen.

Der Hintergrund dafür ist, dass Windows seit Windows Vista alle Dateien, die in einen solcherart geschützten Ordner - das ist auch das Root-Verzeichnis des Systemlaufwerks - woanders speichert, weshalb also Dateien zwar beispielsweise nach C:\ geschrieben werden können, aber unter diesem Pfad nicht auffindbar sind. Diese Dateien sind übrigens sozusagen im Exil im Ordner c:\Users\[Username]\AppData\Local\VirtualStore\ zu finden, was DOS-Anwendungen aber nicht "wissen".

Seit Windows Vista _default.pif für MS-DOS-Voreinstellungen nicht mehr änderbar

Bereits - zumindest - seit Windows 3 gibt es ein Verfahren für die Voreinstellungen der Umgebungsbedingungen von MS-DOS-Programmen, die unter Windows gestartet werden. Diese Voreinstellungen werden in einer Datei mit der Dateinamenserweiterung *.pif gespeichert. Diese PIF-Datei hat den selben Namen und liegt im selben Ordner wie das MS-DOS-Programm, für das die gemachten Einstellungen angewandt werden sollen. Beispielsweise die PIF-Datei zum Programm C:\NC\NC.EXE ist also C:\NC\NC.PIF.

Die Einstellungen zu einer MS-DOS-Anwendung, die dann in der PIF-Datei gespeichert werden, werden vorgenommen entweder

Dieses Verfahren ist so weit wohl zumindest seit Windws 3 gut vertraut. Besonderheit dabei ist, dass es von Windows Voreinstellungen für MS-DOS-Fenster gibt. Eine PIF-Datei wird zu einem MS-DOS-Programm also immer nur dann erstellt, wenn für das spezielle MS-DOS-Programm etwas von diesen Voreinstellungen abweichen soll.

Wenn ein MS-DOS-Programm gestartet wird und keine dazugehörende PIF-Datei gefunden wird, dann werden die Vorgabe-Werte angewandt. Diese Vorgabewerte sind in der Datei c:\windows\_default.pif gespeichert.

Neu seit Windows Vista ist, dass diese Vorgabewerte nicht geändert werden können, weil die Datei c:\windows\_default.pif nicht verändert werden kann. Bis vor Windows Vista war es möglich, dass diese Datei geändert werden kann und daher einige Vorgaben, die man selbst als Standard für MS-DOS-Programme bevorzugen würde, ändern konnte.

Es erscheint dann eine Meldung wie beispielsweise "Die Verknüpfung oder .pif-Datei ist eventuell schreibgeschützt oder wird von einem anderen Programm geändert." Schreibgeschützt ist die Datei nicht, aber sie dürfte von einer Dateivorlage dafür - innerhalb des Ordners c:\windows\winsxs\ immer wieder überschrieben werden. Mit dieser Methode wird verhindert, dass falsche Änderungen oder Löschen von essentiellen Dateien Windows unbrauchbar machen könnten. Dies ist für die allermeisten User sicherlich sinnvoll, aber solcherart sind eigene Modifikationen - wie in diesem Fall - eingeschränkt.

Einige Voreinstellungen können auf andere Weise geändert werden, aber jene Voreinstellungen, die nur in der PIF-Datei vorgenommen werden können und die man abweichend vom Standard haben will, muss man daher seit Windows Vista für jedes MS-DOS-Programm separat vornehmen.

Jedenfalls wurde von der "praktiker"-Redaktion bislang kein Weg gefunden, die Datei c:\windows\_default.pif zu ändern. Wie oberhalb beschrieben, würde es eben evtl. auch nicht genügen, nur die Datei c:\windows\_default.pif zu ändern um die Voreinstellungen für MS-DOS-Programme dauerhaft zu ändern.

Übrigens: Ordner-Namen "Program Files" alias "Programme" seit Windows Vista

Bei Windows haben seit Windows Vista die vom System angelegten Ordner in allen Sprachvarianten eine englische Bezeichnung. Diese originalen Ordner sind vorgabemäßig versteckt. Über Links gibt es - sichtbare - Ordner in der jeweiligen Sprachvariante. Der Ordner "Users" ist also in der deutschen Windows-Version als "Benutzer" sichtbar, "Program Files" als "Programme" etc.

Windows 64-bit-Version: Ordner "Program Files (x86)" zusätzlich zu "Program Files"

Unter 64-bit-Versionen von Windows gibt es übrigens zusätzlich noch einige vom System genutzte Ordner mit dem Suffix "(x86)" also beispielsweise "Program Files (x86)" zusätzlich zu "Program Files". Dabei sind die Ordner mit Suffix "(x86)" für 32-bit-Programme und jene ohne Suffix "(x86)" für 64-bit-Programme.

Unterschiede Befehlsinterpreter COMMAND.COM und cmd.exe in der Praxis

Beachten Sie besonders, dass es - nur bei 32-bit-Windows! - neben cmd.exe auch COMMAND.COM als Befehlsinterpreter gibt. Beide befinden sich im Ordner "system32" innerhalb des Windows-Hauptordners.

Im Grunde muss man sich um die Auswahl des Befehlsinterpreters nicht kümmern. Wenn man eine Batchdatei aufruft, dann werden jene Befehle, die unter Windows funktionieren unter cmd.exe aufgerufen. Sofern beim Aufruf der Befehlsinterpreter nicht explizit angegeben wird, startet eine Batchdatei mit cmd.exe. Wenn aber innerhalb der Batchdatei ein DOS-Programm gestartet wird, so wird dafür auf COMMAND.COM umgeschaltet. COMMAND.COM ist ausschließlich für 16-bit-Anwendungen - also MS-DOS - gedacht.

Der Laie versteht mitunter vorerst den Unterschied zwischen den beiden Befehlsinterpretern nicht, weil unter Windows - und damit cmd.exe - die wesentlichen Befehle und Hilfsprogramme die selben Namen und die selbe Funktion wie unter MS-DOS haben. Der Unterschied ist auch kaum erkennbar, weil eben MS-DOS-Programme ohne spezielle Meldung nahtlos und automatisch innerhalb von cmd.exe unter COMMAND.COM ausgeführt werden.

Es funktioniert aber auch der umgekehrte Fall; wenn man also aus einem DOS-Fenster mit COMMAND.COM eine Windows-Anwendung aufruft. Sie können also beispielsweise einen Ablauf mit Aufruf mehrerer Anwendungen über eine Batchdatei (*.bat) durchführen und das funktioniert genauso wie unter nacktem DOS. Es funktioniert also auch, wenn Sie über die Batchdatei eine Windows-Anwendung aufrufen. Diese läuft dann freilich nicht über COMMAND.COM, sondern ganz normal als eigenes Fenster. Sie wird nur - eventuell auch mit Parametern - aus der Stapelverarbeitungdatei heraus gestartet.

Beispiel: Der Norton Commander als Dateimanager unter DOS ist ja gut bekannt. Wenn Sie diesen aufrufen, wird dieser automatisch - dieser ist ja ein 16-bit-DOS-Programm - unter COMMAND.COM aufgerufen. Wenn Sie in der Befehlszeile des Norton Commander eingeben: c:\windows\notepad.exe, dann wird ein neues Fenster mit dem Windows-Editor "Notepad" geöffnet. Das DOS-Fenster in dem der Norton Commander läuft, ist nun blockiert. Sobald der Windows-Editor wieder beendet wird, ist der Norton Commander wieder ansprechbar.

Die Möglichkeit, MS-DOS-Programme in einem über eine Batchdatei gesteuerten Ablauf mit Windows-Programmen zu kombinieren, ist freilich eine großartige Sache für alle jene, die gerne ihre Arbeitsabläufe automatisieren. Deswegen ist es eben falsch - wie es vielfach behauptet wird -, dass eine Virtuelle Maschine oder ein DOS-Emulator ein vollständiger Ersatz für das normale DOS-Fenster unter Windows wäre. Das ist nur dann zutreffend, wenn einzelne DOS-Anwendungen alleinstehend verwendet werden sollen, weil ja dann das Zusammenspiel mit anderen Anwendungen - auch Windows-Anwendungen - nicht gebraucht wird. Beispielsweise bei Spielen ist das der Fall.

Da COMMAND.COM freilich MS-DOS ist und es unter MS-DOS keine Langen Dateinamen gibt, werden Lange Dateinamen nach der Bearbeitung über ein MS-DOS-Programm auf 8.3-Format verstümmelt. Hier weiter unten wird beschrieben wie dieses Problem recht einfach zu lösen ist - siehe Bearbeiten von Dateien mit Langen Dateinamen unter DOS.

Windows-Anwendungen von DOS-Fenster unter Windows starten auch ohne DOS dabei zu blockieren - asynchrone Verarbeitung

Wenn Sie aus einem DOS-Fenster unter Windows einen Workflow abarbeiten und innerhalb dieses Workflows auch ein Windows-Programm aufrufen, dann ist es wohl erwünscht, dass die Batchdatei mit der Weiterverarbeitung so lange wartet, bis das aufgerufene Windows-Programm wieder geschlossen ist. Wenn es sich dabei also beispielsweise um die Verarbeitung einer Textdatei handelt, die über die Batchdatei auch mit einem Texteditor unter Windows aufgerufen wird, dann sind für die Weiterverarbeitung freilich die Änderungen nötig, die man mit dem Texteditor unter Windows vorgenommen hat. Der Aufruf für diesen Zweck sieht also - ganz normal - beispielsweise so aus:

Das ist die normale synchrone Abarbeitung eines Befehls in einer Batchdatei. Abgesehen beim Aufruf von Programmen, die fortan speicherresident bleiben - so genannte TSRs Terminate and Stay Resident - ist das unter DOS nur so möglich.

Die asynchrone Abarbeitung eines Befehls in einer Batchdatei ist nur möglich mit Windows-Befehlen oder Windows-Programmen.

Eine asynchrone Abarbeitung der Batchdatei beim Aufruf eines Windows-Programms bedeutet, dass das Windows-Programm aufgerufen wird, aber die nachfolgenden Befehle in der Batchdatei sofort weiter abgearbeitet werden. Es wird also nicht auf Beenden des Windows-Programms gewartet. - Zur asynchronen Abarbeitung in der Batchdatei sieht der Befehl dazu - zum Aufrufen des selben Programms mit der selben Textdatei wie im Beispiel oberhalb - so aus:

Hierfür wird also explizit der Windows-Befehlsinterpreter cmd.exe aufgerufen. Der Parameter /C bewirkt, dass cmd.exe nach Ausführen des Befehls wieder geschlossen wird. Der Befehl start ist ein interner Befehl von cmd.exe. Der erste Parameter von start ist übrigens der Fenstertitel. Wenn keiner angegeben wird - so wie hier - dann muss "" angegeben werden. Lange Dateinamen können hier in jedem Fall verwendet werden, weil diese sowieso vom Windows-Befehlsinterpreter verarbeitet werden.

Das asynchrone Aufrufen explizit über cmd.exe ist freilich auch dann am besten, wenn man mit einer Batchdatei aus einem DOS-Fenster heraus nur dieses eine Programm aufrufen will. Oder, wenn dieser Aufruf am Ende der Batchdatei steht. Es ist ja dann sinnlos, die Batchdatei warten zu lassen - wofür dann auch ein DOS-Fenster geöffnet bliebe. Die Batchdatei kann dann eben gleich beendet werden. Außerdem ist es freilich interessant, wenn man mehrere Windows-Programme mit einem Befehl - also über eine Batchdatei - starten will. Beispielsweise alle Anwendungen, die für eine bestimmte Aufgabe gebraucht werden. Dann werden nach der Reihe alle diese Anwendungen gestartet und die Batchdatei gleich danach beendet.

Alternative Befehlsinterpreter 4DOS statt COMMAND.COM und TCC/LE statt cmd.exe

Vor allem beliebt unter MS-DOS war der alternative Befehlsinterpreter 4DOS als Ersatz für COMMAND.COM, der einen erheblich größeren Funktionsumfang bietet.

Für Freunde alternativer Befehlsinterpreter mit erheblich größerem Funktionsumfang gibt es als Pendant zu 4DOS für Windows TCC/LE von JP Software zur Verwendung anstatt cmd.exe - siehe jpsoft.com: TCC/LE.

Das wechselseitige Umschalten zwischen 32-bit-Windows und MS-DOS mit TCC/LE - sowohl in die eine als auch in die andere Richtung - wurde von "praktiker" nicht getestet, müsste aber genauso funktionieren.

==> 4DOS / Free 4DOS: Alternativer Befehlsinterpreter - statt command.com

Bearbeiten von Dateien mit Langen Dateinamen unter DOS

Wenn Sie unter Windows arbeiten und - nur als Beispiel - mit einem Konvertierprogramm unter DOS eine Textdatei mit Langem Dateinamen bearbeiten wollen, dann gibt es freilich ein Problem: Sie können die Datei nur mit ihrem 8.3-Dateinamen aufrufen und wenn das Programm das Konvertier-Ergebnis wieder abspeichert, hat die Datei generell den 8.3-Dateinamen. Nach der Bearbeitung der Datei durch das DOS-Programm ist also der Lange Dateiname in einen 8.3-Dateinamen geändert.

Das kann man einfach so lösen, indem man die Datei vor der Bearbeitung durch das DOS-Programm umbenennt in einen Dateinamen nach 8.3-Konvention und nachher wieder in seinen ursprünglichen langen Dateinamen umbenennt. Das funktioniert jedenfalls im DOS-Fenster unter Windows folgendermaßen, wobei davon ausgegangen wird, dass beispiel1.bat durch Ziehen und Ablegen der betreffenden Textdatei auf das Icon von beispiel1.bat - oder eine Verknüpfung dorthin - erfolgt, wodurch der Dateiname als Parameter (= %1) automatisch übergeben wird:

BEISPIEL1.BAT
  • if (%1)==() goto fehler
  • copy %1 c:\temp\tmpcvt1.txt
  • c:\bin\convert.exe c:\temp\tmpcvt1.txt
  • copy c:\dat\tmpcvt1.txt %1
  • goto quit
  • :fehler
  • echo Fehler: Es wurde kein Parameter erkannt.
  • echo Die zu bearbeitende Datei muss auf das Icon von BEISPIEL1.BAT abgelegt werden.
  • pause
  • :quit

Hier passiert also Folgendes:

Damit werden also zwei Probleme umgangen:

Die Textdatei mit dem langen Dateinamen kann solcherart also über ein DOS-Programm bearbeitet werden und am Ende ist dennoch der lange Dateiname erhalten geblieben. Das funktioniert auf diese Art völlig reibungs- und mühelos. Derartige Vorgänge sind aber so einfach nur mit 32-bit-Windows realisierbar, weil bei diesem die MS-DOS-Ebene nahtlos als Teil des Betriebssystems - und nicht als separate Anwendung - zur Verfügung steht.

Beim Ablegen der - in diesem Beispiel - Textdatei auf dem Icon von beispiel1.bat wird der Dateiname samt Pfad der Textdatei automatisch mit Anführungszeichen am Anfang und Ende übergeben, sofern sich ein Leerzeichen innerhalb des Pfads oder Dateinamen befindet. Wenn kein Leerzeichen enthalten ist, dann werden keine Anführungszeichen angefügt. Durch die "Einrahmung" mit Anführungszeichen wird das als zusammenhängend übergeben. Ansonsten würden freilich alle Zeichen nach jedem Leerzeichen als ein weiterer Parameter interpretiert werden.

Beim Ablegen der Datei auf dem Icon wird der Dateiname samt Pfad nur dann mit Anführungszeichen am Anfang und Ende übergeben, wenn Leerzeichen darin vorkommen. Ansonsten nicht. Also beispielsweise c:\texte\Sitzungsprotokoll.txt bleibt ohne Anführungszeichen, hingegen "c:\Neue Texte\Sitzungsprotokoll vom 15. Oktober.txt" wird samt Anführungszeichen als Parameter übergeben. Das macht Windows automatisch.

Man darf den übergebenen Dateinamen also in der Batchdatei nicht angeben als "%1" - um damit sicherzustellen, dass der Dateiname samt Pfad innerhalb Anführungszeichen steht. Da das Windows automatisch macht, würde das ggf. jeweils zwei Anführungszeichen am Anfang und am Ende ergeben. Das funktioniert dann nicht.

==> Lange Dateinamen und 8.3-Dateinamen unter DOS und Windows

Tastaturtreiber oft wie bei Schreibmaschine: Tasten der oberen Ziffernreihe bei Caps-Lock

Unter Windows ist es bekanntlich generell sinnvoll, die Tastatur auf - wenn diese Option zur Verfügung steht, was aber in der Regel der Fall ist - "Deutsch (IBM)" einzustellen (unter Systemeinstellungen > Regions- und Sprachoptionen > Sprachen > Details. Dort nun die Tastatur "Deutsch (IBM)" auswählen.).

Bei der Tastatur erreicht man mit der Shift-Taste bei einer Buchstaben-Taste den Großbuchstaben und bei Ziffern, Zeichen etc. das jeweils oben auf der Taste angeführte Zeichen. Beispielsweise bei der Taste zur Ziffer 4 ist das $, also das Dollar-Zeichen.

Bei der alten Typenhebel-Schreibmaschine waren auf jedem Typenhebel zwei Zeichen. Mit der Shift-Feststelltaste hat man also bei der alten Typenhebel-Schreibmaschine immer das obere Zeichen des Typenhebels erhalten. Die Shift-Funktion hatte dann bei dieser Mechanik freilich für alle Tasten gegolten. Man konnte damit also mit der Feststelltaste nicht einfach nur die Großbuchstaben bekommen sondern man bekam damit auch alle Zweitbelegungen der Nicht-Buchstaben-Tasten. Um die Ziffer 4 zu tippen musste man die Feststelltaste lösen.

Bei den damals recht teuren - und daher nicht stark verbreiteten - Kugelkopf-Schreibmaschinen hatte es diese Einschränkung nicht gegeben. Bei diesen war das für den Gebrauch logischer gelöst. Die Feststelltaste war nun eine Umschalttaste nur für die Großbuchstaben. Die Kugelkopf-Schreibmaschine wurde von IBM erfunden.

Weil die meisten Leute aber die Logik der Typenhebel-Schreibmaschine gewohnt waren, hatte man dann die Lösung gefunden, dass es Tastaturtreiber gegeben hatte, die nach dieser Logik gearbeitet hatten und einen der nach der Logik der Kugelkopf-Schreibmaschine gearbeitet hatte. Dieser ist bei Windows mit dem Zusatz "IBM" bezeichnet.

Für den PC die logischere Vorgangsweise ist freilich die wie bei der Kugelkopf-Schreibmaschine. In aller Regel ist das auch heute der Standard bei Tastaturtreibern. Aber - zumindest - bei Windows gibt es diese Unterscheidung.

Wenn also eine IBM-Version für den deutschen Tastaturtreiber zur Auswahl steht, dann ist dieser der sinnvollere. Es wird wohl heute kaum noch jemanden geben, der sich von der alten Typenhebel-Schreibmaschine noch nicht umgewöhnt hat. Konsequent ist dieser Tastaturtreiber für die Typenhebel-Logik sowieso nicht, weil beispielsweise bei den Interpunktionszeichen wirkt CapsLock nicht, sondern nur bei den Zifferntasten.

Einige alternative deutsche DOS-Tastaturtreiber werden - vor allem im Zusammenhang mit dem Punkt als Dezimaltrennzeichen im numerischen Tastenblock - unter dem Thema "Aktuelles zu PC-/MS-DOS für heute" erläutert: KDRIVE, KEYBW - DOS-Tastaturtreiber mit Dezimalpunkt / Punkt als Dezimalzeichen. Dezimalpunkt ist bei vielen älteren DOS-Programmen - die oft noch an den Usancen in den USA orientiert waren - das verwendete Dezimaltrennzeichen. In diesem Fall ist es daher günstiger, wenn die Dezimaltrennzeichen-Taste im numerischen Tastenblock einen Punkt statt Komma auslöst.

DOS-Tastaturtreiber kb16.com unter Windows interpretiert mitunter AltGr wie Alt

Der Fehler ist zumindest bereits seit Windows 98 bekannt und zieht sich bis zu aktuellen Windows-Versionen: Vom Tastaturtreiber für DOS- resp. alte Windows-16-bit-Programme wird die Taste AltGr wie Alt interpretiert. Daher ist dann die jeweils dritte Belegung der Tasten - in Kombination mit AltGr - nicht zugänglich. So beispielsweise Backslash "\" mit der Taste "ß", also AltGr-ß.

Dies tritt aber nicht in jeder Konfiguration auf. Jedenfalls von "praktiker" wurde bislang keine Ursache für dieses eigenartige Verhalten gefunden. Möglicherweise passiert das nur in Verbindung mit bestimmter Hardware. Falls das jedenfalls bei Ihnen so der Fall ist, ist es wohl die sinnvollste Lösung, statt kb16.com einen alternativen deutschen Tastaturtreiber zu verwenden (siehe: KDRIVE, KEYBW - DOS-Tastaturtreiber mit Dezimalpunkt / Punkt als Dezimalzeichen).

IBM-Codepage 437 ist oft praktischer für Techniker - Vergleich mit CP858/CP850

Vor allem Techniker, die mit deutscher Tastatur arbeiten, hatten in DOS-Zeiten bekanntlich die US-Codepage CP437 statt der für Deutsch üblichen CP850 verwendet, da CP437 die u.a. für Techniker wichtigen griechischen Buchstaben sowie mehr mathematische Symbole beinhaltet - das ist also vor allem relevant, wenn man ältere Texte von Technikern in die Hand bekommt - oder selbst erstellt hat:

IBM Codepage 437 - CP437IBM Codepage 850/858 - CP850/CP858 mit Euro-Zeichen
IBM Codepage 437 und IBM Codepage 858 resp. aktualisierte 850 mit Euro-Symbol an Position D5h. Die Auswahl der Codepage 437 kann vor allem zum Arbeiten mit technischen Daten und Texten evtl. passender sein, als die im deutschen Sprachraum eher übliche Codepage 850/858. Diese ist auch die Voreinstellung bei Windows für DOS-Fenster. Für bessere Kompatibilität mit DOS-Programmen - jene, die automatisch Codepage 850 wählen - gibt es eine neuere Version der Codepage 850 mit Euro-Symbol, die mit der Codepage 858 ident ist.

Die Verwendung des Zeichensatzes CP437 kann freilich auch nötig sein, wenn Texte oder sonstige Daten verwendet werden, die in diesem Zeichensatz erstellt worden sind. Diese sind unter einem anderen Zeichensatz evtl. nicht lesbar; abhängig davon, ob die Zeichen verwendet werden, durch die sich CP437 von CP858/CP859 unterscheiden.

Dass einige grafische Zeichen in CP858/CP850 fehlen, verursacht übrigens bei manchen DOS-Anwendungen unschöne Darstellung von Menüs, die mit diesen grafischen Zeichen gestaltet sind. Im Nur-Text-Modus gibt es freilich keine anderen grafischen Gestaltungsmöglichkeiten für Umrahmungen etc., als dafür Zeichen aus dem Zeichensatz zu verwenden.

[!> Beachten Sie bei Verwendung des Zeichensatzes CP437, dass die damit erstellten Texte nicht in die im deutschen Sprachraum üblichen 8-bit-Zeichensätze Windows-1252 oder ISO-8859-1 konvertierbar sind, da einige Zeichen darin nicht vorhanden sind. So beispielsweise Buchstaben des griechischen Alphabets - dabei für den Elektroniker vor allem wichtig der Buchstabe Omega für Widerstandswerte -, sowie die mathematischen Zeichen für unendlich, Durchschnitt und Wurzel. Text in CP437 sollte also - wenn die speziellen Zeichen daraus genutzt werden - nur in einen Unicode-Zeichensatz konvertiert werden. Unicode - der Standard ist UTF-8 - wird von den aktuelleren Betriebssystemen und Anwendungen unterstützt.
Eine Umwandlung von CP437 in UTF-8 ist aber leider zumindest dann nicht perfekt, wenn Scharfes-s oder der griechische Kleinbuchstabe beta verwendet wird: Bei CP437 wird für Scharfes-s und beta das selbe Zeichen verwendet. Bei Unicode gibt es dafür richtigerweise unterschiedliche Zeichen. Ökonomische Lösungen in der EDV - von denen man meint, dass sich eine Bedeutung sowieso aus dem Zusammenhang ergibt - rächen sich leider fast immer irgendwann. Die schlimmste waren die 2-stelligen Jahreszahlen.

Seit der Einführung der Währung "Euro" gibt es auch unter DOS aktualisierte Zeichensätze mit Euro-Symbol. Dies ist vielleicht wesentlich, wenn DOS-Texte verwendet werden sollen, die das Euro-Symbol enthalten könnten. Zumindest sollten diese ggf. korrekt konvertiert werden. Siehe ausführlicher dazu: Euro-Symbol in DOS-Zeichensätzen - junge CP858 oder neue 850: eher heikel.

Gerade Techniker werden freilich heute eher selten Texte mit MS-DOS-Programmen bearbeiten. Aber es kann auch darum gehen, diese lesen zu können. Heute bietet freilich der Zeichensatz UTF-8 für aktuelle Betriebssysteme erheblich mehr der von Technikern benötigten Sonderzeichen.

Die älteren 8-bit-Zeichensätze für beispielsweise Windows oder Mac haben allerdings ähnliche Einschränkungen wie CP850/858 unter DOS. Ältere Windows-Programme, die UTF-8 noch nicht unterstützen, können aber evtl. mit CP437 umgehen. In diesem Fall kann die alte CP437 für technische Texte durchaus auch unter Windows eine Alternative sein.

Angaben in autoexec.nt und config.nt für MS-DOS unter Windows

Die Startdateien AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS - so wie unter normalem MS-DOS - werden für MS-DOS-Anwendungen unter Windows nicht aufgerufen. Diesen entsprechen die Dateien autoexec.nt und config.nt. Funktion und Inhalt sind prinzipiell gleich. Sie liegen aber nicht im Root-Verzeichnis, sondern im Ordner c:\windows\system32\. So wie beim Start von normalem MS-DOS diese beiden Startdateien beim Systemstart aufgerufen werden, werden diese jedesmal aufgerufen, wenn ein MS-DOS-Fenster geöffnet wird. Also jedesmal, wenn man aus Windows heraus ein MS-DOS-Programm startet.

Was man in diese beiden Systemstart-Dateien hineinschreibt, wird man wohl aus den MS-DOS-Zeiten noch wissen. Wesentlich dabei ist jedenfalls die Festlegung des Zeichensatzes (Codepage). Für Deutsch kann man wahlweise CP437 oder CP850 verwenden. Beide enthalten den Kernteil, der auch die Sonderzeichen der deutschen Sprache enthält. Vor allem von Technikern wird eher CP437 bevorzugt, weil diese auch wichtige Zeichen aus dem griechischen Alphabet enthält.

[!> Wenn Sie einen speziellen Tastaturtreiber oder sonstige spezielle Konfigurationen für eine spezielle DOS-Anwendung brauchen, dann gibt es die Möglichkeit, die betreffenden Anwendungen über unterschiedliche Versionen von autoexec.nt resp. config.nt aufzurufen. Das gilt freilich generell, wenn einzelne Anwendungen in einem DOS-Fenster mit unterschiedlicher Konfiguration gestartet werden sollen. Dazu wählt man im Explorer mittels Rechtsklick auf dem betreffenden Programm das Alternativmenü und dort den Menüpunkt "Eigenschaften", dann Reiter "Programm" und dann auf die Schaltfläche "Erweitert...". Hier kann man nun die Dateinamen ändern für die beiden Startdateien, die original autoexec.nt und config.nt heißen.

Nachfolgend Beispiele dafür, was Sie vielleicht näher anschauen resp. ändern sollten, wenn Ihre MS-DOS-Anwendungen nicht anständig laufen sollten. So müssten jedenfalls die allermeisten MS-DOS-Anwendungen funktionieren. Hier in den Beispielen wird von folgenden Gegebenheiten ausgegangen - falls nicht, dann wäre das freilich den Pfaden oder Gegebenheiten bei Ihrem PC anzupassen:

CONFIG.NT (empfohlene Mindestangaben)
  • dos=high, umb
  • device=%SystemRoot%\system32\himem.sys
  • files=50
  • buffers=60
  • lastdrive=z:
  • country=049,437,c:\windows\system32\country.sys
  • device=c:\windows\system32\ansi.sys
  • shell=c:\windows\system32\command.com c:\windows\system32\ /E:2560 /P
AUTOEXEC.NT (empfohlene Mindestangaben)
  • REM Falls Sie kb16.com umbenannt haben, muss an dessen Stelle
  • REM im nachfolgenden Befehl der neue Name angegeben werden:
  • c:\windows\system32\kb16.com gr,437,c:\windows\system32\keyboard.sys
  • REM Folgendes stellt Verzögerung und Wiederholfrequenz der Tastatur ein:
  • mode con rate=28 delay=1

Lösung, wenn es nicht möglich ist, eine spezielle Codepage zu definieren

Nun kann es passieren, dass - trotz der in den Startdateien vorgenommenen Änderungen - weder ein individuell definierter Tastaturtreiber noch der gewünschte Zeichensatz funktionieren. Die Grund dafür liegt dann darin, dass Windows zwangsweise Codepage und Tastaturtreiber für die Sprache lädt um auch bei übelster Fehlkonfiguration das Funktionieren zumindest so weit sicherzustellen, dass die Tastatur korrekt funktioniert. Dabei wird auch die Codepage fest vorgegeben.

DOS-/16-bit-Tastaturtreiber umbenennen, wenn dieser zwangsweise aufgerufen wird

Wenn Sie selbst einen Tastaturtreiber und die Codepage für den Zeichensatz angegeben haben, aber dennoch weiterhin der ursprüngliche von Windows vorinstallierte Tastaturtreiber und die ursprünglich eingestellte Codepage verwendet werden, dann ist es so, dass das System intern den Tastaturtreiber automatisch aufruft und dabei auch die verwendete Codepage angibt. Und zwar nach den jeweiligen Startdateien, wodurch die diesbezüglichen Angaben darin übersteuert werden.

Wenn das bei Ihrem PC der Fall ist, dann können Sie das verhindern, indem Sie einfach den versteckt aufgerufenen Tastaturtreiber umbenennen. Da dieser nun einen anderen Namen hat wird er nicht mehr gefunden und die Zwangsbeglückung mit dem vorgegebenen Tastaturtreiber kann logisch nicht mehr funktionieren.

Die Programme für MS-DOS sind in der Regel im Unterordner system32 innerhalb des Windows-Hauptordners zu finden. Meist ist das c:\windows\system32\. Es geht dabei um den Tastaturtreiber (welche Taste auf der Tastatur welches Zeichen ergibt) kb16.com. Suchen Sie einfach nach dieser Datei und benennen Sie diese irgendwie um. Beispielsweise mit vorangesetztem "x" im Dateinamen.

Nun können Sie dank des umbenannten Tastaturtreibers mit

den vorinstallierten Tastaturtreiber mit der gewünschten Codepage aufrufen. In diesem Beispiel also CP437. Sie können stattdessen freilich auch einen beliebigen anderen Tastaturtreiber aufrufen.

Das Problem bei einem vordefinierten Tastaturtreiber ist es also, dass mit dessen Aufruf wiederum die Codepage angegeben ist und die Angabe dort dann diese Codepage-Angabe jede selbst gemachte Angabe in autoexec.nt und - dort unter COUNTRY= - in CONFIG.NT übersteuert.

Das war der erste Schritt.

Codepage für DOS- und 16-bit-Windows-Programme auch in der Registry individuell festlegen

Ideal wäre es, wenn die gewünschte Codepage auch tiefer im System - nämlich in der Registry - wunschgemäß eingestellt ist. Eine Änderung in der Registry ist freilich solider, weil diese Werte von Haus aus geladen werden und nicht erst nachträglich geändert werden. - Wenn aber bereits alles wunschgemäß funktioniert, ist Folgendes nicht unbedingt nötig.

Rufen Sie dazu bitte über Start > Ausführen mit Eingabe von "regedit" die Registry auf. Hanteln Sie sich nun auf dem Pfad zu folgender Position vor:

interessant sind hier nun zwei Unterpunkte (Schlüssel), deren Wert zu ändern wäre für die Anwendung von Codepage 437:

[!] Seien Sie bitte sehr genau bei Änderungen in der Windows-Registry. Bei einem Fehler kann es passieren, dass Windows nicht mehr starten kann.

Die in der Registry vorgenommenen Änderungen werden in diesem Fall erst nach einem Neustart von Windows wirksam.

Alternative, wenn die Codepage nur vorübergehend oder nur für ein Programm geändert werden soll

Eventuell kommt es vor, dass Sie die Codepage nur für ein Programm ändern wollen, weil dieses beispielsweise viele der grafischen Zeichen aus dem Standard-Zeichensatz 437 zur Bildschirmdarstellung verwendet, was mit Codepage 850 nicht korrekt dargestellt wird.

Geben Sie dafür bitte folgenden Befehl ein - resp. als Zeile vor Aufruf des Programms, das Sie verwenden wollen in einer Batchdatei:

Das müsste normalerweise funktionieren. Falls nicht, dann versuchen Sie es mit der zuvor empfohlenen Methode.

Richtige Schriftart fürs DOS-Fenster, wenn falsche Zeichen dargestellt werden

Eventuell gibt es noch ein Problem mit der Codepage: Im DOS-Fenster ist die Zeichen-Darstellung falsch, bei Vollbild richtig. - Vollbild-Darstellung eines DOS-Fensters funktioniert freilich bei Windows nur bis inklusive Windows XP, daher fällt Ihnen der Unterschied bei jüngeren Windows-Versionen nicht auf: In der Fenster-Darstellung sind die Zeichen nun wieder nicht korrekt, hier wird nicht die Codepage 437 angewandt. Bei Vollbild-Darstellung - sofern die eben möglich ist -, ist es aber korrekt.

Der Fehler dabei liegt dann darin, dass zur Darstellung - Einstellbar unter "Eigenschaften" zum jeweiligen DOS-Programm - eine Bitmap-Schriftart ausgewählt ist. Damit funktioniert das zumeist nicht.

Wählen Sie daher bitte unter den "Eigenschaften" zum DOS-Fenster unter dem Reiter "Schriftart" nun "Lucida Console" als Schriftart aus. Mit der Schriftart "Lucida Console" ist dann auch die Darstellung aller Zeichen korrekt.

Bei aktuelleren Windows-Versionen steht als Schriftart für DOS-Fenster evtl. auch die Schriftart "Consolas" von Haus aus als Alternative zu "Lucida Console" zur Auswahl.

Eventuell: Sie wollen statt Lucida Console eine andere Schriftart fürs DOS-Fenster

Nun werden alle Zeichen korrekt dargestellt, aber Ihnen gefällt vielleicht die Schriftart "Lucida Console" nicht, resp. Sie sind mit den TrueType-Schriftarten, die für das DOS-Fenster zur Auswahl stehen, nicht zufrieden. Auch das ist kein Problem, das kann auch geändert werden. Suchen Sie dafür eine andere Schriftart aus.

Auswahl einer tauglichen Schriftart fürs DOS-Fenster: zumindest diktengleich, nicht italic

Voraussetzung dafür, dass eine Schrift für das DOS-Fenster verwendet werden kann ist in erster Linie, dass es sich dabei um eine dicktengleiche Schrift handelt (auch: äquidistante Schrift oder Monospaced Font). Bei diesen ist also jedes Zeichen gleich breit im Gegensatz zu den - unter Windows - weitaus häufiger vorkommenden Proportionalschriften. Da der DOS-Bildschirm von gleich breiten Zeichen ausgeht, würde ansonsten ein ziemlicher Durcheinander auf dem Bildschirm entstehen.

Unter Windows dürfte es keine Möglichkeit geben, sich eine Übersicht nur aller diktengleichen Schriftarten anzeigen zu lassen. Welche Schriftart eine diktengleiche ist, muss man leider anders herausfinden resp. wissen. Sie können das aber einfach herausfinden: Öffnen Sie den simplen "Editor" - zu finden im Startmenü unter "Programme" > "Zubehör". Kopieren Sie dort einfach mehrere Zeilen Text hinein von irgendwo - beispielsweise von einer Website. Wählen Sie im Menü von Editor nun eine etwas größere Schriftgröße, damit Sie die Zeichen besonders gut sehen können. Trennen Sie nun die Zeilen auf etwa zwei Drittel der Breite des Fensters von "Editor". Mehr als fünf Zeilen brauchen Sie dafür nicht. Nun können Sie im Menü von Editor Schriftarten auswählen. Wählen Sie vorerst einmal "Courier New" oder "Lucida Console" aus, von denen Sie wissen, dass es sich dabei um diktengleiche Schriftarten handelt. Nun kürzen Sie alle Textzeilen auf die selbe Breite. Wenn Sie nun weitere Schriftarten ausprobieren erkennen Sie nun auf einen Blick - alle Zeilen sind gleich lang -, ob es sich um eine diktengleiche Schriftart handelt oder nicht. Bei einer Proportionalschrift würden die Zeilen freilich unterschiedlich lang sein.

Weitere Voraussetzungen sind, dass es sich um keine Kursivschrift (Italic) handeln darf, dass im Font keine negativen Zeichenabstände enthalten sind und, dass es sich um einen kompatiblen Zeichensatz handelt, was man freilich nicht so ohne Weiteres feststellen kann. Wenn eine Schrift nicht den Kriterien entspricht, dann wird sie einfach nicht geladen. Es kann also nichts passieren. Für die Vorauswahl reicht es also darauf zu achten, dass es eine dicktengleiche nicht kursive Schriftart ist.

Es sind auch nicht alle Schriftarten, die prinzipiell akzeptiert werden in der Lage, auch alle Zeichen korrekt wiederzugeben. Jedenfalls mit "Lucida Console" und der neueren Schriftart "Consolas" funktioniert das korrekt. Wenn die Darstellung nicht korrekt ist, sieht man das sowieso bei der Verwendung.

Bei älteren Windows-Versionen - so beispielsweise Windows XP - ist "Consolas" zwar nicht vorinstalliert, wurde aber möglicherweise bereits im Zuge der Installation eines neueren Microsoft-Programms mitinstalliert. "Consolas" ist sehr gut geeignet für diesen Zweck, erfordert aber - wie alle seit Windows Vista neuen Schriftarten - die Aktivierung von ClearType, da diese Schriftarten für die Verwendung mit ClearType gestaltet sind.

Sinnvoll als Schriftart für DOS ist jedenfalls eine, bei der es einen deutlichen Unterschied zwischen Null und dem Buchstaben O gibt. Je nach Schriftart gibt es bekanntlich bei Null innen entweder einen Schrägstrich oder einen Punkt zur deutlichen Unterscheidung.

Ändern der Schriftart fürs DOS-Fenster in der Registry

Sobald Sie eine passende Schriftart gefunden haben, eruieren Sie vorerst einmal deren genaue Bezeichnung. Diese finden Sie ebenfalls in der Windows-Registry an folgender Position:

Unterhalb dieses Pfades sind alle installierten Schriftarten aufgelistet. Notieren Sie den Namen der Schriftart - ohne die nachfolgene Angabe von "TrueType" in Klammern - bitte genau. Die exakte Schreibweise ist wichtig. Der Dateiname der Schriftart ist dafür übrigens uninteressant.

Nun rufen Sie bitte wieder die Windows-Registry auf und hanteln Sie sich bis zu folgender Position vor:

Hier gibt es zumindest einen für die Festlegung der Schriftart interessanten Schlüssel, der aber vielleicht besser so belassen wird:

Wenn die eine oder zwei Schriftarten, die hier definiert sind "Lucida Console" und/oder "Consolas" sind, dann lassen Sie diese vielleicht zumindest vorerst drinnen, denn diese funktionieren sicher.

Um weitere TrueType-Schriftarten für DOS-Fenster zur Auswahl stellen zu können, können nun ein oder auch mehrere weitere solche Schlüssel angelegt werden.

Der erste Schlüssel - hier im Beispiel bereits vorhanden für "Lucida Console" - hat den Namen "0" (Null). Für jede weitere Schriftart wird einfach ein neuer Schlüssel angelegt mit einem Namen mit jeweils um eine Null mehr. Also "00", "000", "0000" etc. Warum das so ist, ist "praktiker" nicht bekannt, aber so funktioniert das jedenfalls. Der ansonsten angewandten Logik folgend, sollte es sich eher um eine fortlaufende Zahl handeln - also in diesem Fall weitere mit "1", "2", "3" etc., was aber in diesem Fall nicht funktionieren würde.

Öffnen Sie also nun in der Registry mittels Rechtsklick das Alternativ-Menü zu "TrueTypeFont" und wählen Sie dort "Neu" und weiter "Zeichenfolge". Ändern Sie nun den "Namen" des neuen Werts auf "00" resp. "000" wenn "00" bereits vorhanden ist. Und geben Sie nun im Feld "Wert" den Namen der Schriftart an. Also beispielsweise "Courier New" oder "Consolas".

Die Schriftart wird - auch dann, wenn der Name aus mehreren Wörtern besteht wie bei "Lucida Console" - ohne Anführungszeichen eingegeben.

Die in der Registry vorgenommenen Änderungen werden erst nach einem Neustart von Windows wirksam. Danach können Sie also die Darstellung bei den DOS-Fenstern auf die neu eingestellte Schrifart ändern und auch gleich nutzen. Zur Auswahl stehen sie sofort nach Definition in der Windows-Registry, allerdings erst nach einem System-Neustart wird die neu ausgewählte Schriftart auch im DOS-Fenster verwendet.

| MS-DOS-Programme unter Windows 11/10/8/7/Vista/XP - Ezzes & Software-Empfehlungen |

Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows

MS-DOS-Programme hatten seinerzeit das Ausdrucken direkt erledigt. Daher muss man bei jedem DOS-Programm separat festlegen, welche Drucker-Schnittstelle verwendet werden soll und in welchem Format - Seitenbeschreibungssprache - der Drucker angesprochen werden soll.

Wenn folgende Bedingungen gegeben sind, funktioniert Ausdrucken aus MS-DOS-Programmen auch unter den neuesten Windows-Versionen völlig problemlos:

Wenn diese drei Punkte zutreffen, dann müssen Sie ggf. nur darauf achten, dass der Drucker in den Einstellungen so konfiguriert ist, dass die Daten unbearbeitet vom PC-Programm zum Drucker durchgereicht werden.

Wenn einer der drei Punkte nicht zutrifft, werden Sie sich etwas eingehender damit beschäftigen müssen, sofern Sie auf das Ausdrucken aus DOS-Programmen nicht verzichten wollen.

Wenn Sie die Ausdrucke aus DOS-Anwendungen immer auch in elektronischer Form brauchen, dann können Sie sich die Umständlichkeiten mit dem konventionellen Ausdrucken aus DOS-Anwendungen unter Windows sparen und den umgekehrten Weg gehen: Statt direkt an den Drucker auszudrucken wird als Ausdruck ein PDF erstellt und dieses kann dann ganz normal über Windows ausgedruckt werden. Das PDF dient dann gleich fürs Archiv. Das funktioniert beispielsweise mit DOSprn - siehe Ausdrucken aus DOS-Programmen: DOSprn löst Text-Ausdrucken von DOS-Programmen - auch an GDI-Drucker, auch als PDF.

Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows:
Druckprocessor-Einstellung: Seitenvorschub oder nicht

Auch dann, wenn alle der drei oben genannten Punkte - und damit der Idealzustand zum Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows - gegeben sind, wird evtl. eine wesentliche Einstellung unter den "Eigenschaften" zum betreffenden Drucker notwendig sein, sofern sie nicht bereits vorgenommen ist. Es geht darum, ob Windows an Druckaufträge einen Seitenvorschub-Befehl anhängen soll oder nicht.

Um die nachfolgend beschriebene Einstellung des Druckprocessors unter den Einstellungen zum Drucker brauchen Sie sich nur dann kümmern, wenn entweder nach jedem Druckauftrag auch eine leere Seite ausgeworfen wird oder wenn - umgekehrt - die letzte Seite nicht gleich ausgegeben wird: Entweder erst nach einer Wartezeit oder erst bei Starten des nächsten Druckauftrags.

Rufen Sie dafür die Einstellungen zu jenem Drucker auf, der für die Ausgabe mit den MS-DOS-Programmen verwendet werden soll. Gehen Sie dort unter "Eigenschaften" auf den Reiter "Erweitert" und wählen Sie dort "Druckprocessor" an. Hier stellen Sie bitte einen Druckprocessor ein, der ähnlich bezeichnet ist wie "RAW" (für: Rohdaten), "RAW (FF appended)" oder "RAW (FF auto)". "FF" steht hier für Formfeed - also Seitenvorschub - und bedeutet, dass nach jedem Druckauftrag ein Seitenvorschub gemacht wird.

Das soll sicherstellen, dass eine quasi teilweise bedruckte Seite noch nicht ausgedruckt wird um sozusagen auf weitere Zeilen zu warten, die noch auf die selbe Seite gedruckt werden sollen. Moderne Drucker drucken ja nur ganze Seiten in Einem. So lange also die Seite nicht "voll" ist oder kein Seitenvorschub-Befehl gegeben ist, wird die Seite nicht ausgedruckt.

Die frühen Druckermodelle - die Matrixdrucker - waren sogenannte Zeilendrucker. Die hatten also jede Zeile gedruckt die gekommen ist und dann einfach auch mitten auf der Seite zu drucken aufgehört. In diesem Fall hatte man dann früher händisch am Drucker den Seitenvorschub-Befehl über eine Taste gegeben oder die Walze weitergedreht, bis die Seite vom Endlospapier abgerissen werden konnte. Mitunter war es auch garnicht erwünscht, dass nach jedem Druckauftrag eine neue Seite angefangen wird, weshalb das viele DOS-Programme auch nicht automatisch gemacht hatten.

Zum besseren Verständnis die unterschiedlichen Funktionsweisen der drei RAW-Modi des Druckprocessors unter Windows:

Sowohl bei "RAW (FF auto)" als auch bei "RAW (FF append)" wartet der Druckprocessor übrigens einige Sekunden lang ob noch etwas zum Ausdrucken kommt und wirft dann erst die Seite aus. Wenn ein Programm also beispielsweise ein paar Zeilen an den Drucker schickt und dann auf eine Benutzereingabe wartet und diese Zeitspanne zu lange wird, dann kann es sein, dass die eigentlich noch nicht fertig gedruckte Seite halb bedruckt ausgegeben wird. Derartiges kann beispielsweise bei der Report-Ausgabe von Datenbankprogrammen passieren, die nach Ausgabe von ein paar Zeilen auf eine Bestätigung warten. Man muss sich dann einfach mehr beeilen ...

Die Frage Seitenvorschub oder nicht - oder wann - ist also eine der lästigen Kleinigkeiten, die ihre Ursache lediglich darin haben, dass in frühen DOS-Zeiten Matrixdrucker, die als Zeilendrucker arbeiten der Standard waren. Da es - jedenfalls früher - keinen Befehl gegeben hatte, der das Ende eines Druckauftrags "mitteilt", muss der Druckprocessor eben raten, wann ein Druckauftrag zu Ende ist. Einigermaßen sicher vermutet er das also nur dann, wenn das letzte geschickte Zeichen ein Seitenvorschub ist und einige Sekunden lang nichts mehr folgt. Falls dann doch noch etwas kommen sollte, dann wird dafür ein neuer Druckauftrag begonnen, was aber im Prinzip egal ist.

Verhalten betreffend die Printausgabe ist von Anwendung zu Anwendung unterschiedlich

Sehr wesentlich ist, dass unter DOS die Druckausgabe nicht vom Betriebssystem MS-DOS als solchem behandelt wird, sondern immer von der jeweiligen DOS-Anwendung aus, die dafür auch ein Programmmodul für Ausdrucken beinhaltet. Man muss daher bei jeder DOS-Anwendung, aus der ausgedruckt werden soll, Drucker-Schnittstelle und Seitenbeschreibungssprache (welcher Drucker-Typ) separat einstellen.

Das bedeutet freilich auch, dass sich hinsichtlich der Behandlung der letzten Seite eines Ausdrucks jede DOS-Anwendung anders verhält. Wenn Sie also beispielsweise sowohl aus einer Textverarbeitung als auch aus einer Datenbank-Anwendung ausdrucken wollen, dann hört vielleicht der eine Druckertreiber nach der letzten Zeile einfach auf und der andere schiebt einen Zeilenvorschub nach.

Das Problem dann ist es, dass die Einstellung des Druckprocessors immer generell für alle Ausdrucke aus DOS-Anwendungen gilt. In diesem Fall müssten Sie einen Kompromiss für die Einstellung des Druckprocessors finden.

Ideal ist es, jeden Druckauftrag mit einem Reset des Druckers zu starten

Ein Problem, das unter MS-DOS beim Ausdrucken auch passieren kann ist es, dass die Druckerbefehle des vorigen Ausdrucks wirksam bleiben, wenn diese beim nächsten Druckauftrag nicht definiert werden. Wenn also beispielsweise bei einem Ausdruck der Abstand links eingestellt wird und bei einem späteren Druckauftrag der Abstand links nicht eingestellt wird, dann gilt die vorherige Einstellung für den Abstand links. Das gilt freilich für alles, was eingestellt werden kann. Also Schriftgröße, Zeilenabstand etc.

Das ist freilich aus den DOS-Zeiten noch gut vertraut, aber vielleicht denkt man heute nicht mehr daran, wenn man jahrelang nicht mehr damit zu tun gehabt hatte.

Es ist daher generell sinnvoll, wenn man an den Anfang der Befehlskette bei jedem Druckauftrag für die Druckereinstellung einen Reset-Befehl setzt. Damit sind alle Einstellungen zurückgesetzt. Es ist dann auch sichergestellt, dass mit dem neuen Druckauftrag eine neue Seite begonnen wird. Falls also von einem vorigen Druckauftrag noch einige Zeilen im Drucker auf Weiteres warten sollten, dann würde vor dem neuen Druckauftrag diese Seite vom vorigen Druckauftrag ausgedruckt werden, was in diesem Zusammenhang quasi als "bedingter Seitenvorschub" wirkt.

Beispielsweise bei der Seitenbeschreibungssprache HP-PCL ist das der Befehl [ESC]E, der also an den Anfang des Ausdrucks gestellt werden soll (Initialisierung-Befehlskette). Das ist halt nur dann möglich, wenn die Einstellungen für den Drucker der DOS-Anwendung frei eingegeben werden können, was aber zumeist der Fall ist. In DOS-Zeiten hatte es viele unterschiedliche Befehlssätze für Druckermodelle gegeben. Daher gibt es praktisch bei allen DOS-Programmen für Ausdrucken auch die Möglichkeit, die Druckerbefehle frei einzugeben resp. diese zu modifizieren.

Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows:
Druckausgabe an LPT1 auch ohne Schnittstelle Centronics/LPT1 möglich

Von DOS-Programmen erfolgt die Druckausgabe üblicherweise an LPT1. Wenn der Drucker an LPT1 angeschlossen ist - also über eine Centronics-Schnittstelle - ist keine spezielle Maßnahme erforderlich, weil das DOS-Programm die Druckdaten dann ganz normal an LPT1 schicken kann.

Wenn der Drucker - wie heute zumeist - über USB - oder auch eine andere Schnittstelle - angeschlossen ist, wird es etwas komplizierter.

Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows ist immer möglich, allerdings ab den Windows-NT-Versionen - also auch allgemein bei Windows seit XP - ist das etwas komplexer und wird nicht - wie bis Windows 98 - vom Betriebssystem mit einfachen Einstellmöglichkeiten gelöst.

Wie man das Problem löst, wird ausführlich in einem Grundlagenbericht zum Thema "LPT1 & Windows" in "praktiker" Nr. 7-8/2008 (6 Seiten) beschrieben (als PDF-E-Paper erhältlich über "praktiker"-Leserservice: RP042: 7-8/2008: Drucken aus MS-DOS-Programm: LPT1 & Windows - auch ohne Centronics). Es werden darin zahlreiche Varianten an Problemen behandelt und Anleitungen zur Lösung gegeben.

Eine der Lösungen ist es, bei den Einstellungen zum Drucker "Druckerpool aktivieren" einzustellen und als zusätzliche Schnittstelle "LPT1" auszuwählen, was zumindest unter Windows XP funktioniert.

Eine weitere Lösung wäre es, den über USB angeschlossenen Drucker als Netzwerkdrucker freizugeben und zu diesem die Druckausgabe von LPT1 umzuleiten. Der Eintrag dazu wäre in der Startdatei autoexec.nt erforderlich. Einzusetzen sind die tatsächlichen Netzwerk-Freigabenamen von Computer und Drucker, wie unter den Eigenschaften zum Computer selbst und zum betreffenden Drucker eingestellt:

Der Parameter /persistent:yes macht die Zuordnung robuster - sie könnte evtl. verloren gehen. Das ist evtl. nicht nötig, kann aber auch nicht schaden.

[!> Der Netzwerkname des Druckers sollte nicht länger als 8 Zeichen sein, sonst funktioniert dieser Befehl evtl. nicht.

Wenn die Freigabe des Druckers nicht funktioniert ("Fehler 0x000006d9"), dann kann es erforderlich sein, dass die "Windows Firewall" eingeschaltet ist. Das ist jedenfalls bei Windows 7 nötig. Also "Windows Firewall" einschalten, danach Drucker unter den Einstellungen zum Drucker mit Freigabenamen freigeben. Danach kann man die Windows Firewall wieder ausschalten.

Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows:
Seitenbeschreibungssprache muss zum Drucker passen

Wenn das Problem gelöst ist, dass das DOS-Programm die Druckdaten an den Drucker schicken kann, dann muss freilich auch eine zweite Voraussetzung erfüllt sein, damit das Ausdrucken korrekt funktionieren kann: Der Drucker als solcher muss die Steuerbefehle für die Formatierung verstehen können, die das DOS-Programm an den Drucker schickt. Dies ist die sogenannte Seitenbeschreibungssprache.

Typischerweise ist die Seitenbeschreibungssprache "PCL" von Hewlett Packard die heute zumeist funktionierende Lösung. PCL wird von den besseren neuen Druckern von HP weiterhin unterstützt (Druckertyp HP Deskjet oder HP Laserjet). "PCL" gibt es bereits seit DOS-Zeiten, weshalb DOS-Programme damit üblicherweise umgehen können. Selbstverständlich muss man bei jedem DOS-Programm, von dem aus man ausdrucken will, die Druckausgabe separat passend zum Drucker einstellen.

Eine andere auch zu DOS-Zeiten mitunter eingesetzte Seitenbeschreibungssprache ist Postscript. Es gibt Drucker, die verstehen Postscript direkt. Wenn also das verwendete DOS-Programm an einen Postscript-Drucker ausgeben kann und der verwendete Drucker Postscript als Seitenbeschreibungssprache unterstützt.

Dass die Druckausgabe jedes DOS-Programms mit dem Drucker zusammenspielen können muss, ist keine Spezialität der Verwendung von DOS-Programmen unter Windows oder anderen Betriebssystemen. Unter MS-DOS ist das Format der Druckausgabe nicht vom Betriebssystem gelöst, sondern muss für jedes einzelne Programm passend zum Drucker eingestellt werden. Systemweite Einstellungen für Drucker - und auch viele andere Peripherie-Geräte - gibt es unter DOS nicht.

Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows:
DOSprn löst Text-Ausdrucken von DOS-Programmen - auch an GDI-Drucker, auch als PDF

In der Zeit von MS-DOS war es die typische Vorgangsweise, dass Texte als Nur-Text mit einigen Steuerbefehlen an den Drucker geschickt wurden. Mit den Steuerbefehlen wurde definiert, wie groß die Zeilenabstände sind, wie breit der Rand ist, ob etwas fett oder kursiv zu drucken ist und evtl. auch unterschiedliche Schriftgrößen sowie Seitenvorschub etc.

Aktuelle billigere Drucker unterstützen nur das sogenannte GDI-Interface. Das ist die simple Grafik-Ausgabe an den Drucker. Der Drucker braucht dafür nichts können außer Punkt für Punkt zu drucken, weil auch Schrift als Grafik an den Drucker geschickt wird und es daher nichts zu interpretieren gibt. Mit der typischen Druckausgabe eines DOS-Programms, das für das Ausdrucken von Texten zumeist die binären Werte für Zeichen liefert - ein Byte pro Zeichen -, die im Drucker erst zu einer Grafik umgearbeitet werden müssten, können GDI-Drucker also nichts anfangen.

Mit dem Programm DOSprn wird die Zeichenausgabe von DOS-Programmen in eine Grafik umgearbeitet, die dann an einen solchen GDI-Drucker geschickt werden kann. Es werden dabei rudimentär auch die Befehlssätze von HP PCL und Epson ESC/P unterstützt. Diese waren seinerzeit populär und können daher bei vielen DOS-Programmen für die Druckausgabe ausgewählt werden.

Wenn der verwendete Drucker die Druckausgabe des DOS-Programms direkt verarbeiten kann, ist DOSprn freilich nicht nötig. Beispielsweise HP PCL wird auch bei heute aktuellen, besseren Laser- und Tintenstrahl-Druckern von HP unterstützt.

DOSprn ist aber auch eine Lösung für Windows-Konfigurationen, bei denen aus irgendeinem Grund das direkte Ansprechen von LPT1 aus DOS-Programmen nicht funktioniert. Es kann damit auch ein PCL-tauglicher HP-Drucker verwendet werden, also ein Drucker, für den die für GDI-Drucker nötige Umwandlung - und damit der Hauptzweck von DOSprn - nicht erforderlich ist.

DOSprn auch verwendbar für Ausgabe an PDF-"Drucker" - für Papierloses Büro

Besonders großartig ist, dass man bei DOSprn als Ausgabe-Drucker auch die Ausgabe als PDF-Datei realisieren kann. Dazu erforderlich ist freilich, dass ein "Drucker" mit PDF-Ausgabe bei Windows definiert ist. Beispielsweise Adobe-PDF oder FreePDF. In der PDF-Datei werden die selben Schriftarten wie beim Ausdruck verwendet.

DOSprn ist daher interessant für Papierloses Büro - wenn also die Ausdrucke als Dateien archiviert werden sollen. Dafür werden zumeist alle Druckausgaben von konventionellen DOS-Anwendungen auf Papier ausgedruckt und dann eingescannt. Diesen Zwischenschritt kann man sich damit also ersparen. Zudem sind die Dokumente dann von vornherein mit Textsuche durchsuchbar.

Wenn man diese Lösung für die digitale Archivierung wählt und das Dokument auch ausdrucken will, dann ist es evtl. vorteilhaft, nicht für jeden Ausdruck bei DOSprn den Drucker umzuschalten - einmal PDF-Drucker zum Erstellen des PDF und einmal den realen Drucker für den Ausdruck -, sondern über DOSprn als PDF auszudrucken und dann das PDF normal über einen PDF-Betrachter - beispielsweise Adobe Acrobat - auszudrucken.

Die einzige Voraussetzung auf dem Computer ist es dann also nur, dass ein PDF-Betrachter installiert ist, sodass man sich den Ausdruck anschauen kann. Wenn man diesen auch auf Papier ausdrucken will, dann kann man dafür jeden Drucker verwenden, der auch sonst für das Ausdrucken aus Windows verwendet wird.

Das Ausdrucken als PDF hat also auch den Vorteil, dass man MS-DOS-Programme zum Ausdrucken mit DOSprn auch mit Computern verwenden kann, an denen kein realer Drucker angeschlossen ist. Man erstellt dann eben einen Ausdruck als PDF und druckt das PDF auf einem anderen Computer aus, an dem ein Drucker angeschlossen ist. Das kann dann auch ein Computer mit MacOS, Linux oder ein Smartphone sein.

Dass man PDFs unter Nur-MS-DOS nicht nutzen kann, ist übrigens einer der wesentlichsten Punkte, weshalb MS-DOS als alleiniges System heute nicht praxistauglich ist. Für den Notfall gibt es zwar immerhin das Programm PSVIEW, aber für ständigen Gebrauch ist das nicht tauglich - siehe PSVIEW: PDF ist auch unter MS-DOS - und damit am HP 200LX - darstellbar.

DOSprn auch sinnvoll für Ausdrucke "nur zum Anschauen"

Vor allem bei DOS-Programmen, von denen Auswertungen ausgegeben werden - beispielsweise Reports aus Datenbankprogrammen - hatte es in DOS-Zeiten oft nur die Möglichkeit für Ausdrucke gegeben. Vor allem dann, wenn es sich um umfangreichere Auswertungen handelt. Diese wurden als Ausdruck ausgegeben, wenn das am Bildschirm nicht darstellbar war. Scrollfenster und winzige Schriften gibt es ja unter DOS nicht. Es werden daher auch Ausdrucke erstellt von solchen Auswertungen, die man sich im Grunde nur anschaut und danach wegwirft. Auch dafür ist DOSprn hilfreich, weil man diese dann auf PDF bekommt und sich unnötige Papier-Ausdrucke erspart.

=>> dosprn.com

Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows:
Mit PDFtk Briefpapier / Formular mitdrucken für DOS-Anwendungen: PDFs kombinieren

Die allermeisten DOS-Anwendungen, mit denen man beispielsweise Geschäftsbriefe erstellt oder auch Formulare ausfüllt, gehen davon aus, dass das entsprechend vorgedruckte Papier im Drucker liegt. Also nicht ein unbedrucktes Blatt, sondern das Briefpapier beispielsweise. Solche DOS-Anwendungen drucken also nur den reinen Text-Bereich, wobei dann der Text passend positioniert ist, sodass also das Adressfeld dort ist, wo es dann im Fensterkuvert sichtbar ist und darüber die am Briefpapier vorgedruckte Absender-Zeile.

Spätestens seitdem es Drucker mit Druckqualität gibt, die sich von der eines in einer Druckerei gedruckten Briefpapiers kaum unterscheidet, ist das eher unüblich. Da wird aus Anwendungen wie MS Word das Briefpapier oder eine sonstige Druckvorlage gleich mitgedruckt. Und es wird auch mittels PDF-Drucker gleich ein digitales Archiv-Exemplar erstellt, das dann eben auch diesen Briefkopf enthält. Das bedeutet auch, dass man Druckvorlagen wie Briefpapier nicht mehr braucht. DOS-Anwendungen gehen aber davon aus, dass man das hat, weil sie an den Drucker nur den Text ausgeben.

Die simple, aber sehr umständliche Lösung ist es, dass man mit einem Grafikprogramm oder auch aus Word eine Seite mit Briefpapier als PDF erstellt und dieses bei Bedarf in der nötigen Menge ausdruckt um es dann nochmals in den Drucker einzulegen und mit einer DOS-Anwendung den reinen Textteil hinzuzufügen. - Diese Lösung ist nicht nur umständlich, sondern hat auch den Nachteil, dass man kein komplettes digitales Archiv-Exemplar zur Verfügung hat.

Mit DOSprn - siehe DOSprn löst Text-Ausdrucken von DOS-Programmen - auch an GDI-Drucker, auch als PDF - hat man schon die angenehme Möglichkeit, Ausdrucke aus DOS-Anwendungen als PDF auszugeben und damit ein digitales Archiv-Exemplar zu bekommen. Wenn es sich um einen Brief mit Briefpapier handelt, dann hat man aber freilich das Briefpapier nicht im PDF dabei, sondern nur den reinen Textteil.

Mit dem Programm PDFtk kann man - neben zahlreichen anderen Manipulationen von PDFs - zwei PDF-Seiten miteinander kombinieren. Für den beschriebenen Zweck bedeutet das also, dass man jeweils die erste Seite eines PDFs, die nur den Textteil von der DOS-Anwendung enthält mit einem PDF kombiniert, das nur das Briefpapier enthält.

Solcherart hat man dann nicht nur ein komplettes Archiv-Exemplar, sondern kann dieses PDF dann auf normales Papier ausdrucken, wobei dann eben das Briefpapier mitgedruckt ist.

Für die Verwendung von PDFtk braucht man also zwei PDFs. Das eine PDF mit dem reinen Textteil, das man mit DOSprn durch Ausdrucken an einen PDF-Drucker herstellt und ein zweites PDF, das nur das Briefpapier oder sonstige Druckvorlage enthält.

Um nun mit PDFtk das Briefpapier einzufügen, gehen Sie bitte folgendermaßen vor:

Für häufigeren Bedarf ist es freilich sinnvoller, diese Bedienschritte auf einen einzigen Schritt zu reduzieren. Dafür gibt es PDFtk Server. PDFtk Server arbeitet über eine Befehlszeile, was sich also über eine Batchdatei stark vereinfachen lässt.

Generell ist es damit nur machbar, wenn man die Quasi-Druckvorlage entweder mit jeder Seite oder nur mit der ersten Seite eines Dokuments kombinieren will. Wenn also mehrere Briefe erstellt werden sollen, die jeweils eine Seite lang sind, dann funktioniert das damit. Wenn die Briefe allerdings länger als eine Seite sind, ist das nicht möglich, weil man nur auswählen kann, dass das entweder nur auf der ersten oder auf allen Seiten eingefügt werden soll. Man kann also nicht auswählen - zumindest derzeit nicht -, dass das beispielsweise nur auf jeder zweiten Seite eingefügt werden soll. Wenn man mehrseitige Briefe ausdruckt, dann müsste man jeden Brief separat als PDF erstellen.

Freilich gibt es bei manchen Druckern - entweder als Funktion direkt im Drucker integriert oder über den Druckertreiber - die Möglichkeit, quasi Briefpapier oder eine andere Druckvorlage mit dem Ausdruck zu kombinieren. Diese Lösung ist aber nur dann hilfreich, wenn man ausschließlich auf Papier ausdruckt und kein digitales Exemplar fürs Archiv braucht. Heute ist es vielmehr sogar so, dass oft überhaupt nicht auf Papier ausgedruckt wird, sondern nur ein PDF-Exemplar erstellt wird. Dieses wird dann per E-Mail verschickt und dient auch gleich als Archiv-Exemplar.

PDFtk in verschiedenen Ausführungen: PDFtk, PDFtk Server, PDFTK Builder

Es gibt zumindest drei interessante Versionen von PDFtk, die auf das selbe Basis-Programm aufsetzen:

Freilich ist PDFtk auch dann eine interessante Lösung, wenn man unter Windows erstellte PDFs miteinander kombinieren will. Für DOS-Anwendungen ergibt sich die Verwendung zwangsläufig, wenn man komplette Dokumente fürs digitale Archiv haben will und/oder garkein vorgedrucktes Briefpapier hat.

=>> www.pdflabs.com/tools/pdftk-the-pdf-toolkit/ (PDFtk mit GUI, PDFtk Server)
=>> www.angusj.com/pdftkb/ (PDFTK Builder mit einfacherem GUI, aber älterer PDFtk-Version)

| MS-DOS-Programme unter Windows 11/10/8/7/Vista/XP - Ezzes & Software-Empfehlungen |

MS-DOS nicht bei 64-bit-Windows dabei, daher: Windows XP Mode, DOSBox in Varianten oder 32-bit-Windows

Mit 64-bit-Versionen von Windows können MS-DOS-Programme nicht mehr von Haus aus verwendet werden. Also beispielsweise unter Vista, Windows 7, Windows 8, Windows 10, Windows 11 in 64bit-Version funktionieren keine MS-DOS-Programme - generell keine 16-bit-Programme, also auch nicht die meisten Windows-Programme, die bis Windows 3.1 eingesetzt wurden. Beispielsweise unter Windows 7, Windows 8 oder Windows 10, 32-bit-Version funktionieren MS-DOS-Programme mit Einschränkungen; also beispielsweise nicht im Vollbild-Modus; aber ansonsten in der Regel völlig problemlos.

Unter 64-bit-Versionen ist es ein Kompromiss: Dann geht es nur über Virtuelle Maschine oder einen Emulator. Wenn das MS-DOS-Programm alleinstehend - nicht im Zusammenspiel mit Windows-Anwendungen - verwendet werden soll, dann ist das eine praktische Lösung. Wenn aber das Zusammenspiel mit Windows-Programmen nötig ist, dann ist eine 32-bit-Version von Windows nötig.

Windows XP Mode unter Virtueller Maschine mit 64-bit-Windows

[!> Die hier behandelten Anwendungen "Windows Virtual PC" und "Windows XP Mode" von Microsoft sowie "VMLite XP Mode" werden von den Herstellern mittlerweile nicht mehr angeboten. Die ursprünglichen Download-Weblinks sind daher nicht mehr gültig. - Bei Interesse bitte über eine Suchmaschine nach Download-Möglichkeiten für diese Anwendungen zu suchen.

Eine Lösung für die Verwendung von MS-DOS-Programmen unter 64-bit-Windows bieten "Windows Virtual PC" und "XP Mode" von Microsoft, das allerdings nur unter den Windows-7-Varianten "Windows 7 Professional", "Windows 7 Ultimate" oder "Windows 7 Enterprise" funktioniert. Dabei wird zuerst einmal "Windows Virtual PC" als Virtuelle Maschine installiert und unter dieser wird dann "Windows XP Mode" - also das eigentliche Betriebssystem - installiert:

www.microsoft.com Download: Windows Virtual PC:
=>> www.microsoft.com/de-de/download/details.aspx?id=3702
www.microsoft.com Download: Windows XP Mode:
=>> www.microsoft.com/de-de/download/details.aspx?id=8002

"Windows XP Mode" gibt es offiziell nur für Windows 7. Unter neueren Windows-Versionen kann man aber jedenfalls über Zwischenschalten der Virtuellen Maschine "VMLite XP Mode" (statt "Windows Virtual PC") auch "Windows XP Mode" verwenden. "VMLite XP Mode" ist herunterladbar bei:

=>> www.vmlite.com/index.php?option=com_content&view=article&id=47&Itemid=128

Nachdem Sie "VMLite XP Mode" und - von Microsoft - "Windows XP Mode" heruntergeladen haben, gehen Sie - kurz gefasst - folgendermaßen vor:

DOSBox: DOS-Emulator für Windows, Linux, Mac OSX etc.

DOS unter Android-Handy/Tablet und Windows-Mobile-Pocket-PC

Hier nicht näher behandelt, aber für alle jene, die DOS-Programme mit einem Android-Handy oder -Tablet oder einem Windows-Mobile-Pocket-PC verwenden wollen, gibt es mit "Magic DosBox" resp. "PocketDOS" ebenfalls Emulatoren, die einen Standard-PC für die Verwendung von MS-DOS-Programmen emulieren. Diese werden an anderer Stelle unter praktiker.at kurz vorgestellt:

Magic DosBox: Emulator für DOS unter Android

Für Android-Handys und -Tablets gibt es mit "Magic DosBox" einen gut funktionierenden DOS-Emulator. "Magic DosBox" ist von "DOSBox" abgeleitet. Siehe Magic DosBox

PocketDOS: Emulator für DOS unter Windows Mobile

Für das mittlerweile nicht mehr aktuelle Betriebssystem Windows Mobile resp. Windows-Mobile-Pocket-PC gibt es schon seit langer Zeit mit "PocketDOS" eine gut funktionierende DOS-Emulation. Siehe PocketDOS

Sowohl Android-Geräte als auch Geräte mit Windows Mobile arbeiten mit Processoren, unter denen DOS normalerweise nicht arbeitet, weshalb hier u.a. auch der Processor und BIOS emuliert werden müssen. Deswegen läuft damit alles relativ langsam ab. Wegen des enormen Rechenaufwands ist auch der Stromverbrauch höher, was freilich im Akkubetrieb die Arbeitsdauer stark verkürzen - und das Gerät erhitzen - kann.

DOSBox ist ein DOS-Emulator. Es gibt Versionen für die Verwendung unter Windows, Linux, Mac OSX, Solaris, OS/2, BeOS etc. Gedacht ist dieser vor allem zur Verwendung von DOS-Spielen, die sonst nicht laufen; also beispielsweise auch nicht in einem DOS-Fenster unter Windows. DOSBox simuliert das Vorhandensein mancher seinerzeit gängiger Hardware wodurch für alte Programme die Hardware-Kompatibilität hergestellt werden kann. Außerdem ist der Vollbild-Modus möglich, den es unter Windows seit Vista nicht mehr gibt. Vor allem viele Spiele funktionieren nur im Vollbildmodus.

Einer der zahlreichen einstellbaren Parameter ist die Möglichkeit, auch die Rechengeschwindigkeit einzustellen. Dies ist wichtig für jene DOS-Anwendungen, deren zeitliche Steuerung sich an der Taktrate des PCs orientiert. Diese ist heute freilich um ein Vielfaches höher gegenüber seinerzeit, weshalb ohne eine solche Drosselung Vieles zu schnell abläuft.

Unter DOSBox werden eigene virtuelle Laufwerke definiert, die real einem Ordner zugeordnet sind. Auf Dateien, die sich außerhalb dieser als Laufwerke gemounteten Ordner befinden, kann von DOSBox aus nicht zugegriffen werden.

Insgesamt ist DOSBox eine interessante Alternative, wenn ein Programm unter dem DOS-Fenster unter Windows nicht laufen will oder eines der oben genannten Betriebssysteme verwendet wird. DOSBox funktioniert auch mit 64-bit-Windows-Versionen.

[!> Jedenfalls bis zur Version DOSBox 0.74 für Windows fehlt die Unterstützung für die Parallele Schnittstelle (Centronics). Dies dürfte daran liegen, dass DOSBox primär zur Verwendung mit DOS-Spielen gedacht ist, für die Drucker kaum gebraucht werden. - Mit dem inoffiziellen Update "Megabuild 6" zu DOSBox können u.a. Parallele Schnittstellen (Centronics) angesprochen werden und damit diese Funktion ergänzt werden (siehe DOSBox und Megabuild 6: DOS-Emulator für Windows mit LPT1/Centronics). Auch alle anderen - hier genannten - Weiterentwicklungen zu DOSBox können Ausgaben an die Parallele Schnittstelle an das Betriebssystem des PCs weiterleiten.

[!> Eventuell wesentlich ist, dass unter DOSBox der Zugriff auf Dateien nicht blockiert werden kann. Beispielsweise in Netzwerken, wo dies typischerweise der Fall ist, werden Dateien, während sie jemand verwendet für andere Anwender blockiert. Wenn gleichzeitig auf die selbe Datei zugegriffen wird und gleichzeitig Änderungen daran vorgenommen werden, dann entstehen zumindest Fehler oder überhaupt die Zerstörung der Datei. Anwendungsprogramme, die den Zugriff von mehreren Anwendern auf die selbe Datei handhaben sind unter DOS eher unüblich. Dieses Problem wird mit der Weiterentwicklung DOSBox-X gelöst - siehe DOSBox-X: Aktuell weiterentwickelte - leistungsstärkste - DOSBox-Variante. Wenn die Dateien sowieso nur exklusiv von DOSBox aus und zur selben Zeit nur von einem Anwender genutzt werden, ist das freilich egal.

Zu DOSBox gibt es auch einige Sprach-Pakete - darunter auch eines für Deutsch -, die separat von der selben Seite herunterladbar sind. Die Sprachpaket-Datei wird einfach in den Programmordner von DOSBox kopiert. In der dem Sprachpaket beiliegenden Dokumentation ist erläutert, was dafür in der DOSBox-Konfiguartionsdatei dosbox.conf einzutragen ist. Alternativ kann man auch die ebenfalls beigegebene, für das deutsche Sprachpaket voreingestellte DOSBox-Konfigurationsdatei dosbox.conf verwenden. Das ist freilich nur sinnvoll, wenn man an der dosbox.conf selbst noch keine Änderungen vorgenommen hatte, die dann mit den Voreinstellungen überschrieben würde und damit die eigenen Änderungen daran freilich verloren wären.

Ganz grob: So funktioniert DOSBox

DOSBox wird mit einer Konfigurationsdatei aufgerufen. In dieser kann man im Prinzip die Hardware-Einstellungen vornehmen, die simuliert werden sollen und auch Anpassungen an den tatsächlich verwendeten Computer. Zusätzlich gibt es in der Konfigurationsdatei noch eine Sektion, in der quasi der Inhalt der anzuwendenden DOS-Startdatei AUTOEXEC.BAT steht.

Nach der Abarbeitung dieser Quasi-AUTOEXEC.BAT von DOSBox wird nach einer C:\AUTOEXEC.BAT gesucht und wenn diese gefunden wird, wird diese anschließend gestartet. Diese wäre dann also dort, wo man das Laufwerk C: für DOSBox definiert hat. Das ist dann interessant, wenn in der [autoexec]-Sektion der dosbox.conf ein Befehlsinterpreter wie beispielsweise 4DOS.COM permanent gestartet wird. Wenn ein Befehlsinterpreter permanent gestartet wird, wird die weitere Abarbeitung der generierten AUTOEXEC.BAT abgebrochen. Weil man danach dann eben nichts mehr aufrufen kann, ist es vorteilhaft, dass danach automatisch C:\AUTOEXEC.BAT gestartet wird. Nach Aufruf eines Befehlsinterpreters müssen alle Umgebungsvariablen mit SET= und Suchpfad mit PATH= erst eingegeben werden und das wäre anders dann nicht möglich.

DOSBox arbeitet innerhalb einer eigenen Struktur von virtuellen Laufwerken. Der Inhalt eines Laufwerks ist dann in der Regel der Inhalt eines speziellen Ordners auf der Harddisk. Eine Ausnahme davon ist das Laufwerk mit dem Laufwerksbuchstaben Z:. Das System von DOSBox liegt auf dem von DOSBox automatisch generierten Laufwerk Z:. In diesem liegt der spezielle Befehlsinterpreter COMMAND.COM und die für DOSBox wichtigen Dienstprogramme wie beispielsweise MOUNT.COM, über das virtuelle Laufwerke festgelegt werden. Auf das Laufwerk Z: kann man keine Daten schreiben und nichts ändern.

Hierbei unterscheidet sich DOSBox-X - siehe DOSBox-X: Aktuell weiterentwickelte - leistungsstärkste - DOSBox-Variante - von den anderen DOSBox-Spielarten: Wenn bei DOSBox-X keine Ordner als Laufwerke definiert sind, kann auf das komplette Laufwerk zugegriffen werden, von dem aus DOSBox-X gestartet worden ist. Die Festlegung der Laufwerke funktioniert ansonsten so wie bei DOSBox mit dem Hilfsprogramm MOUNT.

DOSBox beinhaltet eine simple Version von DOS 5.0. Im Prinzip gibt es nur den Befehlsinterpreter und ein paar Dienstprogramme, die für DOSBox erforderlich sind - also beispielsweise um virtuelle Laufwerke zu definieren. Größeren Funktionsumfang bieten jene Dienstprogramme, die standardmäßig bei DOS dabei sind. So beispielsweise XCOPY, ATTRIB, MORE etc. Diese sind bei DOSBox nicht dabei. Wenn also weitestgehend der volle Funktionsumfang von DOS genutzt werden soll, dann ist eine DOS-Version 5.0 erforderlich, der man diese Dienstprogramme entnehmen kann. Es ist egal, ob es sich dabei um DR-DOS, PC-DOS, MS-DOS oder eine sonstige Spielart handelt. Diese sind alle mit MS-DOS kompatibel. Für manche Dienstprogramme ist es aber wichtig, dass es sich dabei um die DOS-Version 5.0 handelt. Manche starten nur, wenn diese zusammenpasst.

Man kann auch einen eigenen Befehlsinterpreter statt des DOSBox-eigenen COMMAND.COM verwenden. Dieser muss ebenfalls zu der DOS-Version 5.0 passen, wenn er einer DOS-Version entnommen ist. Alternative Befehlsinterpreter arbeiten typischerweise mit allen DOS-Versionen ab 5.0 zusammen.

Als weitere Möglichkeit könnte man auch eine komplett eigene DOS-Version verwenden. Dies geschieht dann über die Möglichkeit, auch Laufwerks-Images zu laden. Also beispielsweise ein Floppy-Image mit einer bootfähigen, kompletten DOS-Installation. Darauf wird hier nicht näher eingegangen, weil das auch nur in Ausnahmefällen überhaupt sinnvoll sein wird. Das ist also nur dann sinnvoll, wenn man beispielsweise eine spätere DOS-Version braucht, weil eine spezielle Anwendung mit DOS 5.0 nicht arbeitet. Oder weil man Gerätetreiber über CONFIG.SYS laden muss - oder will -, was in DOSBox nicht möglich ist.

DOSBox ist prinzipell unpraktisch, wenn man aus Windows heraus aus einer Batchdatei abwechselnd DOS- und Windows-Programme aufrufen will, weil DOSBox eben innerhalb seiner eigenen virtuellen Laufwerke arbeitet und aus DOSBox sowieso keine Windows-Programme gestartet werden können.

DOS-Anwendungen direkt mit DOSBox starten

Eventuell ruft man DOSBox auf und arbeitet dann innerhalb DOSBox in der Welt der DOS-Anwendungen. So wie auf einem alten DOS-PC. Meist wird es aber so sein, dass man nur einzelne Anwendungen verwendet und diese - so wie in einem DOS-Fenster unter Windows normalerweise - direkt aus Windows aufruft. Dabei wird also DOSBox und sofort auch die gewünschte Anwendung gestartet. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Letztere Variante hat freilich den Vorteil, dass man nicht für jede DOS-Anwendung eine eigene DOSBox-Konfigurationsdatei anlegen muss. - Hier die beiden Möglichkeiten:

DOS-Anwendung über DOSBox mit spezieller DOSBox-Konfigurationsdatei starten

Wenn es nur wenige DOS-Anwendungen sind, dann könnte man auch jeder davon eine eigene DOSBox zuordnen und auch auf diese Art mit mehreren DOS-Anwendungen sehr mühelos arbeiten. In diesem Fall hätte man also beispielsweise drei separate DOSBox-Konfigurationen, die jeweils vorgabemäßig - definiert in AUTOEXEC.BAT der jeweiligen DOSBox-Konfiguration - ein bestimmtes DOS-Programm starten. Vor allem unter 64-bit-Windows - oder wenn nur wenige Vollbild-DOS-Programme verwendet werden - ist das eine evtl. einfacherere Lösung, als eine Virtuelle Maschine aufzusetzen.

Man legt dafür also für jede Anwendung eine eigene Konfigurationsdatei an und ruft diese über die Befehlszeile - die man auch über eine Windows-Verknüpfungs-Datei aufrufen kann - auf. Also zuerst eine Verknüpfung zum Programm dosbox.exe herstellen und dann bei der Verknüpfung unter "Einstellungen" dort im Feld "Ziel" - in dem voererst nur "C:\DOSBox\DOSBox.exe" steht, die ganze Befehlszeile eintragen:

In diesem Beispiel könnte das also eine - selbst erstellte - DOSBox-Konfigurationsdatei sein, in der - als letzte Befehlszeile in der Sektion [autoexec] - der Dateimanager Norton Commander gestartet wird. Oder auch eine aufwendigere Anwendung oder Spiel, wofür spezielle Einstellungen in der DOSBox-Konfigurationsdatei erforderlich sind.

DOS-Anwendung über DOSBox als Befehlszeilen-Parameter starten

Anwendungen, die keine spezielle Konfiguration erfordern, kann man auch einfach über eine Befehlszeile aufrufen. Diese wird also einfach in eine Verknüpfungs-Datei von Windows - wie hier oberhalb beschrieben - so eingetragen. Zusätzlich kann man auch dabei eine spezielle DOSBox-Konfigurationsdatei angeben. Beispielsweise

ruft die - innerhalb des virtuellen Laufwerks von DOSBox vorhandene - Batchdatei MYAPP.BAT auf, wendet die - selbst erstellte - DOSBox-Konfigurationsdatei dosbox27.conf an und schließt das DOSBox-Fenster nach Beenden des DOS-Programms (-exit). Solcherart können also recht einfach auch viele DOS-Anwendungen - entweder direkt, oder wie in diesem Beispiel über eine Batchdatei - gestartet werden.

In diesem Beispiel wird also MYAPP.BAT aufgerufen, nachdem DOSBox mit der Konfigurationsdatei dosbox27.conf gestartet worden ist. In diesem Beispiel enthält dosbox27.conf alle Einstellungen, die als Konfiguration für verschiedene Zwecke dient. Man kann genausogut auch für den Aufruf jedes Programms eine eigene Konfigurationsdatei anlegen, bei der dann am Ende der Quasi-AUTOEXEC.BAT die Batchdatei - in diesem Fall MYAPP.BAT - aufgerufen wird. In diesem Fall sähe die Befehlszeile für das Programm, das über DOSBox aufgerufen wird beispielsweise so aus:

Hier kommt also die Batchdatei MYAPP.BAT in der Befehlszeile nicht vor, weil man dafür eine spezielle Konfigurationsdatei dosbox27myapp.conf erstellt hat, an deren Ende jene Befehle aufgerufen werden, die beim vorigen Beispiel über MYAPP.BAT aufgerufen werden.

Wenn beim Start von DOSBox sofort ein DOS-Programm gestartet werden soll und für dieses DOS-Programm Parameter erforderlich sind, dann ist die Angabe des DOS-Programms über die Befehlszeile für den Aufruf von DOSBox nicht möglich. - Zum Starten mit einem DOS-Programm mit Parametern gäbe es zwei Möglichkeiten:

  1. Aufruf einer Batchdatei, die die Befehlszeile für den Aufruf des DOS-Programms samt Parametern enthält oder
  2. Verwenden einer separaten Konfigurationsdatei für DOSBox, in der in der Sektion [autoexec] als letzte Befehlszeile das Programm mit allen Parametern aufgerufen wird.

DOSBox mit 4dos oder command.com als Befehlsinterpreter - auch temporär verwendbar

Es gibt einige Einschränkungen bei DOSBox gegenüber einem normalen DOS-Fenster unter Windows - oder erst recht gegenüber nacktem DOS. Das fällt vor allem allen jenen auf, die recht aufwendig zusammengestellte Arbeitsabläufe über Batchdateien steuern. In diesem Fall sollten ein paar Kleinigkeiten geändert werden.

So verwendet DOSBox einen speziellen, integrierten Befehlsinterpreter, bei dem die in diesem integrierten Befehle einen teilweise stark eingeschränkten Funktionsumfang haben. Abweichend resp. nur eingeschränkt funktionieren beispielsweise die Befehle COPY, DIR und MKDIR resp. MD.

Um diese Einschränkungen zu umgehen kann man entweder überhaupt einen eigenen Befehlsinterpreter verwenden oder man ruft nur bei Bedarf die betreffenden Befehle aus einem eigenen Befehlsinterpreter auf. Dann wird also nur beispielsweise der Befehl COPY über den Befehlsinterpreter - in dem dieser Befehl eben enthalten ist - aufgerufen und danach wieder beendet.

Als Befehlsinterpreter in Frage kommt ein COMMAND.COM von einer DOS-Version 5.0 - egal von welchem Hersteller, aber die Version muss 5.0 sein, damit sie zur DOS-Version von DOSBox passt. Oder ein alternativer Befehlsinterpreter. Seinerzeit sehr beliebt - und auch empfehlenswert - ist 4DOS. 4DOS bietet gegenüber dem normalen COMMAND.COM von DOS-Versionen neben dessen Standard-Funktionen einen stark erweiterten Funktionsumfang.

In Versuchen von "praktiker" hatten zumindest einige COMMAND.COM von verschiedenen DOS-5.0-Versionen ein eigenartiges Verhalten gezeigt: Beim Befehl DIR werden keine Dateigrößen und kein Dateidatum angezeigt. Warum das so ist, wurde nicht näher untersucht, ist aber jedenfalls nicht sehr beruhigend. Mit 4DOS ist das nicht passiert, deswegen wird 4DOS als Befehlsinterpreter empfohlen. 4DOS kann über nachfolgenden Link heruntergeladen werden. Es gibt dort zahlreiche verschiedene Versionen. Die - deutsche - Version 4DOS 5.51c ger dürfte jedenfalls reibungslos funktionieren:

=>> www.4dos.info/v4dos.htm

Eine kurze Beschreibung zu 4dos gibt auch hier auf der Seite "Aktuelles zu PC-/MS-DOS für heute": 4DOS / Free 4DOS: Alternativer Befehlsinterpreter - statt command.com. Auf dieser Seite sind auch mehrere DOS-Spielarten angeführt, von denen sowohl die Dienstprogramme und/oder deren Befehlsinterpreter für DOSBox verwendet werden kann. Wichtig ist freilich, dass es sich um eine DOS-5.0-Version handelt.

Speziellen Befehlsinterpreter mit /P permanent laden für ständige Verwendung

Der spezielle Befehlsinterpreter wird verwendet, indem er in der DOSBox-Konfigurationsdatei in der Rubrik [autoexec] aufgerufen wird. Wesentlich dabei ist, dass nach dem Aufrufen dieses speziellen Befehlsinterpreters nach der DOS-Startdatei AUTOEXEC.BAT im Root-Verzeichnis jenes virtuellen DOSBox-Laufwerks gesucht wird, von dem der spezielle Befehlsinterpreter geladen wurde. Diese AUTOEXEC.BAT wird dann abgearbeitet.

Das schaut beispielsweise so aus in der DOSBox-Konfigurationsdatei:

DOSBOX.CONF (Am Ende der Sektion [autoexec])
  • # Zumindest das virtuelle Laufwerk, auf dem der Befehlsinterpreter liegt muss definiert werden:
  • Z:\MOUNT.COM C C:\DOSBOX_C
  • # Wechsel auf das Laufwerk C:
  • C:
  • # Aufruf des speziellen Befehlsinterpreters:
  • C:\DOS\4DOS.COM C:\DOS\ /E:2048 /P
  • # Hier nichts mehr, weil nach dem Start des alternativen Befehlsinterpreters - hier 4dos - weitere Befehle nicht mehr beruecksichtigt werden

Hier wird also 4DOS als Befehlsinterpreter geladen. Dieser liegt im Ordner C:\DOS auf dem virtuellen Laufwerk C:, für Umgebungsvariable wird ein Platz von 2048 Zeichen und über den Parameter /P wird 4DOS auf permanent geschaltet. "Permanent" bedeutet, dass 4DOS nicht durch Eingabe von EXIT verlassen werden kann. - Die möglichen Parameter für Definieren des Befehlsinterpreters sind freilich jeder DOS-Dokumentation zu entnehmen.

Nach Aufruf eines Befehlsinterpreters mit Parameter /P wird kein evtl. nachfolgender Befehl in DOSBOX.CONF mehr berücksichtigt und mit AUTOEXEC.BAT fortgesetzt.

Nach Aufruf eines Befehlsinterpreters mit Parameter /P passiert Folgendes:

Nach Aufruf des Befehlsinterpreters mit Parameter /P sind evtl. auch alle evtl. vorher vorgenommenen Einstellungen - außer der Festlegungen der virtuellen DOSBox-Laufwerke - "vergessen". Also Pfade und andere Umgebungsvariable - sofern erforderlich - müssen dann neu definiert werden. Das ist nicht bei jedem Befehlsinterpreter der Fall, sollte aber sicherheitshalber gemacht werden. Bei 4DOS bleibt beispielsweise eine Definition von SET PATH= erhalten, bei COMMAND.COM von einer DOS-Version ist das "vergessen".

Wenn ein eigener Befehlsinterpreter mit Parameter /P verwendet wird, ist es also sinnvoll, in DOSBOX.CONF in der Sektion [autoexec] überhaupt nur die virtuellen Laufwerke zu definieren und danach den Befehlsinterpreter aufzurufen. Alle sonstigen Definitionen sollten dann nur in AUTOEXEC.BAT gemacht werden.

Wenn die DOSBox-eigenen Befehle nicht mit Pfad aufgerufen werden, dann muss mit SET PATH= auch Z:\ aufgenommen werden. Ansonsten werden diese nicht mehr gefunden.

Alternativen Befehlsinterpreter nur zum Aufruf interner Befehle einsetzen

Über nachfolgenden Link finden Sie bitte die Lösung, wie man einen alternativen Befehlsinterpreter jeweils nur zum Aufrufen von internen Befehlen einsetzt:

==> Speziellen Befehlsinterpreter nur jeweils bei Verwenden von internen Befehlen verwenden

DOSBox kennt keine CONFIG.SYS und daher u.a. keine COUNTRY-Einstellung - das gibt es bei DOSBox-X

Bei DOSBox gibt es die beiden Startdateien AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS nicht. Das, was normalerweise über AUTOEXEC.BAT aufgerufen wird, wird bei DOSBox in die Konfigurationsdatei dosbox.conf unter der Rubrik [autoexec] eingetragen. Alles, was in dosbox.conf unter der Rubrik [autoexec] eingetragen ist, wird übrigens bei jedem Start von DOSBox in eine Datei Z:\AUTOEXEC.BAT geschrieben. Z: ist das Systemlaufwerk von DOSBox, das automatisch angelegt wird.

Nur dann, wenn ein alternativer Befehlsinterpreter permanent aufgerufen wird, dann wird auch eine weitere, von Ihnen erstellte AUTOEXEC.BAT aufgerufen. Siehe unter Speziellen Befehlsinterpreter mit /P permanent laden für ständige Verwendung

Für die DOS-Startdatei CONFIG.SYS gibt es allerdings keine Entsprechnung. Deswegen ist es also beispielsweise nicht möglich, die Ländereinstellungen mit dem Befehl COUNTRY vorzunehmen. Daher lässt sich das Datumsformat nicht einstellen. Dieses ist entsprechend der - auch sonst üblichen - DOS-Vorgabe nach dem Muster MM/TT/JJJJ. Für Kontinentaleuropa - und was daher mit der Landesangabe definiert wäre - sollte es freilich TT.MM.JJJJ sein.

[!> Die Möglichkeit, CONFIG.SYS-Befehle einzusetzen gibt es bei der DOSBox-Spielart DOSBox-X. Bei dieser können zumindest die wesentlichsten Einstellungen für CONFIG.SYS vorgenommen werden; darunter eben auch die COUNTRY-Einstellung. Siehe: DOSBox-X: Aktuell weiterentwickelte - leistungsstärkste - DOSBox-Variante.

Für alle jene, die sich früher bereits eingehend mit DOS - und dessen feiner Konfiguration - beschäftigt hatten, ist das wenig aufregend und auch ohne Probleme lösbar. Bei einfacheren Anwendungen - wenn nur einzelne Programme verwendet werden sollen - wird es überhaupt unbedeutend sein, weil die Funktionen nicht gebraucht werden.

=>> www.dosbox.com

DOSBox und Megabuild 6: DOS-Emulator für Windows mit LPT1/Centronics

Jedenfalls bis inklusive Version DOSBox 0.74 steht bei DOSBox die - für die Druckausgabe unter MS-DOS wesentliche - Unterstützung von Parallelen Schnittstellen (Centronics) nicht zur Verfügung. Mit "Megabuild 6" gibt es quasi ein inoffizielles Update zu DOSBox, das u.a. die Unterstützung für die Schnittstellen LPT1, LPT2 und LPT3 bietet. LPTx sind die reservierten Namen unter Windows und DOS für Parallele Schnittstellen (Centronics).

Das Projekt rund um Megabuild bringt auch zahlreiche weitere Funktionen wie beispielsweise erweiterte Unterstüzung von Netzwerken. Die wesentlichste Ergänzung davon zum originalen DOSBox ist sicherlich, dass damit die Druckausgabe ermöglicht wird.

Installieren Sie zuerst DOSBox normal - sofern Sie DOSBox nicht bereits installiert haben - und installieren Sie dann quasi darüber das inoffizielle Update "Megabuild" im selben Ordner. Danach ist noch eine Ergänzung in der DOSBox-Konfigurationsdatei dosbox.conf nötig um die Unterstützung der Drucker-Schnittstellen zu aktivieren. - Gehen Sie dazu bitte folgendermaßen vor:

  1. DOSBox - evtl. samt Sprachpaket für Deutsch - normal installieren, sofern nicht bereits vorhanden:

    =>> www.dosbox.com

  2. Megabuild 6 in den selben Ordner wie DOSBox installieren. Hier der Link zu "Megabuild 6 Windows Installer" direkt:
    EXE source.dosbox.com/mb6/DOSBox_Megabuild6-win32-installer.exe

  3. In der Datei im DOSBox-Programmordner dosbox.conf folgende Sektion hinzufügen nachfolgend der in dieser Konfigurationsdatei bereits vorhandenen Sektion [serial]:
DOSBOX.CONF (Einfügung nach Sektion [serial]) - Variante 1: Umleitung an LPT1 unter Windows
  • [parallel]
  • # entweder:
  • parallel1=file dev:lpt1
  • # oder (falls Obiges nicht funktionieren sollte):
  • # parallel1=file append:lpt1
  • parallel2=disabled
  • parallel3=disabled

Im Grunde werden dabei die Druckdaten, die von einem DOS-Programm ausgegeben werden, das unter DOSBox läuft in eine Datei umgeleitet. Wenn man unter MS-DOS statt eines Dateinamens einen der für Geräte reservierten Namen angibt, erfolgt die Ausgabe an das betreffende Gerät. In diesem Fall - im obigen Beispiel - ist das also LPT1.

Wenn LPT1 über Windows nicht direkt ansprechbar ist - über Umleitung durch Windows oder als tatsächlich vorhandener Schnittstellenanschluss - kann die Druckausgabe auch in eine Datei umgeleitet werden. Auch mehrere Druckaufträge werden dann in die angegebene Datei ausgegeben. Man kann dann mit einer beliebigen anderen Methode diese Datei an den Drucker schicken.

Für die Umleitung der Druckdaten in eine Datei sollte die Angabe in der DOSBox-Konfigurationsdatei dosbox.conf in der Sektion [parallel] in der nachfolgenden "Variante 2" so ausschauen - unter der Annahme, dass die Datei im Ordner C:\TEMP liegen soll und die Datei spoolprn heißen soll:

DOSBOX.CONF (Einfügung nach Sektion [serial]) - Variante 2: Umleitung an Datei unter Windows
  • [parallel]
  • parallel1=file append:c:\temp\spoolprn
  • parallel2=disabled
  • parallel3=disabled

Damit diese Konfiguration funktionieren kann, muss der Ordner C:\TEMP bereits vorhanden sein resp. "händisch" angelegt werden. Der Dateiname - hier im Beispiel ist das spoolprn - wird von DOSBox generiert.

Beachten Sie bitte, dass es sich bei dem hier im Anschluss an file append: angegebenen Pfad für die Druckausgabe um den Pfad unterhalb Windows handelt. Die Datei liegt dann also unter C:\TEMP der Harddisk und nicht innerhalb der virtuellen Laufwerke von DOSBox. Aus dem selben Grund kann hier eben auch LPT1 angegeben werden, was dann eben an jene LPT1-Schnittstelle geleitet wird, die von Windows verwaltet wird.

Wenn am PC keine wirkliche Parallele Schnittstelle LPT1 vorhanden ist oder kein Drucker vorhanden ist, der mit der Seitenbeschreibungssprache der verwendeten DOS-Programme zusammenspielt, dann ist dazu das Programm DOSprn empfehlenswert - siehe Ausdrucken aus DOS-Programmen unter Windows: DOSprn löst Text-Ausdrucken von DOS-Programmen - auch an GDI-Drucker, auch als PDF. Die Druckerausgabe kann in diesem Fall dann von DOSBox an eine Datei ausgegeben werden. DOSprn überwacht dann diese Datei und verarbeitet dann den Inhalt der Datei passend für den angeschlossenen Drucker.

DOSBox SVN Daum mit LPT1/Centronics, vielen Features und andere SVN-Builds

Eine sehr gute Erweiterung zu DOSBox - als Alternative zu "Megabuild 6" - sind auch andere SVN-Builds. Während die Megabuild-Serie - die an sich klaglos funktioniert - schon seit 2010 nicht mehr weiterentwickelt wird, gibt es mit den SVN-Builds eine Serie, von der gelegentlich neue Versionen erscheinen. Die Version "SVN-lfn" kann sogar mit Langen Dateinamen umgehen.

Eine sehr stabile Version ist "SVN-Daum". Diese ist zwar auch schon mehrere Jahre alt, aber sie ist jedenfalls stabil und bietet - als herausragende Besonderheit ggü. der Megabuild-Serie - auch die Möglichkeit, die CONFIG.SYS-Befehle FILES= (in der Konfigurationsdatei dosbox.conf) und BUFFERS= (über ein Hilfsprogramm) anzugeben. Wenn Lange Dateinamen nicht unbedingt gebraucht werden, ist das vielleicht eine sicherere Lösung, da diese einfach schon länger in Verwendung ist, aber eben neuer als Megabuild 6.

Abgesehen von einem größeren Funktionsumfang ist der Umgang mit den beiden hier genannten SVN-Builds prinzipiell gleich wie bei Megabuild.

Sowohl zu diesem als auch zu Megabuild gibt es ausführliche Informationen - und Download-Links - im DOSBox-Wiki unter:

=>> www.dosbox.com/wiki/SVN_Builds (DOSBox-Wiki: Erweiterungen - in Englisch)
=>> ykhwong.x-y.net/ (DOSBox SVN Daum)

DOSBox-X: Aktuell weiterentwickelte - leistungsstärkste - DOSBox-Variante

Während alle anderen DOSBox-Varianten schon seit einigen Jahren nicht mehr weiterentwickelt werden, dürfte DOSBox-X weiterhin lebendig betreut werden. Deswegen könnte das die favorisierte Variante sein. Obwohl auch die anderen hier angeführten Varianten durchaus sauber funktionieren.

Wichtige Besonderheit - gegenüber allen anderen DOSBox-Varianten - ist, dass die für die korrekte Anzeige von Datum und Uhrzeit wichtige Country-Einstellung möglich ist. Bei DOSBox-X sind einige der Einstellungen möglich, die normalerweise in der Startdatei CONFIG.SYS gemacht werden. Nicht möglich ist es allerdings, dabei auch die Codepage - also den Zeichensatz - einzustellen. Dieser dürfte unveränderbar auf CP437 eingestellt sein. - Jedenfalls wurde von "praktiker" noch keine Lösung entdeckt, wie das geändert werden kann.

Für die Country-Einstellung gibt es unter MS-DOS keinen Ländercode für Österreich. Dieser wäre 043 - dafür gelten die Telefon-Landesvorwahlen. Passend ist da der Ländercode für Deutschland 049, der dann eine bei uns übliche Schreibweise von Datum und Uhrzeit ergibt: 20.10.2020 14:00.

DOSBOX.CONF (Sektion [config])
  • [config]
  • # Nur der wichtige Eintrag für Datum- und Zeitanzeige als Beispiel
  • country=049

Aus der Konfigurationsdatei wird aus der Sektion [config] automatisch beim Start von DOSBox-X die Datei Z:\CONFIG.SYS generiert, genauso wie aus der Sektion [autoexec] die Datei Z:\AUTOEXEC.BAT generiert wird. Z: ist das virtuelle Laufwerk mit allen wesentlichen Systemprogrammen, das eben u.a. auch diese beiden Startdateien für MS-DOS enthält. Eine Änderung der Dateien auf diesem "Laufwerk" ist nicht möglich. Das Laufwerk Z: wird jedesmal beim Start von DOSBox-X neu generiert.

Für die Z:\CONFIG.SYS kann in der Sektion [config] auch ein Befehlsinterpreter angegeben werden. Standard ist Z:\COMMAND.COM, es gibt aber auf dem virtuellen Laufwerk Z: auch den interessanten alternativen Befehlsinterpreter 4DOS - siehe 4DOS / Free 4DOS: Alternativer Befehlsinterpreter - statt command.com. Dieser ist allerdings in englischer Version. Es gibt auch eine deutsche Version von 4DOS. Wenn Ihnen diese sympathischer ist und sie diese daher verwenden wollen, dann wird die freilich am Laufwerk C: gespeichert sein. Wenn Sie diese dann als Befehlsinterpreter angeben, ist zu beachten, dass dann die automatisch aus der Sektion [autoexec] generierte Datei Z:\AUTOEXEC.BAT ignoriert wird, sondern stattdessen nach Datei C:\AUTOEXEC.BAT gesucht und diese abgearbeitet wird. DOS sucht nach der AUTOEXEC.BAT immer im Hauptverzeichnis jenes Laufwerks von dem aus der Befehlsinterpreter aufgerufen worden ist.

Die Dateien im Laufwerk Z: sind auf mehrere Ordner verteilt. Es ist freilich sinnvoll, jene Ordner, in denen Programme sind, auf die zugegriffen werden könnte, in den Suchpfad path aufzunehmen. Wenn dieser dadurch zu lange werden könnte, dann könnte man alle wesentlichen Dateien in einen Ordner auf Laufwerk C: kopieren, sodass man dafür nur einen Pfad für alle systemwichtigen Programme angeben muss.

Eine Besonderheit ist auch die Unterstützung von Langen Dateinamen. Allerdings ist das nur bedingt sinnvoll, weil DOS-Programme in der Regel mit diesen nicht umgehen können und daher spätestens nach der Bearbeitung einer Datei diese auf ihren 8.3-Namen verkürzt wird. Siehe dazu Bearbeiten von Dateien mit Langen Dateinamen unter DOS.

Ein evtl. interessanter Vorteil von DOSBox-X ggü. DOSBox (mit oder ohne Megabuild6) ist, dass Dateien während der Bearbeitung für den Zugriff durch Andere gesperrt werden können. Dies funktioniert - wie normal unter DOS - mit dem DOS-Programm SHARE.EXE - dieses ist allerdings nicht vorinstalliert. Wenn SHARE.EXE verwendet werden soll, muss auch in der Konfigurationsdatei der Parameter share=true geschaltet werden. Dies ist dann wesentlich, wenn mehrere User - oder mehrere Anwendungen - beispielsweise auf eine Datenbank zugreifen. Ebenfalls je nach Bedarf wichtige Vorteile sind die korrekte Schreibweise von Datum und Uhrzeit sowie die von vornherein gegebene - abschaltbare - Möglichkeit, Lange Dateinamen zu verarbeiten.

Weiters bietet DOSBox alle anderen Möglichkeiten - so wie auch ansprechbare Parallele Schnittstellen zum Ausdrucken.

Sehr interessant - allerdings schwieriger auswendig zu merken - ist, dass Tasten-Kombinationen zum Auslösen von Funktionen zumeist über Kombination mit der Funktionstaste F11 funktionieren. Ansonsten bei DOSBox üblich sind Kombinationen von Ctrl-Funktionstaste. Die Lösung über F11 ist zwar schwieriger zu merken, hat aber den gewaltigen Vorteil, dass die Tastenkombinationen nicht mit jenen kollidieren können, die bei DOS-Anwendungen verwendet werden. Tastenkombinationen Ctrl-Funktionstaste sind üblich bei DOS-Anwendungen. Nicht so gut sind dabei aber einzelne Spezialitäten, die nicht nötig gewesen wären: So wird beispielsweise zwischen Vollbild- und Fensterdarstellung mit F11+f umgeschaltet anstatt - wie unter Windows bei DOS-Fenstern früher üblich - mit Alt-TAB.

Wenn man von einer der anderen hier beschriebenen DOSBox-Varianten umsteigt, kann man die bereits vorhandenen Einstellungen weitestgehend übernehmen. Es ist dabei sinnvoll, die Einstellungen zu vergleichen und dann in der neuen Konfigurationsdatei zu übernehmen. DOSBox-X bietet sehr erheblich mehr Einstellmöglichkeiten als frühere Versionen.

DOSBox-X gibt in Ausführungen für 32-bit- und für 64-bit-Windows sowie beide Versionen auch installationsfrei - diese können also auch von einem USB-Stick aus gestartet werden oder leicht - der ganze Programmordner - auf einen anderen PC umkopiert werden.

=>> dosbox-x.com

DOSBox-Spielarten: Hauptsächlich Unterschiede bei Konfiguration

Zusammenfassend hier eine Übersicht der wesentlichen Unterschiede zwischen den drei beschriebenen Spielarten von DOSBox:

DOSBox-X ist sicherlich die beste aller Varianten und wird daher von "praktiker" empfohlen. Die Bedienung ist trotz der besonders umfangreichen Einstellmöglichkeiten deswegen nicht komplizierter. Die Installation ist auch sehr einfach. So wie bei allen DOSBox-Spielarten kann man das ohne großartige Änderungen in der Konfigurationsdatei schon losstarten damit. Nötig ist es eigentlich nur, die Ordner für die "Laufwerke" zu definieren und in diese Ordner dann alle jene Dateien hineinzukopieren, die gebraucht werden.

Windows 64-bit-Version in 32-bit-Version ändern: Neuinstallation nötig

Der Umweg über eine Virtuelle Maschine mit Windows XP Mode oder DOSBox ermöglicht freilich nicht das Zusammenspiel mit anderen Anwendungen des Hauptsystems. Wenn das wichtig ist, ist die einzige Lösung eine 32-bit-Version von Windows unter der - das gilt auch bis Windows 10 - MS-DOS- und 16-bit-Windows-Programme normal verwendet werden können. Lediglich den Vollbildmodus gibt es nicht unter Windows generell seit Windows Vista.

Bei den allermeisten neuen PCs resp. Notebook-PCs ist die 64-bit-Version von Windows vorinstalliert. 32-bit-Versionen gibt es mittlerweile - wenn überhaupt - eher nur bei schwachen resp. kleineren Notebook-PC resp. Netbooks.

Wenn Windows in einer 64-bit-Version vorinstalliert ist, so kann diese nicht einfach in eine 32-bit-Version geändert werden. Es ist dann eine komplette Neuinstallation von Windows nötig. Man braucht dann zur Installation die Installations-Daten - als Download oder auf DVD - für die 32-bit-Windows-Version.

Bevor das System neu installiert wird, ist es freilich nötig sicherzustellen, dass alle für den betreffenden PC nötigen Treiber etc. in einer 32-bit-Version verfügbar sind. Bei 64-bit-Windows-Versionen werden - zumindest nahezu - alle Treiberprogramme in einer 64-bit-Version eingesetzt sein; zumindest für alle jene Hardware-Funktionen, die im betreffenden PC beim Kauf serienmäßig integriert waren.

In der Regel wird man einen PC mit einer vorinstallierten sogenannten "OEM-Version" von Windows haben. Wenn man diese in eine 32-bit-Version ändern will, sollte auf der Website des Herstellers des PCs nachgeschaut werden, ob evtl. eine 32-bit-Windows-Version angeboten wird. Wenn es sich dabei um eine OEM-Version des Herstellers handelt, hat das freilich den Vorteil, dass auch gleich alle Treiberprogramme dabei sind, die man zu dem speziellen PC-Modell braucht. 64-bit-Programme - und daher auch 64-bit-Treiberprogramme - arbeiten freilich generell nicht unter 32-bit-Windows.

Wenn zum PC-Modell keine 32-bit-OEM-Windows-Version angeboten wird, kann man entweder eine normale Windows-Version kaufen oder man kann einen Bekannten darum bitten, der eine gleiche Version in 32-bit-Ausführung hat. Normalerweise müsste es funktionieren, dass man die gleiche Version - also beispielsweise "Home Premium" - mit dem selben Lizenz-Code verwendet wie bei der vorinstallierten Version. Der Code steht normalerweise auf dem Windows-Aufkleber, der am PC kleben müsste.

Wenn man Windows normal kauft, dann enthält das Paket sowohl eine DVD zur Installation für die 32-bit-Version als auch eine 64-bit-Version.

Windows in 64-bit-Version ist selbstverständlich die Zukunft. Wenn eine Anwendung in einer 64-bit-Version verfügbar ist, dann ist diese oft erheblich schneller als das gleiche Programm in 32-bit-Version. Dies merkt man allerdings nur bei sehr rechenintensiven Anwendungen. Also beispielsweise bei Bild- und Video-Bearbeitung. Ansonsten ist der Unterschied evtl. nicht so sehr dramatisch.

Da es sicherlich noch längere Zeit Anwendungen in 32-bit-Ausführung geben wird, kann eine 32-bit-Windows-Version noch mehrere Jahre lang ohne Einschränkungen verwendet werden.

Da es viele Treiberprogramme und auch Anwendungen vorerst noch nicht in einer 64-bit-Ausführung gibt und wenn viele davon eingesetzt werden sollen, ist - ungeachtet dessen ob man überhaupt 16-bit-Programme verwenden will - möglicherweise eine 32-bit-Windows-Version eine stabilere Lösung als die 64-bit-Windows-Version. Bei bereits älterer Hardware mit weniger RAM-Speicher ist es evtl. auch nachteilig, dass bei 64-bit-Windows gegenüber 32-bit-Windows freilich der doppelte Speicherbedarf entsteht.

Es gibt übrigens auch 32-bit-Versionen von Anwendungen, die unter 64-bit-Windows nicht funktionieren; vermutlich ist das nur dann der Fall, wenn diese auch 16-bit-Komponenten beinhalten. 16-bit-Programme - das sind neben MS-DOS-Programmen auch alte Windows-Programme oder alte Windows-Programmkomponenten - funktionieren unter 64-bit-Windows nicht.

[!> 64-bit-Windows ist also derzeit noch nicht zwangsläufig die bessere Lösung, nur weil es moderner ist. Wenn keine wichtigen Anwendungen verwendet werden, bei denen sich in der 64-bit-Version erhebliche Geschwindigkeitsvorteile ergeben oder eine Anwendung die evtl. nur in einer 64-bit-Version verfügbar ist, dann ist die 32-bit-Version derzeit eigentlich noch eher vorteilhafter.

Dass auch Gerätetreiber auch weiterhin in 32-bit-Ausführung noch lange Zeit automatisch verfügbar gemacht werden zu jedem neuen Gerät oder Adapter ist auch dadurch gesichert, dass 32-bit-Windows derzeit bei neuen PCs mit schwächerer Hardware - beispielsweise billigeren Tablets oder Notebooks - die Standard-Ausstattung ist.

Für separate, seltenere Verwendung: Nacktes DOS von USB-Laufwerk booten

Oft geht es darum, alte DOS-Anwendungen oder DOS-Dienstprogramme gleichzeitig mit Windows im Arbeitsfluss zu verwenden. Wenn DOS aber nur für einzelne Anwendungen gebraucht wird, die separat verwendet werden und daneben Windows nicht laufen muss - das können auch Spiele sein -, dann gibt es auch die eigentlich einfachere Lösung, DOS und die erforderlichen Anwendungen auf einem USB-Speicherstick zu installieren und von diesem DOS zu booten. Dabei verwandelt man seinen Computer vorübergehend in einen reinen DOS-PC.

Alle neueren Computer bieten die Möglichkeit, wahlweise auch von einem USB-Laufwerk zu booten. DOS wird also einfach auf einen USB-Speicherstick bootfähig installiert, auf diesen die gewünschten Anwendungen kopiert und es kann schon losgehen. Achten Sie bei der Auswahl des USB-Speichersticks auf dessen Kapazität, sodass diese von der von Ihnen verwendeten DOS-Version nicht zu hoch ist. Und auch auf das angewandte Dateisystem nach dem der Datenträger formatiert wird. FAT16 ist jedenfalls für alle DOS-Versionen tauglich und daher eine sichere Wahl. Auf die Geschwindigkeit braucht man freilich überhaupt nicht achten, weil aktuellere PCs extrem schneller arbeiten als PCs in den DOS-Zeiten.

Auf der Seite "Aktuelles zu PC-/MS-DOS für heute" wird darauf detaillierter eingegangen und es wird auch ein Dienstprogramm beschrieben, mit dem ein USB-Laufwerk - oder auch jeder andere Datenträger - bootfähig formatiert wird: MS-DOS von USB-Stick auf moderneren PCs ist simpel. Auf der selben Seite finden Sie auch Erläuterungen zu verschiedenen DOS-Spielarten. Es ist freilich sinnvoll, eine jüngere DOS-Version dafür zu verwenden.

Bei dieser Methode ist es allerdings nötig, dass bereits Wissen im Umgang mit DOS vorhanden ist. Schließlich muss dann alles von Grund auf konfiguriert werden. Bei den Lösungen mit DOS unter Windows hingegen sind die wesentlichen Voreinstellungen - die oft passend sind - bereits vorgenommen.

| MS-DOS-Programme unter Windows 11/10/8/7/Vista/XP - Ezzes & Software-Empfehlungen |

Alte Floppy-Disks auf neuem PC ohne Floppy-Laufwerk

Floppy-Disks - bei Windows in der Hauptsache 3,5-Zoll-Disketten mit einer Kapazität von entweder 720 kB oder 1440 kB - sind freilich längst obsolet heute. Es gibt praktisch keine PCs mehr, die ein Floppy-Laufwerk von vornherein eingebaut haben. Da man Floppy-Disks heute nur noch in Ausnahmefällen braucht, wird es die einfachste Lösung sein, sich ein Floppy-Laufwerk mit USB-Anschluss anzuschaffen. Das steckt man dann genauso wie einen Kartenleser an.

Wenn man ein Floppy-Laufwerk über USB an einen PC unter Windows anschließt, dann wird der vorinstallierte Gerätetreiber dafür aktiviert und das Laufwerk funktioniert ohne weitere User-Eingriffe problemlos.

Bekanntlich sind beim PC die Laufwerksbuchstaben A: und B: für Floppy-Disk-Laufwerke reserviert. Wenn man also ein USB-Floppy-Disk-Laufwerk an einen Windows-PC anschließt, dann wird diesem automatisch in der Regel der Laufwerksbuchstabe A: zugewiesen. Von Laufwerk A: kann man einen PC auch starten.

Noch zu DOS-Zeiten waren vor den 3,5-Zoll-Disketten die 5,25-Zoll-Disketten in Verwendung. Dafür gibt es heute keine Laufwerke mehr. Wenn man noch 5,25-Zoll-Floppy-Disks haben sollte, dann ist es vielleicht am besten sich umzuhören, ob jemand vielleicht alte PCs sammelt und so einen alten PC noch hat. Ideal ist es freilich, wenn dieser PC dann zusätzlich ein 3,5-Zoll-Floppy-Laufwerk hat, sodass man die Daten auf dieses überspielen kann.

Ein Floppy-Disk-Laufwerk wird zwar heute normalerweise nicht mehr verwendet werden, aber man hat evtl. alte Installationsdisketten für Programme oder auch selbst gespeicherte Dateien, die eben noch nicht auf einen aktuelleren Datenträger überspielt worden sind. Oder auch Spiele. Jedenfalls dann, wenn die Daten eben noch nicht woanders gespeichert sind, wird man zumindest noch einmal ein Laufwerk dafür brauchen, um auf die Daten der Floppy-Disk zugreifen zu können und sie auf einen anderen Datenträger zu überspielen.

Manche alte Anwendungen brauchen Zugriff auf eine Floppy-Disk und damit ein Laufwerk dafür, weil beispielsweise ein Sicherheitsschlüssel oder die Installation eines Programms nur mit Floppy-Disks möglich ist. Beispielsweise zum Installieren von Software ist es in den meisten Fällen möglich, statt Floppy-Disks auch einen anderen Datenträger zu verwenden. Beispielsweise einen USB-Stick. Probieren Sie es einfach aus, ob das funktioniert. Vor allem dann, wenn es sich um DOS-Anwendungen handelt, dann wird evtl. auch der Label-Name des Datenträgers geprüft. Man muss dann also beispielsweise dem Laufwerk am USB-Stick den Label-Namen geben, der auch auf der betreffenden Floppy-Disk verwendet wird. Sofern bei Verwendung des USB-Sticks also gemeldet wird, dass der richtige Datenträger nicht erkannt wird, kann es daran liegen, dass dieser den Label des Datenträgers abfragt.

Nicht zu früh freuen: Floppy-Disks mitunter nicht mehr lesbar

5,25-Zoll-Disketten müssen schon etwa 30 Jahre alt oder älter sein. Bei diesen ist also mit höherer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die darauf seinerzeit gespeicherten Daten nicht mehr lesbar sind.

3,5-Zoll-Disketten werden heute zumeist noch funktionieren.

Eine Datenrettung ist in diesem Fall ziemlich aussichtslos. Wenn es bei einem Datenträger einen fatalen Lesefehler gibt, sodass man überhaupt keinen Zugriff auf die Daten des Datenträgers hat, dann liegt der Fehler oft nur darin, dass die Daten an einer heiklen Position nicht mehr lesbar geworden sind. In diesem Fall kann man mit Rettungsmaßnahmen durch einen Spezialisten - oder spezieller Software dafür - den Zugriff auf die Daten wieder herstellen.

Aber in diesem Fall - nach weit mehr als 20 Jahren - wird der Fehler dann darin liegen, dass die Magnetisierung einfach zu schwach geworden ist und das betrifft dann den ganzen Datenträger. Man könnte es in diesem Fall eventuell mit einem anderen Laufwerk versuchen, dessen Leseköpfe - mit viel Glück - empfindlicher sein könnten und daher die Daten noch lesen können.

Floppy-Disks sicherheitshalber nur mit Schreibschutz verwenden

Wenn Sie alte Floppy-Disks auslesen wollen und diese - was wohl in der Regel der Fall sein wird - nicht beschreiben wollen, dann ist es sicherer, wenn Sie den Schreibschutz nutzen.

Bei 5,25-Zoll-Disketten ist der Schreibschutz mit einem Aufkleber gelöst, der ein Loch freigibt oder eben abdeckt. Wenn das Loch freigegeben ist, ist der Schreibschutz wirksam.

3,5-Zoll-Disketten haben ein Loch, das mit einem Schuber normalerweise geschlossen ist und für einen Schreibschutz geöffnet werden kann.

Mit Schreibschutz kann es freilich nicht passieren, dass die Diskette irrtümlich beschrieben oder gar formatiert wird.

Bei Installations-Disketten - also jene, die vom Software-Hersteller so geliefert worden sind -, ist der Schreibschutz normalerweise gegeben. Diese haben mitunter keinen Schuber, mit dem man den Schreibschutz abschalten - also das Loch verschließen - kann.

Floppy-Laufwerke auch unter Windows 10 - war anders geplant

Sehr weit verbreitet hatte sich vor der Einführung von Windows 10 die Nachricht, dass es bei Windows 10 keine Treiber mehr für Floppy-Laufwerke gibt. So war das für Windwos 10 ursprünglich geplant. Microsoft hatte das nach Protesten letztlich korrigiert.

Auch Windows 10 kann also - wie vorherige Versionen - von vornherein Floppy-Laufwerke nutzen.

Falls es bei Ihrem Windows 10 dennoch nicht funktionieren sollte, dann kann es sein, dass es sich um eine sehr frühe Version davon handelt. Bei sehr frühen Versionen von Windows 10 ist es möglich, dass die Treiber für Floppy-Disk-Laufwerke noch nicht dabei sind. Wenn Sie also noch keine Updates gemacht haben sollten - weil Sie diese Funktion abgeschaltet hatten -, dann sollte ein Update das Problem lösen.

Falls das Problem nicht darin liegt und wenn Sie ein Floppy-Laufwerk mit USB-Anschluss verwenden, dann schauen Sie vielleicht auf der Website des Herstellers des Laufwerks nach, ob er dazu einen speziellen Treiber anbietet.

Unter Windows 11 wird nach aktuellem Kenntnisstand kein 32-bit-Modus zu erwarten sein. Wenn das so bleibt, wird eine Floppy-Unterstützung nicht gebraucht werden.

Floppy-Disks von Apple Macintosh unter Windows verwenden

Eine weitere Schwierigkeitsstufe mit Floppy-Disks ist es, wenn diese mit einem Apple Macintosh beschrieben worden sind. Disketten von PC und Apple Macintosh sind nicht kompatibel. Es werden zwar die gleichen Disks verwendet, aber die Laufwerke sind anders konstruiert und das Dateisystem ist ein anderes. So wie bei PC gibt es auch bei Macintosh ältere Formatierungen für kleinere Kapazität.

[!> Von einem Macintosh beschriebene Floppy-Disks können durchaus auch im PC-Format beschrieben worden sein. Diese Möglichkeit hatte es auch gegeben - evtl. seinerzeit mit einem zusätzlichen Treiberprogramm am Mac. Das Bedürfnis, die Floppy-Disks auch über einen PC nutzen zu können v.v. gab es ja immer schon. Bevor Sie andere Lösungen ausprobieren, probieren Sie also vielleicht vorerst aus, ob die Floppy-Disk vom PC ohne spezielle Maßnahmen lesbar ist.

Über Software - beispielsweise MacDisk - kann ein Floppy-Laufwerk unter Windows eine Floppy von Macintosh lesen.

Von Macintosh beschriebene Floppy-Disks können nur dann am PC lesbar gemacht werden, wenn diese für 1,4 MB (HD oder FDHD bezeichnet) formatiert sind - bei Macintosh ist das übrigens als "initialisieren" bezeichnet. Floppys von Macintosh in einfacher Dichte für 400 kB oder doppelter Dichte (DD) für 800 kB können am PC nicht verwendet werden.

Der Grund dafür ist, dass die mit einfacher und doppelter Dichte beschriebenen Disks mit nicht immer selber Drehzahl beschrieben werden - je weiter außen, desto langsamer. Solcherart wird der Speicherplatz auf dem Datenträger besser genutzt. Je weiter außen, desto größer ist der Weg und daher können auch mehr Daten pro Umdrehung untergebracht werden. Das ist aber mit Floppy-Laufwerken für PCs deswegen mit Software nicht zu lösen, weil die Geschwindigkeit bei Floppy-Laufwerken für PCs von vornherein nicht regelbar ist. Bei am Macintosh nach HD/FDHD beschriebenen Disketten ist es möglich, weil bei dieser - wie beim PC - die Drehzahl nicht verändert wird.

Floppy-Disk-Laufwerke für Kapazität mit 1,4 MB - die also über einen PC mit entsprechender Software gelesen werden können - wurden im Jahr 1988 eingeführt.

Es gab früher Floppy-Disks, die bis doppelter Dichte beschrieben werden konnten - also bei Macintosh mit bis zu 800 kB - und HD-Disks. Nur HD-Disks sind in HD formatierbar. Also auch auf neueren Laufwerken, wäre eine Nicht-HD-Disk mit 800 kB Kapazität beschrieben und wäre daher von vornherein nicht über ein Floppy-Disk-Laufwerk am PC lesbar.

HD-Floppy-Disks erkennt man an dem zweiten Loch. 3,5-Zoll-Disks haben ein Loch, das mit einem Schuber normalerweise geschlossen ist und für einen Schreibschutz geöffnet werden kann. Bei HD-Disks gibt es ein Loch in gleicher Form - das nicht geschlossen werden kann - auf der gegenüberliegenden Seite auf der Disk. Daran erkennt das Floppy-Disk-Laufwerk, dass die Disk in HD beschrieben werden kann. Und man kann diese eben auch daran mit freiem Auge erkennen.

Auch wenn man weiß, dass die Floppy-Disk mit einem Macintosh beschrieben worden ist, der deutlich später als 1988 gebaut worden ist und daher ein HD-taugliches Floppy-Laufwerk gehabt hat, dann würde auch von diesem eine Nicht-HD-taugliche Diskette mit 800 kB Kapazität genutzt worden sein und wäre daher am PC nicht lesbar zu machen.

MacDisk macht Floppy-Disks in Macintosh-Format unter Windows lesbar, ergänzt Dateinamenserweiterung

Zur Verwendung des Hilfsprogramms MacDisk legt man zuerst eine Diskette in das Floppy-Laufwerk ein. Beim PC passiert - im Gegensatz zu praktisch allen anderen Laufwerkstypen - standardmäßig garnichts, wenn man eine Floppy-Disk ins Laufwerk einlegt. Es wird also nichts vorerst eingelesen von der Disk. Danach startet man MacDisk. Es erscheint nun ein Menü mit allen erkannten Laufwerken. Nun wählt man jenes Laufwerk aus, das von einem Macintosh beschrieben worden ist; in diesem Fall wird es das Laufwerk A: sein. Die Software liest nun die Dateien des Laufwerks ein und zeigt diese in einer Dateiübersicht an - ähnlich wie im Windows Explorer. Nun kann man diese Dateien - einzeln oder alle ausgewählten resp. ausgewählte Ordner inklusive Inhalt - auf einen Datenträger des PCs kopieren.

Besonderheit dabei ist nicht nur, dass die langen Dateinamen erhalten bleiben sondern auch, dass MacDisk - soweit erkennbar - den Dateien die am PC übliche Dateinamenserweiterung anfügt. Bekanntlich gibt es bei Macs keine Dateinameserweiterungen anhand derer der Dateityp erkennbar ist. Diese Information ist in separaten Dateien enthalten, die dafür von MacDisk ausgewertet werden. Das ist ein sehr wichtiger Vorzug. Dazu kommt, dass die langen Dateinamen eben auch erhalten bleiben.

MacDisk kann die Datenträger in Macintosh-Format nicht beschreiben, weil man mit MacDisk keinen direkten Zugriff auf das Laufwerk bekommt. Der umgekehrte Weg - also Daten vom PC auf den Mac zu bekommen - ist sowieso unproblematisch.

=>> www.macdisk.com

Floppy-Disk vom Mac in PC-Format: evtl. Problem mit langen Dateinamen und Dateityp

Es gibt für Macintosh auch - mit einer separat installierten Erweiterung oder von vornherein vorhanden - evtl. die Möglichkeit, Floppy-Disks in PC-Format zu formatieren. Diese sind dann also am PC lesbar. Das Problem dabei ist es aber, dass am PC erstens der Dateityp nicht klar ist und auch, dass lange Dateinamen auf 8.3-Konvention verstümmelt sind. Man kann also den Dateinamen dann evtl. nicht mehr erkennen - vor allem dann, wenn bei mehreren Dateien am Anfang des Dateinamens immer das selbe steht - und sowieso erkennt man den Dateityp nicht, weil der PC dafür Dateinamenserweiterungen erwartet, die es bei Mac nicht gibt.

Der Grund dafür ist, dass diese Lösung eben aus der Zeit stammt, als Floppy-Disks noch ein wichtiger Datenträger zum Datenaustausch zwischen Computern war und zu dieser Zeit bei PCs noch keine Rede von langen Dateinamen war. Wenn eine Disk am Mac in PC-Format formatiert und mit Daten bespielt wird, dann zeigen sich beim Öffnen der Disk zwar alle Dateien, aber die Dateinamen und die Zuordnung zu Anwendungen ist dann nicht mehr erkennbar.

Es ist also die bessere Lösung, die Floppy-Disk normal im Macintosh-Format zu formatieren und diese dann am PC mit Hilfe des Programms MacDisk - wie oberhalb beschrieben - zu öffnen.

Diese Notwendigkeit des Datentransports über Floppy-Disks kann sich durchaus auch heute noch ergeben. Und zwar dann, wenn man noch einen alten Mac herumstehen hat und sich von diesem endgültig trennen will. Aber einige Dateien will man vielleicht aufbewahren. Vielleicht gibt es dann nur noch die Möglichkeit, Daten von diesem über Floppy-Disks in einen PC zu bekommen. Für den Mac gibt es übrigens Hilfsprogramme, mit denen man große Dateien - die nicht auf eine Floppy-Disk passen - automatisch aufteilen kann. Am PC kann man diese Teile dann bekanntlich mit dem Befehl COPY sehr einfach wieder zusammenhängen.

| MS-DOS-Programme unter Windows 11/10/8/7/Vista/XP - Ezzes & Software-Empfehlungen |

| praktiker.at Top |
© 2000-2021 by Felix Wessely, Wien (Austria) - All rights reserved - Permalink - Nutzungsbedingungen - Impressum